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Inhalt

Salafismus – Differenzierung zwischen Religion und Ideologie

Themen

  • Extremismus (allgemein und speziell Salafismus)
  • Differenzierung zwischen der Religion "Islam" und der Ideologie "Salafismus"
  • Problem der Deutung heiliger Schriften
  • Stärkung des Demokratieverständnisses
  • Wege aus der Radikalisierung

Fach

Politik
Gesellschaftslehre
Deutsch

Klassenstufen

ab Jahrgangsstufe 9 und für berufliche Schulen

Methodik und Didaktik

Die Unterrichtsreihe "Entscheide dich" orientiert sich an der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen im Alter von 16 bis 23 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren einen realen Fall und lernen dabei seine gesellschaftspolitischen Dimensionen kennen.

Sehra ist 19 Jahre alt und gläubige Muslima. Das Problem: Ein Sandkastenfreund von ihr ist seit fünf Jahren Salafist. Sehra sorgt sich deswegen, denn sie findet die Ideologie der Salafisten gefährlich. Sie möchte etwas unternehmen, weiß aber nicht, wie sie das Problem angehen soll. Soll sie selbst versuchen, auf ihren Freund einzuwirken? Führt das vielleicht zum Streit zwischen ihrer Familie und der ihres Freundes? Welche Hilfsangebote gibt es? Die Filme bestehen aus mehreren Modulen:

  • Der Hauptfilm gliedert sich in einen Problem- und einen Lösungsteil. Im Mittelpunkt steht Sehras Situation und der Weg zu ihrer Entscheidung.
  • Drei kurze Infomodule von jeweils knapp zwei Minuten beleuchten unterschiedliche Aspekte des Themas.

Die Unterrichtsvorschläge orientieren sich an den Filmen und gliedern sich in vier Teile. Im ersten Teil setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit Sehras Situation auseinander: Zunächst wird der erste Teil des Films gezeigt, in dem ihr Problem geschildert wird und sie vor die Entscheidung gestellt wird: Soll sie versuchen, einzugreifen? Wenn ja – auf welche Weise könnte das geschehen? Die Klasse diskutiert, wie sie sich an Sehras Stelle entscheiden würde. Der zweite Teil des Films bietet erste Hintergrundinformationen zum Thema Salafismus und zeigt, wie Sehra sich tatsächlich entschieden hat. Auch er bietet Stoff, weiter zu diskutieren.
Drei Folgestunden vertiefen verschiedene individuelle und gesellschaftliche Aspekte mithilfe der Infomodule und Arbeitsblätter. Dazu können auch die Hintergrundartikel in diesem Wissenspool als Informationsmaterial eingesetzt werden.

Angesprochene Themen und Lernziele

Häufig interessieren sich Jugendliche für radikale oder extreme Positionen. Vielleicht nehmen sie zeitweise auch selbst radikale Ansichten für sich in Anspruch. Die Auseinandersetzung mit extremen Haltungen kann ein Teil der Identitätsbildung in der Phase des Erwachsenwerdens sein. Allerdings muss einem Radikalisierungsprozess vorgebeugt, ein Weg in den Extremismus verhindert werden. In der Auseinandersetzung mit dem Salafismus ist die Anerkennung der Jugendlichen sowie die Bedeutung, die Religion für viele von ihnen hat, sehr wichtig. Ziel der Auseinandersetzung sollte die Erfahrung der Vielfalt der Meinungen und Lebensformen sein. Dies soll Jugendliche gegenüber einfachen Welterklärungen immunisieren.

Hinweise aus der Praxis für die Praxis:

  • Anerkennung der Jugendlichen: Eine anerkennende Haltung gegenüber den Jugendlichen erleichtert den Zugang und die sachliche Auseinandersetzung.
  • Respekt vor der Bedeutung der Religion für die Jugendlichen: Bei Diskussionen sollte man die Religion der Jugendlichen nicht grundsätzlich in Frage stellen. Dies würde eine grundsätzliche Abwehrhaltung zur Verteidigung eigener Werte hervorrufen.
  • Kulturalisierung vermeiden: Nicht jedes unverständlich erscheinende Verhalten, aber auch nicht jeder Bezug auf "den Islam" lassen sich tatsächlich auf diesen zurückführen.
  • Vielfalt der Urteile und Meinungen: Die Erfahrung zeigt, dass Jugendliche religiöse Themen selbst schon sehr kontrovers diskutieren. Hier kann die Pädagogin/der Pädagoge als Moderator für multiperspektivische Gespräche mitwirken.
  • Konzentration auf Sachfragen: Werteorientierung und die Abbildung von Vielfalt gelingen am besten, wenn nicht abstrakt diskutiert wird, sondern in Bezug auf konkrete Situationen und Verhaltensweisen (zum Beispiel Freundschaft, Mode). Hier wird es schwierig, wenn Ideologen Musik, Parfüm, das Tragen von Jeans oder die eigene Wahl der Ehepartnerin oder des Ehepartners für "religiös verboten" (arabisch "haram") erklären wollen.