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Raus aus der Gewaltspirale – 1. Stunde

In der ersten Unterrichtsstunde steht ein Fallbeispiel im Mittelpunkt. Der Hauptfilm zeigt ein authentisches Problem einer realen Person. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in die Lage von Dennis versetzen, der immer wieder zu aggressivem Verhalten neigt. Dennis steht im Film vor einer wichtigen Entscheidung. Die Schülerinnen und Schüler sollen abstimmen, für welchen Weg sie sich an seiner Stelle entschieden hätten und in der anschließenden Diskussion ihr Abstimmungsverhalten begründen. Die Lehrerin bzw. der Lehrer hat die Aufgabe des Moderators. Er führt in das Thema ein, zeigt die Filme und strukturiert die Diskussion.

Für diese Unterrichtsstunde ist eine Doppelstunde empfehlenswert.

Der Problemfilm: Einführung in das Thema

  • Die Freundin Lisa schaut Dennis an; Rechte: WDR Lisa verlangt von ihrem Freund Dennis, den Kontakt zu seinen gewalttätigen Kumpels abzubrechen; Rechte: WDR

Zu Beginn der Unterrichtsstunde verteilt der Lehrer oder die Lehrerin das Arbeitsblatt 1 "Wer sagt was?". Das Arbeitsblatt stellt für die Schülerinnen und Schüler eine Gedächtnisstütze dar, während sie den ersten Teil des Films (Problemfilm) verfolgen. Die Schüler werden aufgefordert, die Argumente der unterschiedlichen Protagonisten während der Filmbetrachtung oder unmittelbar danach zu notieren.

Die Schüler schauen zunächst den Film bis Timecode 04:09 Min. Im Film geht es um Dennis und dessen Freundin Lisa.Dennis neigt besonders zu Gewalt, wenn er mit seinen Kumpels unterwegs ist. Er lässt sich leicht und gerne provozieren. Lisa verabscheut Gewalt und will, dass Dennis sich ändert. Sie stellt Dennis vor die Entscheidung: entweder die Beziehung zu ihr oder die Clique.

Nachdem die Schüler den Problemfilm gesehen haben, stimmen sie ab, wie sie sich an Dennis' Stelle verhalten würden. Wer ist dafür, dass Dennis den Kontakt zu seinen Kumpels abbricht? Wer ist dagegen? Das Abstimmungsergebnis wird an der Tafel festgehalten.

Die Diskussion: Freundin und die Kumpels?

In der ersten Diskussionsrunde begründen die Schülerinnen und Schüler ihr Abstimmungsverhalten. Für die Diskussion können sich die Schüler je nach Abstimmungsverhalten auf eine Seite der Klasse setzen: Auf der rechten Seite nimmt Platz, wer dafür ist, dass Dennis den Kontakt zu den Freunden abbricht, auf der linken Seite, wer meint, er solle es nicht tun. Es kommen immer abwechselnd Schüler der einen und der anderen Seite zu Wort. Während der Diskussion können die Schüler die Seite wechseln, wenn sie ein Argument der anderen Seite überzeugt.

Die Schüler sollen möglichst direkt auf die Argumente der anderen eingehen. Der Lehrer bzw. die Lehrerin moderiert die Diskussion und hält die Argumente stichwortartig an der Tafel fest.

Er bzw. sie hält die Debatte in Gang und fordert die Schüler auf, sich zu bestimmten Aspekten der Diskussion zu äußern. Gerät die Diskussion ins Stocken und brauchen die Schüler neue inhaltliche Impulse, kann der Lehrer zusätzlich einen oder mehrere der vier kurzen Informationsfilme (Infomodule) zeigen. Die Filme dauern keine zwei Minuten und können die Diskussionen um diverse Aspekte bereichern. Die Themen lauten:

  • Was macht aggressiv?
  • Anti-Aggressionstraining
  • Freundschaft
  • Jugendgefängnis

Der Ergebnisfilm: Zeit für eine Entscheidung

  • Dennis sitzt auf der Pritsche in einer Gefängniszelle; Rechte: WDR Gefangen auf Probe: Dennis schnuppert Knastluft; Rechte: WDR

Wenn die wichtigsten Argumente ausgetauscht sind, wird der Ergebnisfilm (ab Timecode 04:10 min) gezeigt. In dieser Sequenz informiert sich Dennis mit Hilfe von Noah Sow über mögliche Konsequenzen seiner bisherigen Straftaten und erfährt am eigenen Leib, wie es ist, in einer Gefängniszelle eingeschlossen zu sein. Am Ende des Films entscheidet Dennis sich dafür, den Kontakt zu seinen Freunden zwar nicht abzubrechen, aber ein Anti-Aggressionstraining zu besuchen, um sich nicht mehr so leicht provozieren zu lassen.

Nach der Filmbetrachtung haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, das Arbeitsblatt 1 "Wer sagt was?" zu vervollständigen. Auf diese Weise reflektieren sie die Aussagen, die im Film getroffen werden, und erhalten eine Übersicht darüber, welche Argumente im Film eine Rolle spielen.

Dann stimmen die Schülerinnen und Schüler erneut ab: Hat Dennis sich ihrer Meinung nach richtig entschieden? Die Diskussion kann fortgesetzt werden: Was hat sich nun im Vergleich zur ersten Meinungsabfrage verändert? Welche neuen Gesichtspunkte haben die Meinung der Schülerinnen und Schüler beeinflusst? Die Lehrerin oder der Lehrer kann neue Argumente an der Tafel festhalten.

Zum Unterrichtsgespräch kann der Lehrer optional die genannten Argumente in ein Tetralemma einsortieren. Arbeitsblatt 2 "Infoblatt Tetralemma" kann entweder in der Klasse verteilt oder als Tafelbild eingeführt werden. Das Tetralemma zeigt verschiedene Möglichkeiten, denen sich die Diskussionsbeiträge zuordnen lassen. Es verdeutlicht, dass sich viele Probleme nicht einfach mit einem Entweder-oder beantworten lassen.

  • Arbeitsblatt 2 – "Infoblatt Tetralemma"