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3. Stunde

Entscheide Dich! Cybermobbing – Vorschlag für die dritte Unterrichtseinheit

In der dritten Unterrichtseinheit geht es um die Beteiligten beim Cybermobbing und die Bedeutung, die ihrem Handeln zukommt. Vor allem sollen die nicht direkt am Mobbing beteiligten Schülerinnen und Schüler – Sozialwissenschaftler nennen sie Bystander – erkennen, welche entscheidende Rolle sie spielen. Ihr Verhalten kann Mobbing wie Cybermobbing begünstigen oder beenden – je nachdem, ob sie solche Ereignisse ignorieren oder ob sie eingreifen. Dafür werden die Jugendlichen sensibilisiert und zu einer klaren Haltung ermutigt.

  • In Computerschrift kann man den Satz lesen "Wir bringen dich um". Drohungen im Internet können extreme Ausmaße annehmen; Rechte: WDR

Die Mobber, die Gemobbten und die anderen

Zunächst wird in der Unterrichtseinheit thematisiert, ob Mobbingopfer selbst daran schuld sind, wenn sie drangsaliert werden. Hierfür wird in Arbeitsblatt 3 ein fiktiver Fall vorgestellt, der sich wohl in jeder Schule ereignen könnte. Er wird zunächst von der Lehrkraft vorgetragen mit der Aufforderung, sich zu dem Vorfall zu äußern. Die Antworten der Schülerinnen und Schüler können an der Tafel gesammelt und systematisiert werden. Auf dem Arbeitsblatt sind vier Meinungen vorgegeben, denen sich die Antworten der Schülerinnen und Schüler zuordnen lassen. Die Jugendlichen sollen sich nun in Gruppen zusammenfinden und etwa zehn Minuten lang für jede dieser Meinungen Argumente finden. Dabei können sie auch einen Blickwinkel einnehmen, der nicht unbedingt ihrer eigenen Anschauung entspricht.

Im Anschluss an die Gruppenarbeit werden die Argumente in Form einer "Talkshow" vorgetragen. Dazu schickt jede Gruppe eine Gruppensprecherin oder einen Gruppensprecher nach vorn, wo ein Moderator oder eine Moderatorin bereits wartet. Da diese Rolle ein reflektiertes Verhalten voraussetzt, kann sie auch von der Lehrkraft übernommen werden. Moderator oder Moderatorin bitten jede Gruppe, ihre Argumente vorzutragen und anschließend die Argumente der anderen zu kommentieren. Ziel ist es, zu verdeutlichen, dass "die Medien" als Werkzeuge benutzt werden, also nicht selbsttätig handeln, sondern dass immer die Bereitschaft anderer dahinter steckt, jemanden zu ärgern, bloßzustellen oder auszugrenzen. Die zuhörenden Schülerinnen und Schüler können als Publikum Fragen stellen. Am Ende der "Talkshow" wird das Ergebnis der Diskussion festgehalten. Die Jugendlichen können abstimmen, welche Gruppe mit ihren Argumenten am überzeugendsten war.

Arbeitsblatt 4 greift ebenfalls eine in vielen Klassen typische Situation auf. Diesmal werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, sich in die Rolle derjenigen zu versetzen, die weder aktiv mobben noch gemobbt werden – die sogenannten Bystander. Zwei unbeteiligte Jugendliche kommentieren eine in der Klasse bekannte Mobbingsituation. Die Schülerinnen und Schüler sollen dieses Gespräch weiterschreiben und dabei jeweils die Perspektive eines der Jugendlichen einnehmen. Ziel ist es, alle vertretenen Positionen konsequent zu Ende zu denken und sich auszumalen, wie das Lernklima in der Klasse wäre, wenn sich alle dieser Position anschlössen. Anschließend werden die Schülerinnen und Schüler gebeten, die jeweiligen Positionen mit einem Adjektiv zu bewerten. Ist es mutig, sich dem Mobber entgegenzustellen, oder ist es riskant?

Danach kann das Infomodul "Was tun gegen (Cyber-)Mobbing?" eingesetzt werden, um die bereits erarbeiteten Vorschläge, wie Schülerinnen und Schüler bei Mobbing eingreifen können, zu festigen.

Vereinbarung gegen Mobbing

Nach diesen Angeboten, in denen die Schülerinnen und Schüler für die Dynamik einer Mobbingsituation sensibilisiert wurden, wird die Aufgabe gestellt, eine Anti-Mobbing-Vereinbarung zu formulieren. Ihr sollten sich möglichst alle in der Klasse anschließen. Nach einer kurzen, offenen Aussprache formulieren die Schülerinnen und Schüler die ihnen wichtigen Punkte eines solchen Vertrags. Die verschiedenen Vorschläge werden gesammelt, vorgetragen und in der Klasse abgestimmt. Die gemeinsame Vereinbarung kann anderen Klassen zur Nachahmung empfohlen oder ins Schulprofil übernommen werden.

  • Arbeitsblatt 5 - "Freiwillige Selbstverpflichtung"