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Cybermobbing – Definition, Prävention, Hilfe

Themen

  • Mobbing
  • Cybermobbing
  • Täter, Opfer und Bystander
  • Präventionsstrategien
  • Schutz und Hilfe

Fach

Politik
Gesellschaftslehre
Deutsch

Klassenstufen

ab Jahrgangsstufe 7 und berufliche Schulen

Methodik und Didaktik

Die Unterrichtsreihe "Entscheidung im Unterricht" orientiert sich an der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen. Dazu gehört heute – neben der realen Welt mit Schule, Elternhaus, Cliquen, Freizeitverhalten – mehr und mehr die digitale Welt. Fast jeder Haushalt ist heute mit Computer und Internetzugang ausgestattet, ebenso die meisten Klassenzimmer. Für wohl jeden Jugendlichen ist ein Mobiltelefon mit eingebauter Kamera selbstverständliches Zubehör, Smartphones verbreiten sich rasend schnell.

Diese Medien eröffnen eine Vielzahl neuer Kommunikationsmöglichkeiten. Längst ist das Telefon nicht mehr nur zum Telefonieren da, sondern um SMS zu schreiben, zu fotografieren, online zu gehen, mit anderen zu chatten, deren Aufenthaltsort zu erfahren, das Musikstück zu identifizieren, das in der Umkleidekabine läuft. Das Internet ist nicht länger ein Medium, das Informationen und Unterhaltung liefert, sondern fordert als Web 2.0 die aktive Teilnahme der Nutzerinnen und Nutzer. Sie sollen eigene Inhalte (Texte, Fotos, Videos, Audioaufnahmen) einstellen, mit anderen teilen, miteinander in Kontakt treten und die Äußerungen und Mitteilungen anderer kommentieren und bewerten. In sozialen Netzwerken werden Selbstdarstellung und ständige Präsenz erwartet. Jugendliche verbringen dort heute einen Teil ihrer Freizeit und treffen – vor dem Rechner sitzend – ihre Freundinnen und Freunde wie früher im Eiscafé oder im Einkaufszentrum. Treffpunkt ist der virtuelle Raum. Wer sich verweigert, wird schnell zum Außenseiter. Wer dagegen persönliches preisgibt, kann rasch zum Opfer werden.

So ging es Marcel, dem Protagonisten aus dem Hauptfilm. Marcel hat sich vor zwei Jahren als schwul geoutet und wurde daraufhin in sozialen Medien gemobbt. Er brach daraufhin die Schule ab. Auch heute noch ist er unsicher, wie er sich in einer ähnlichen Situation verhalten sollte. Die Filme zum Thema Cybermobbing bestehen aus mehreren Modulen:

  • Der Hauptfilm gliedert sich in einen Problem- und einen Lösungsteil. Im Mittelpunkt steht Marcels Situation und seine Suche nach Handlungsoptionen in einer vergleichbaren Lage.
  • Drei kurze Infomodule von jeweils etwa zwei Minuten beleuchten unterschiedliche Aspekte des Themas.

Die Unterrichtsvorschläge orientieren sich an den Filmen und gliedern sich in vier Teile. Im ersten Teil setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit Marcels Situation auseinander: Zunächst wird der erste Teil des Films gezeigt, in dem sein Problem geschildert wird. Die Klasse diskutiert, wie sie sich an Marcels Stelle verhalten würde. Im zweiten Teil des Films kommen verschiedene Experten und eine andere Betroffene zu Wort. Danach wird gezeigt, wie Marcel sich in Zukunft verhalten möchte. Auch er bietet Stoff, weiter zu diskutieren. Drei Folgestunden vertiefen verschiedene individuelle und gesellschaftliche Aspekte mithilfe der Infomodule und Arbeitsblätter. Dazu können auch die Hintergrundartikel in diesem Wissenspool als Informationsmaterial eingesetzt werden.

Angesprochene Themen und Lernziele

Der Aufenthalt in der virtuellen Welt kostet viel Zeit und Engagement. Er bietet viele Möglichkeiten, Dinge zu erkunden und positive Erfahrungen zu machen, kann aber auch gefährlich werden. Denn der Wunsch, aktiv in diese neue Welt einzutauchen, in der "alle anderen" schon sind, lässt viele Jugendliche leichtfertig mit ihren persönlichen Daten umgehen und verleitet manchmal, viel Persönliches von sich preiszugeben. Handynummern, E-Mail-Adressen, Profile in sozialen Netzwerken oder Identitäten in Messenger-Programmen sind nicht nur Freunden, sondern auch nicht wohlgesonnenen Bekannten oder Fremden bekannt und können zum Mobbing genutzt werden. Kommt es erst einmal zum Mobbing, so bezieht die schnelle und einfache Verbreitung von Diffamierungen in der digitalen Welt weit mehr Mitschülerinnen und Mitschüler ein als das herkömmliche, direkte Mobbing.

Durch die Unterrichtseinheit werden die Schülerinnen und Schüler zum einen sensibilisiert, was den Umgang mit ihren eigenen Daten betrifft. Potentielle Täter erfahren, welche Auswirkungen und Konsequenzen ihr Handeln haben kann; potentiellen Opfern werden Handlungsoptionen nahe gebracht. Besonders wichtig ist jedoch die Gruppe der Beobachter, der Bystander, wie Sozialwissenschaftler die scheinbar unbeteiligten Zuschauerinnen und Zuschauer nennen. Sie erkennen, dass ihnen im Mobbing-Prozess eine wichtige Rolle zufällt und dass sie gefordert sind, aktiv einzugreifen, sobald sie von Mobbing oder Cybermobbing erfahren.