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Die politische Kultur der Adenauerzeit war geprägt durch eine weitgehende Entpolitisierung der Bevölkerung. Nach den Erfahrungen mit der Politik der Nationalsozialisten zogen sich die meisten in die Berufs- und Privatsphäre zurück. Wohlstand und Karriere wurden zu den wichtigsten Werten der Zeit des "Wirtschaftswunders". Das Demokratieverständnis der westdeutschen Bevölkerung war eher formal und der Regierungsstil Adenauers sehr autoritär, was viele Studenten als Demokratiedefizit ansahen. Adenauers Autorität basierte auf seiner Stellung als Bundeskanzler, seiner unangefochtenen Stellung als Parteivorsitzender, seiner internationalen Reputation und seiner langjährigen politischen Erfahrung. Er nutzte den Wunsch der
Er nutzte den Wunsch der Deutschen, nach den Wirren des Krieges wieder zu Normalität, Kontinuität und Ruhe zurückzukehren. Es gelang ihm, Deutschland langsam wieder in der internationalen Politik zu etablieren und die Souveränität der BRD herzustellen und zu sichern. Auf der anderen Seite fand unter seiner Regierung keine wirkliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und den Gräueltaten der NS-Zeit statt, sondern die NS-Vergangenheit wurde bewusst verdrängt. Durch die Erfahrungen des Kalten Krieges und der Konfrontation der beiden "Blöcke" an der innerdeutschen Grenze breitete sich eine starke antikommunistische Grundhaltung in der Bevölkerung aus. Inwiefern Adenauers Politik zur endgültigen Teilung Deutschlands beigetragen hat, wird noch heute diskutiert.
Anfang der 60er Jahre war von Rebellion noch keine Spur. Die junge Bundesrepublik wurde von Konrad Adenauer repräsentiert.
Die Angst vor dem Kommunismus wuchs als 1961 die Mauer gebaut wurde. Die Mauer zerteilte Berlin und trennte Familien. Die ganze Hoffnung galt den westlichen Besatzungsmächten, vor allem den Amerikanern.
Den Krieg der Amerikaner in Vietnam umfassend zu behandeln, ist an dieser Stelle sicherlich nicht möglich. Interessant im Zusammenhang mit dieser Sendung ist vor allem die Frage nach der Bedeutung dieses Kriegs für die studentischen Proteste. Der Vietnamkrieg war für viele Studenten der Anlass, sich der Politik zu widersetzen.Viele waren von der Grausamkeit der Kriegsführung entsetzt. Der Einsatz von Bomben, die Verwendung chemischer Kampfstoffe, Folterungen und Massaker an der Zivilbevölkerung schockierten und veränderten das Bild von der USA, der führenden demokratischen Weltmacht. Der Protest gegen den Vietnamkrieg stellte nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene einen Kristallisationspunkt für die entstehende Protestbewegung dar. In der Ablehnung gegenüber diesem Krieg waren sich viele einig, die in anderen Bereichen unterschiedliche politische Ansichten vertraten. Dies brachte einige Studentenführer z.B. Rudi Dutschke dazu, von einer globalen revolutionären Basis zu sprechen. Der Protest gegen den Vietnamkrieg wurde nicht nur von Studenten, sondern auch von weiten Kreisen der Bevölkerung getragen. Auch der Protest der Ostermarschbewegung, der sich vor allem gegen die nukleare Aufrüstung richtete, wandte sich seit 1963 gegen den Vietnamkrieg.
© Text: Sven Degenhardt
