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Die 60er Jahre sind das Jahrzehnt der sexuellen Revolution. 1961 kommt die Pille auf den Markt und mit ihr die allmähliche Liberaliserung der sexuellen Moral. Doch noch gibt es heftige Gegenbewegungen, noch gilt der Kuppeleiparagraph, noch ist Homosexualität strafbar, noch gibt es Zoff um die Sexualaufklärung, z.B. um die Filme von Oswalt Kolle. Ende der 60er beginnt sich manches zu ändern, so auch die bislang geltenden Rollenmuster von Männern und Frauen. Die neu entstehende Frauenbewegung fordert schlicht "die Hälfte des Himmels". Schließlich wird Sex zur Ware: Filme, Bücher und Zeitschriften überschwemmen den Markt, Sex hält Einzug im Fernsehen und wird gezielt in der Werbung verwendet, um Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben.
Zu Beginn des Jahrzehnts hatte noch alles seine Ordnung. Anstandsregeln legten fest, wo und wieweit sich Frauen und Männer näher kommen durften. Die Tanzschule war häufig der erste und einzige Ort, an dem man auf Tuchfühlung gehen durfte.
Autokino Neu-Isenburg bei Frankfurt. Die Autos waren fast ausschließlich mit Päarchen besetzt.
Treffpunkt Kellerbar - Anfang der 60er Jahre: noch redete niemand offen über Sexualität und aufgeklärt war kaum jemand.
Schüler verteilten Flugblätter in denen sie unter anderem Sexualkunde-Unterricht forderten. Aufklärung wurde jetzt zum Bestandteil politischer Emanzipation.
"Helga", ein Aufklärungsfilm der Bundesregierung, zog über 6 Millionen Menschen in die Kinos.
© Text: Sven Degenhardt
