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Marx, Lenin, Che Guevara und Ho Chi Minh waren ihre Helden. Sie wollten die Welt verändern. Sie wollten eine Gesellschaft ohne Zwang und Autoritäten. Sie wollten Gleichheit, Gerechtigkeit und Frieden. Die "APO-Opas" von einst sind längst in der Realität und in der Gesellschaft angekommen. Sie sind heute in vielen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen tonangebend. Mit ihren Zielen von damals - der Schaffung einer neuen politischen Ordnung, der Verwirklichung sozialistischer Utopien - sind sie gescheitert. Aber sie gaben den Anstoß zu einer grundlegenden Erneuerung der politischen wie der Alltags-Kultur. War die Bundesrepublik Anfang des Jahrzehnts noch geprägt durch den autoritären Politikstil Konrad Adenauers, so stand am Ende Willy Brandts Aufruf und Versprechen: "Wir wollen mehr Demokratie wagen!" Wurde zunächst die Nazivergangenheit vieler bundesdeutscher Politiker noch totgeschwiegen, so begann allmählich die Beschäftigung mit der jüngsten deutschen Geschichte. Die Apo hat das Westdeutschland der Nachkriegszeit verändert wie keine andere Bewegung. An die "wilden 60er Jahre" erinnern sich in "Macht kaputt, was euch kaputt macht" ehemalige APO-Aktivisten, aber auch ihre Kritiker von damals.
Von der deutschen Jugend '67 war keine Revolution zu erwarten. 70% aller 14-24-jährigen fanden ihr höchstes Glück in einem guten Familienleben.
In den Universitätsstädten verlief 1964 das Studentenleben noch brav. Aber schon 1964 - überfüllte Hörsäale: Die Rektoren überlegten die Zulassungszahl zu reglementieren.
Fritz Teufel (links) und Rainer Langhans (rechts) von der Kommune I. Sie wollten die bestehenden Verhältnisse auf den Kopf stellen.
© Text: Sven Degenhardt
