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In den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren kamen Gastarbeiter aus Italien, Portugal, Griechenland, Spanien, der Türkei und Jugoslawien nach Deutschland. Im Zuge des Wirtschaftswunders benötigte die junge Republik dringend Arbeitskräfte. Die Sendung zeichnet den Weg der Gastarbeiter von ihrer Anwerbung im Heimatland bis zu ihrer mehr oder weniger gelungenen Integration in der neuen Heimat Deutschland nach. Sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die "Gast"-Arbeiter gingen dabei von einem befristeten Aufenthalt aus. Die meisten machten sich mit wenig Informationen über das Land im Norden auf den Weg nach Deutschland.
Jeden Morgen traf in München ein Sonderzug ein, der rund 500 italienische Arbeiter nach Deutschland brachte.
Erste Station in Deutschland: die Weiterleitungsstelle. Nach der langen Reise gab es ein kleines Vesper zum Empfang.
Von den Behörden den Unternehmen zugewiesen, erlebten die Gastarbeiter einen ersten Schock: Einfache Holzbaracken in der Nähe ihrer Arbeitsstellen waren von den Unternehmen für die fast durchweg männlichen Arbeiter bereitgestellt worden. Sprachprobleme, die fremde Umgebung, die z.T. ungewohnte Arbeit sowie die unterschiedlichen Mentalitäten galt es zu meistern. Mit Lehrfilmen versuchte man, den Gastarbeitern die deutschen Lebensgewohnheiten nahezubringen - gutgemeinte, aber unbeholfene Versuche. Das Heimweh blieb. Der Gang zum Bahnhof - die Verbindung zur Heimat - war für viele von ihnen wie der Gang zur Kirche. Das Rotationsprinzip funktionierte nur begrenzt. Immer mehr ausländische Beschäftigte holten Mitte der sechziger Jahre ihre Familie nach Deutschland und blieben. Inzwischen ist die Mehrzahl der nichtdeutschen Kinder hier geboren und aufgewachsen.
Auf dem Arbeitsplatz kehrte bald Routine ein. Schwierigkeiten bereitete den meisten noch lange der Alltag im neuen Zuhause.
Vor der Reise in die erhoffte bessere Zukunft waren einige Hürden zu überwinden. Die erste noch im Heimatland. Wer in Deutschland arbeiten wollte, musste vor allem nachweisen, dass er gesund ist.
© Text: Karin Merz / Wilken Engelhart
