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Sendungsinhalt: Der Stolz der Arbeiter

  • Eine Hand mit einem Bleistift auf weißem Papier. Kirdorf rechnet mit spitzem Bleistift (Filmszene); Rechte: WDR
  • Nahaufnahme eines Männergesichtes. August Siegel kämpft für die Rechte der Arbeiter (Filmszene); Rechte: WDR

In den 1870er Jahren boomt die Stahlindustrie im Ruhrgebiet. Das lockt viele Arbeiter in die riesigen Zechen und Bergwerke. Weil die Nachfrage nach Kohle und Stahl später sinkt, fallen die Preise in den Keller. Der ehrgeizige Direktor der Gelsenkirchener Bergbau AG, Emil Kirdorf, gehört zu den Unternehmern, die finanzielle Einbußen an die Arbeiter weitergeben: Deren Löhne werden gekürzt und die Arbeitsbedingungen verschärft.

Als 17-jähriger ungelernter Arbeiter fängt August Siegel zu den Boom-Zeiten von Kohle und Stahl in einer Dortmunder Zeche an. Die Willkür, mit der Unternehmer und Vorgesetzte die Löhne und Arbeitszeiten der Bergleute festsetzen, empört ihn. Er setzt sich für gerechtere Löhne und sichere Arbeitsbedingungen ein. Als im Mai 1889 90.000 Bergarbeiter ihre Tätigkeit niederlegen, wird er zum Arbeiterführer. Doch die preußische Armee zerschlägt den Aufstand. Die Arbeitsbedingungen verbessern sich auch nicht, nachdem Kaiser Wilhelm II. eine Streikdelegation empfängt, zu der auch August Siegel gehört. Nach dem Streik muss Siegel seine Frau und Kinder zurücklassen und nach England fliehen. Denn Unternehmer wie Emil Kirdorf sorgen dafür, dass Streikführer nicht nur entlassen, sondern auch verhaftet werden.

1905 kommt es erneut zum Streik, an dem sich 200.000 Arbeiter beteiligen. Obwohl keine konkreten Ergebnisse erzielt werden, wird die SPD 1912 erstmals zur stärksten Fraktion im Reichstag und ebnet den Weg für die Gewerkschaften, die 1918 endlich von den Unternehmern als Vertreter der Arbeiterschaft anerkannt werden.