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Sendungsinhalt: Das Reich des Stahlbarons

  • Eine Bronzefigur von Karl Friedrich Stumm. Stahlbaron Karl Friedrich Stumm; Rechte: WDR
  • Ein junges Paar sitzt an einem Tische gegenüber und hält sich gegenseitig die Hände. Johann Groß und seine Frau ohne Arbeit und Perspektive (Filmszene); Rechte: WDR

Nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 schreitet die Industrialisierung rasch voran, die Nachfrage nach Produkten aus Stahl und Eisen steigt rapide an. Viele Unternehmer werden in kurzer Zeit sehr reich und mächtig. Einer der reichsten und mächtigsten ist Karl Friedrich Stumm. Die Landbevölkerung aber verarmt und wandert ab in die Zentren der Industrialisierung, zu den Stahlwerken und Fabriken. Johannes Groß ist einer von ihnen. Er arbeitet in dem Neuenkircher Stahlwerk, das Stahlbaron Stumm mit "milder und harter Hand" leitet.

Kein deutscher Unternehmer ist im 19. Jahrhundert so umstritten wie Karl Ferdinand Stumm. Er fühlt sich für seine Arbeiter verantwortlich, führt werkseigene Hilfskassen ein, lässt Schulen und Krankenhäuser bauen. Dafür verlangt er aber auch die alleinige Kontrolle über seine Arbeiter. Gewerkschaften und Parteien duldet er genauso wenig in seinem Betrieb wie die katholische Kirche. Arbeiter, die heiraten wollten, müssen ihn vorher um Erlaubnis bitten. Die völlige Entmündigung der Arbeiter ist der Preis seines unternehmerischen Erfolges - einen Preis, den Johann Groß mit dem Leben bezahlt. Er heiratet, ohne zuvor die Einwilligung von Stumm einzuholen. Daraufhin wird er fristlos entlassen. Und weil es sich niemand in der Region mit dem mächtigen Stahlbaron verscherzen will, verliert auch seine Ehefrau ihr Auskommen. Als die beiden beschließen, woanders ihr Glück zu versuchen, werden sie von Gendarmen aufgegriffen und unter Arrest gestellt. Aus Verzweiflung erhängt sich Johann Groß in der Zelle.

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