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Sendungsinhalt: Frauen, Fortschritt, Vorurteil

Zahlreiche zeitgenössische Darstellungen und Spielszenen zeigen die Bandbreite des Frauenlebens in der spätmittelalterlichen Stadt, einem Ort, der den Frauen eine gewisse Selbständigkeit ermöglicht. Neben dem alltäglichen Leben und den Aufgaben der Frau innerhalb der Familie, zu der auch das Gesinde gehörte, wird die berufstätige, bisweilen sogar in Zünften organisierte Frau vorgestellt. Weiteres Thema ist die Tätigkeit von Frauen im sozial-karitativen Bereich. Ausführlich werden das Leben der Frauen in den Klöstern und die damit verbundenen Aufgaben und Perspektiven dargestellt. Zum Ende des Mittelalters schränken Wirtschaftskrisen die beruflichen Möglichkeiten der Frauen ein und schwächen ihre Position innerhalb der Gesellschaft.

Filmskript: Frauen, Fortschritt, Vorurteile

Frauen, Fortschritt, Vorurteile

Kapitelübersicht:

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Die Frau in Bibel und Gesellschaft

00:00 – 02:18

Wer das Bürgerrecht besitzt, kann durch Fleiß und Klugheit zu Wohlstand gelangen. Das gilt - begrenzt - auch für Frauen. Sie sind in allen Bereichen des Lebens vertreten und arbeiten in unterschiedlichen Berufszweigen. Dass in der damaligen Bibelinterpretation die Frau als Sünderin und als minderwertig galt, spielt im Alltag kaum noch eine Rolle. Denn Männer und Frauen sind aufeinander angewiesen.

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Die verheiratete Frau

02:18 – 04:06

Die mittelalterliche Familie ist eine Arbeitsgemeinschaft. Oftmals leben mehrere Generationen miteinander unter einem Dach. Die verheiratete Frau ist die Herrin der Bediensteten, ihr Mann, der Handwerksmeister, ist der Vorstand des Hauses. Er ist ihr juristischer Vormund und vertritt die Familie nach außen. Die Ehefrau ist juristisch und finanziell von ihrem Mann abhängig.

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Die berufstätige Frau

04:06 – 06:25

Die Mehrzahl der Frauen in den Städten ist berufstätig. Häufig arbeiten sie als Handwerkerinnnen in der Werkstatt ihrer Männer. Im Textilhandwerk sind besonders viele Frauen tätig, häufig als Lohnarbeiterinnen. Es gibt sogar Meisterinnen, die sich in größeren Städten zu Zünften zusammenschließen. Die Hebammentätigkeit ist reine Frauensache. Allerdings sind die Möglichkeiten der Geburtshelferinnen begrenzt. Viele Mütter sterben im Kindbett. Allgemein ist die Lebenserwartung im Mittelalter sehr gering.

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Die alleinstehende Frau

06:25 – 09:31

Viele Frauen kommen vom Land in die Städte, aber ihre Hoffnungen auf eine gesicherte Existenz bleiben oft unerfüllt. Unverheiratete Frauen verdingen sich als Mägde und müssen schwer arbeiten. Andere Frauen versuchen sich als Krämerinnen eine Existenz aufzubauen, aber die Lebensbedingungen sind sehr hart. Wer keine Arbeit findet, dem bleibt häufig nur der Weg in die Prostitution. Altersarmut ist ein großes Problem, ohne fehlende soziale Absicherung müssen viele Frauen betteln. Patrizierfrauen geht es wesentlich besser. Sie halten sich vorwiegend im Haus auf. Kinderbetreuung, Handarbeiten und der Empfang von Gästen gehören zu ihren Hauptaufgaben.

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Die Frau im Kloster

09:31 – 12:59

Das Klosterleben bietet Frauen eine Alternative zum Leben in der städtischen Gesellschaft. Nachdem sich die Klöster für bürgerliche Frauen geöffnet haben, finden hier unverheiratete Töchter reicher Stadtbürger eine Heimat. Arme Frauen können sich nicht in ein Kloster einkaufen, aber sie haben die Möglichkeit Laienschwester zu werden. Sie arbeiten als Dienstmägde bei den regulären Ordensschwestern. Im Kloster haben Frauen die Chance auf Bildung und lernen lesen und schreiben. Der Klosteralltag ist streng geregelt, unterteilt in Stunden der Arbeit und des Gebets.

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Aus dem Erwerbsleben verdrängt: Die Frau zu Beginn der Neuzeit

12:59 – Ende

Im ausgehenden Mittelalter lässt die Frömmigkeit nach. Im Zuge der Reformation werden viele Klöster aufgelöst. Auch außerhalb der Klostermauern verändert sich die Welt der Frauen. Nach und nach werden sie aus dem Erwerbsleben verdrängt. Ihr Rolle reduziert sich auf die der Hausfrau und Mutter und ihr Einfluss auf das öffentliche Leben schwindet.