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Inhalt der Reihe

Im ersten nachchristlichen Jahrtausend verlagerte sich der Schwerpunkt der jüdischen Diaspora immer mehr vom Nahen und Mittleren Osten nach Europa. Dort leistete die jüdische Bevölkerung Entscheidendes für die Entwicklung der Städte, des Handels und der Kommunikation. Zentrum des jüdischen Lebens waren bereits in der karolingischen Zeit die Niederungen beiderseits des Oberrheins. Hier waren die jeweiligen jüdischen Gemeinden für die Entwicklung der Städte Speyer, Worms, Straßburg und Mainz mitentscheidend. Mit ihrer Siedelung im Rheintal übernahmen die neuen Siedler auch hiesige Gebräuche in ihre Kultur auf – vor allem übernahmen sie Wörter und Struktur des Mittelhochdeutschen in ihre Alltagssprache, das "Jiddisch" entstand. Die friedliche Duldung fand ein Ende, als der Kreuzzugsgedanke von Rom aus beinahe ganz Europa ergriff. Überall fanden sich Demagogen, die gegen die "Christusmörder" hetzten und die Juden der ungeheuerlichsten Verbrechen beschuldigten. Die Geschichte der Juden im Mittelalter im Rheinland ist daher auch von Massakern und Verfolgungen geprägt, die stets auf falschen Vorwürfen gegründet waren. Doch trotz dieser schwierigen Beziehungen zu den Christen hat sich das kollektive jüdische Gedächtnis eine besondere Zuneigung für diese Regionen beiderseits des Rheins erhalten. Neben dem gelobten Land Israel vertritt das Rheinland das andere Land, das vielen Juden nahe am Herzen liegt. So nennen sie es "d'Heim", das Haus.

  • König Armleder sticht einen Juden nieder (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

    Zimberlin, genannt „König Armleder“ ist an der Ermordung von Juden beteiligt

  • Gemälde: Zwei Männer sitzen an einem Tisch, auf dem Geldmünzen liegen. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

    Jüdischer Verleiher beim Geldhandel

In zwei Folgen spürt die Dokumentation den zwei Seiten dieser jüdischen Geschichte nach: der kulturellen Blüte der jüdischen Gemeinden, die eine große Bedeutung für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der frühen Städte im Rheintal hatte. Erzählt wird aber auch vom aufkommenden Neid und Hass, von Vertreibung und Vernichtung – mit Stereotypen, die ihre Fortführung im Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhundert finden. Mit Aufnahmen von Originalschauplätzen, überlieferten Zeugnissen und in Gesprächen mit den weltweit führenden Spezialisten zu diesem Thema führen die beiden Sendungen den Zuschauer zurück in die Zeit zwischen 900 und 1550. [Zur Sendungsübersicht]

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Multimedia

Zum Thema gibt es mehrere interaktive Angebote: Der jüdische Festkalender / Zeitreise Judentum / Die Synagoge / Koscheres Essen

MultimedialMultimedia [diverse Flash-Applikationen]
Screen einer Animation (Quelle: SWR) Multimedial

  • Externer LinkZur Info - Weitere Informationen zur Sendereihe

    Hier erhalten Sie weitere Informationen zu den Sendungen der Reihe „Die Juden im Mittelalter“: Sendetermine, Fächer, Klassenstufe, Mediennummern, Produktionsanstalt und Sendelänge