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Unterricht: Frauenbilder verändern sich

Hauptanliegen dieser Sendung ist es, den Wandel von gesellschaftlichen Leitbildern in der Geschichte der Bundesrepublik zu zeigen. Sie stellt die allmähliche Veränderung solcher Normen dar und fragt nach den Ursachen für diese Veränderungen am Beispiel der Frauen in der Bundesrepublik. Insofern bietet die Sendung auch einen Überblick über die Geschichte der Frauen vom Kriegsende bis in die achtziger Jahre.

Zwischentitel strukturieren die Sendung. Dadurch ergeben sich fünf chronologisch aufeinander folgende Sequenzen, die jeweils durch ein neues vorherrschendes Frauenbild geprägt sind.

Anregungen zur Unterrichtsgestaltung

Als roter Faden für die Erarbeitung des gesamten Themas bietet sich die Frage an:

  • Seit 1949 ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen Verfassungsgrundsatz, warum wird dieser Anspruch immer noch nicht überall verwirklicht?
Die Zwischentitel markieren jeweils den Beginn einer neuen Phase in der Entwicklung der gesellschaftlichen Leitbilder und sind deshalb auch Stellen, an denen die Sendung unterbrochen und das Charakteristische des eben gesehenen Abschnitts festgehalten werden könnte, z.B. durch folgende Fragen:
  • Was ist typisch für das Frauenbild dieses Zeitabschnitts?
  • Inwiefern stimmt es mit der Lebenswirklichkeit der Frauen überein?
(Hier lässt sich anhand des Bildmaterials leicht erarbeiten, dass die jeweilige Norm immer nur für einen Teil der Frauen erfüllbar war).

Anschließend ist es sinnvoll, die Frage nach den Ursachen zu stellen, die zu dem Frauenbild geführt haben, beispielsweise:
  • Wie kam es, dass in den 50er Jahren das Leitbild der tüchtigen berufstätigen Frau verschwand?
  • Warum war es auf einmal vorbildlich, Hausfrau und Mutter zu sein?
Über die Sendung hinaus führt die Frage:
  • Wer macht eigentlich solche Leitbilder: Politiker? Medien? die Wirtschaft, z.B. durch Werbung? Männer? die Frauen selbst?
Es wäre wünschenswert, wenn die Schüler am Ende der Sendung, die ja bis an die Gegenwart heranführt, das Bedürfnis hätten, über ihre eigene Situation zu sprechen, etwa:
  • Welches Frauenbild ist heute »in«?
  • Welche geschlechtsspezifischen Leitbilder vermitteln die von vielen Jugendlichen bevorzugten Zeitschriften, z.B. Bravo, Girl?
  • Gelten für Jungen und Mädchen heute dieselben Verhaltensnormen?
  • Wie wird z.B. ein Mädchen beurteilt, das häufig einen neuen Freund hat wie im umgekehrten Fall ein Junge?
  • Welche Berufswünsche gibt es in der Klasse?
  • Welche Berufe werden in der Bundesrepublik vor allem von Jungen welche von Mädchen ergriffen?
Die gesamte Thematik der Sendung ließe sich noch einmal durch die Frage aufgreifen:
  • Wie haben sich die Leitbilder für Frauen im Laufe der Jahre verändert?
  • Haben Frauen heute mehr Spielraum, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, als früher?

Die aufeinander folgenden gesellschaftlichen Leitbilder der späten 40er, der 50er, 60er, 70er und 80er Jahre betonen jeweils einen im vorhergehenden Zeitabschnitt zu kurz gekommenen Aspekt und grenzen sich von der zuvor herrschenden Norm meist deutlich ab: So dürfen und müssen die verheirateten Frauen in den 50er Jahren wieder schwächer und unselbständiger sein als die meist allein lebenden Nachkriegsfrauen, von denen Tüchtigkeit gefordert wurde. Auf das asexuelle Hausfrauen- und Mütterideal der 50er Jahre folgen die jungen Frauen der 60er Jahre, die ihre sexuelle Attraktivität selbstbewusst zur Schau stellen sollen. Die Hervorhebung und Vermarktung weiblicher Sexualität stößt auf die Kritik der emanzipierten Frauen in den 70er Jahren. Sie betonen, dass Frauen zunächst ihre eigenen Interessen erkennen und gesellschaftlichen Forderungen durchsetzen sollen, unabhängig von den Männern und falls erforderlich auch gegen sie. Die emanzipierte Frau der 70er gilt in den 80er Jahren als eher unweiblich. Mutterschaft als natürliche Bestimmung und sogar als Privileg von Frauen wird wieder diskutabel, besonders da zu Beginn der 80er Jahre und erneut nach der Wiedervereinigung hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Dennoch wird Frauen das Recht auf Berufstätigkeit nicht mehr grundsätzlich streitig gemacht. Sie erkaufen es aber oft mit der Mehrfachbelastung durch Familie, Haushalt und Beruf.

Die Gegensätzlichkeit der vorherrschenden gesellschaftlichen Leitbilder wird durch die Filmschnitte oft betont. Ein Beispiel: Auf die gebrechliche alte Frau am Ende der 50er-Jahre-Sequenz folgt das wohlgefällig, die eigene Schönheit genießende junge Fotomodell der frühen 60er. Die Schüler sollen dadurch aufmerksam gemacht und zu Fragen angeregt werden.