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Hauptanliegen dieser Sendung ist es, den Wandel von gesellschaftlichen Leitbildern in der Geschichte der Bundesrepublik zu zeigen. Sie stellt die allmähliche Veränderung solcher Normen dar und fragt nach den Ursachen für diese Veränderungen am Beispiel der Frauen in der Bundesrepublik. Insofern bietet die Sendung auch einen Überblick über die Geschichte der Frauen vom Kriegsende bis in die achtziger Jahre.
Zwischentitel strukturieren die Sendung. Dadurch ergeben sich fünf chronologisch aufeinander folgende Sequenzen, die jeweils durch ein neues vorherrschendes Frauenbild geprägt sind.
Als roter Faden für die Erarbeitung des gesamten Themas bietet sich die Frage an:
Die aufeinander folgenden gesellschaftlichen Leitbilder der späten 40er, der 50er, 60er, 70er und 80er Jahre betonen jeweils einen im vorhergehenden Zeitabschnitt zu kurz gekommenen Aspekt und grenzen sich von der zuvor herrschenden Norm meist deutlich ab: So dürfen und müssen die verheirateten Frauen in den 50er Jahren wieder schwächer und unselbständiger sein als die meist allein lebenden Nachkriegsfrauen, von denen Tüchtigkeit gefordert wurde. Auf das asexuelle Hausfrauen- und Mütterideal der 50er Jahre folgen die jungen Frauen der 60er Jahre, die ihre sexuelle Attraktivität selbstbewusst zur Schau stellen sollen. Die Hervorhebung und Vermarktung weiblicher Sexualität stößt auf die Kritik der emanzipierten Frauen in den 70er Jahren. Sie betonen, dass Frauen zunächst ihre eigenen Interessen erkennen und gesellschaftlichen Forderungen durchsetzen sollen, unabhängig von den Männern und falls erforderlich auch gegen sie. Die emanzipierte Frau der 70er gilt in den 80er Jahren als eher unweiblich. Mutterschaft als natürliche Bestimmung und sogar als Privileg von Frauen wird wieder diskutabel, besonders da zu Beginn der 80er Jahre und erneut nach der Wiedervereinigung hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Dennoch wird Frauen das Recht auf Berufstätigkeit nicht mehr grundsätzlich streitig gemacht. Sie erkaufen es aber oft mit der Mehrfachbelastung durch Familie, Haushalt und Beruf.
Die Gegensätzlichkeit der vorherrschenden gesellschaftlichen Leitbilder wird durch die Filmschnitte oft betont. Ein Beispiel: Auf die gebrechliche alte Frau am Ende der 50er-Jahre-Sequenz folgt das wohlgefällig, die eigene Schönheit genießende junge Fotomodell der frühen 60er. Die Schüler sollen dadurch aufmerksam gemacht und zu Fragen angeregt werden.
© Text: Lotte Fehrle
