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Unterricht: 1968: Jugend revoltiert

Die Sendung stellt die Ursachen für die Studentenunruhen und deren Verlauf aus der Sicht der damaligen Jugendlichen dar. Insofern ergreift sie auch Partei. Einige der Konfliktpunkte werden auch heutige Schüler vermutlich noch ansprechen (z.B. Generationskonflikt) und ihnen eine teilweise Identifikation mit den Akteuren von '68 ermöglichen.

Die Sendung zeigt die Gründe für die Unzufriedenheit der damaligen jungen Generation, ihre politischen Zielvorstellungen und Wünsche im Hinblick auf eine andere Lebensweise. Es wird dargestellt, wie sich unter dem Einfluss der Revolte das Alltagsleben und die politische Landschaft in der Bundesrepublik veränderten, obwohl nach dem Attentat auf Dutschke, der Verabschiedung der Notstandsgesetze und dem Einmarsch der Warschauer Pakt-Truppen in die CSSR die Ziele der Studentenbewegung gescheitert schienen und die Bewegung sich auflöste.

Anregungen zur Unterrichtsgestaltung

Der Anfang stellt Bilder von Jugendlichen (Studenten in Tübingen Ende der 50er Jahre und 1970 bei einem Pop-Festival auf Fehmarn) gegenüber. Folgende Fragen drängen sich auf:

  • Welches neue Lebensgefühl drückt das veränderte Aussehen und Auftreten der Jugendlichen aus? Wie kam es innerhalb von wenigen Jahren zu so grundlegenden Veränderungen?
Zur Sequenz "Auslöser der Revolte" könnte man den Schülern den folgenden Auftrag geben:
  • Was hat die braven, angepassten Studenten zur Revolte getrieben?
  • Worüber empörten sie sich?
Der Hinweis, dass Demonstrationen bis 1967 etwas ausgesprochen Ungewöhnliches waren, sollte zusätzlich gegeben werden. Nach den (kurzfristigen) Auslösern werden die tieferliegenden Ursachen der Revolte gezeigt. Es muss schon ein länger angehäuftes, bisher verstecktes Unzufriedenheitspotential gegeben haben, damit so massive Protestaktionen mehr als ein Jahr lang stattfinden konnten. Ein Beobachtungsimpuls für den Abschnitt "Gründe für die Revolte" könnte deshalb lauten:
  • Warum waren die Jugendlichen mit ihrer Situation unzufrieden?
Da die Sequenz ziemlich komplex ist, ist auch eine Teilung der Klasse in kleine Gruppen möglich und sinnvoll. Dabei könnte eine Gruppe auf die mehr persönlichen Gründe der Jugendlichen für die Revolte achten (Stichwort: Generationskonflikt), eine andere auf die politischen. Als Leitfrage hierfür könnte dienen:
  • Warum waren viele Menschen mit der politischen Situation in der Bundesrepublik unzufrieden?
Den Verlauf der Studentenproteste erfassen folgende Fragen:
  • Welche Ereignisse waren besonders wichtig, und wie werden die Protestierenden darauf reagiert haben?
  • Welche Ereignisse haben die Studenten besonders empört, schockiert, entmutigt, eventuell auch mit dem Staat wieder versöhnt?
(Hinweis auf den Regierungswechsel zur sozial-liberalen Koalition und ihren Reformkurs.) Für die Folgen der 68er Revolte, wie sie in den beiden Schluss-Sequenzen behandelt werden, bieten sich als Beobachtungsaufträge an:
  • Welche der Veränderungen haben das alltägliche Leben besonders stark beeinflusst?
  • Welche dieser Veränderungen haltet ihr für besonders wichtig / besonders positiv bzw. problematisch?
Szenen wie die Kinderladen-Ausschnitte werden vermutlich die Schüler auch emotional ansprechen und Stoff für eventuelle Diskussionen bieten. Etwa:
  • Ist es sinnvoll, Kindern zu erlauben, sich in dieser Form auszuleben?
  • Was haben die 68er sich von dieser Art der Erziehung versprochen?
  • Wie würden wir heute diese Erziehungsformen beurteilen?
Anknüpfungspunkte an eigene Erfahrungs- bzw. Interessensbereiche bieten auch die Themen: Konflikte zwischen Eltern und Kindern um den "richtigen" Kleidungsstil und neue Beziehungsformen zwischen Männern und Frauen. Die von den Kommunen propagierte sexuelle Freizügigkeit kann durchaus auch kritisch gesehen werden als Ausbeutung gerade der Frauen bei innerer Beziehungs- und Lieblosigkeit. Für den Schlussteil eignet sich die Frage:
  • Wie hat sich nach '68 das politische Leben in der Bundesrepublik verändert?
Für eine Stoffwiederholung bieten sich folgende Fragen an:
  • Warum haben die Väter und Mütter des Grundgesetzes in der Verfassung nicht gleich eine stärkere demokratische Beteiligung der Bürger vorgesehen?
  • Warum musste dieses "Mehr an Demokratie" erst von den Bürgerinitiativen erkämpft werden?
Den gesamten Themenkomplex könnte man abschließend noch einmal folgendermaßen zur Diskussion stellen:
  • Was hat die Jugendrevolte von 1968 eigentlich gebracht?
  • War sie eher ein Erfolg oder ein Fehlschlag?
Da die Sendung das komplexe Ursachengeflecht für die 68er Revolte darzustellen versucht und den Verlauf der Studentenunruhen nachzeichnet, muss eine Vielzahl von Ereignissen und gesellschaftlichen Strukturen behandelt werden. Die Sendung ist so konzipiert, dass die Schüler den Film zunächst nicht unvorbereitet in einem Stück sehen sollten. Die Zwischentitel gliedern die Sendung in vier Abschnitte, und es empfiehlt sich, die einzelnen Sequenzen evtl. unter gezielten Beobachtungsaufgaben gesondert zu besprechen. Erst danach ist ein Ansehen der Sendung ohne Unterbrechung sinnvoll.