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Carsten Peter erforscht Höhlensysteme; Rechte: SWR/ Schwenk/ Bardoux
Krater, entstanden nach dem Aufbrechen eines Gletscher- sees 1892; Rechte: SWR
Das Phänomen riesiger Schmelzwasserseen im Innern von Gletschern ist so gut wie unerforscht. Die vom Eis eingeschlossenen Wassermassen bewegen sich mit dem Gletscher langsam nach unten und entleeren sich normalerweise auf diesem Weg. Was aber passiert, wenn das nicht stattfindet? Lediglich ein solcher Fall ist bislang in Europa aktenkundig: Am 11. Juli 1892 hatte ein Schmelzwassersee im Innern des Tete-Rousse-Gletschers, in 3200 Meter Höhe, explosionsartig die obere Eisschicht weggesprengt. In einer Fontäne schoss Wasser heraus und baute sich in kurzer Zeit zu einer gewaltigen Wasserwand auf, die sich unbemerkt nach unten wälzte: 200 Opfer forderte die glaziale Flutwelle. Wegen der globalen Erwärmung und der damit verbundenen Schmelze der Alpengletscher könnte sich solch eine Naturkatastrophe wiederholen, fürchten Gletscherforscher. Am Mont Blanc versuchte deshalb ein deutsch-französisches Wissenschaftlerteam mehr über die Geheimnisse der Gletscher zu erfahren. Carsten Peter und Luc Moreau stießen sogar ins Innerste vor und erkundeten die Gletscherhöhlen im ersten Tauchgang am Mont Blanc – festgehalten mit der Unterwasserkamera! Ebenso spektakulär sind die extremen Zeitrafferaufnahmen der Bewegung der Gletscher. Diese Dynamik des Eises und die Änderungen von Mächtigkeit und Wasserdurchfluss versuchen die Wissenschaftler zu verstehen. Es geht um die zukünftige Wasser- und Energieversorgung und nicht zuletzt darum, eine Katastrophe wie vorüber 100 Jahren zu verhindern.
© Text: Wolfgang Biederstädt
