zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Kurz vorgestellt - alle Sendungen im Überblick

Theodor Fliedner

Theodor Fliedner (1800 - 1864) wurde schon als junger Pfarrer mit den sozialen Problemem in seiner Gemeinde konfrontiert. Die Schließung der Samtfabrik, die den meisten Einwohnern Arbeit gab, traf ihn tief. Er resiginierte jedoch nicht, sondern reiste im Rheinland, um Spenden für seine Gemeinde zu sammeln. Bei einer Reise nach England lernte er die damals schon legendäre Elisabeth Fry kennen, die sich um Verbesserung der erbärmlichen Lage in den Arresthäusern bemühte. Diese Begegnung veranlasste ihn, nach Deutschland zurückgekehrt, u.a. die Gefangenenseelsorge in Düsseldorf aufzubauen. Außerdem kümmerte er sich um die Verbesserung der Krankenpflege, indem er eine für die damalige Zeit fundierte Ausbildung anbot. Daraus entstand das Mutterhaus für Diakonissen in Kaiserswerth. Schon wenige Jahre nach der Gründung wurden zahlreiche deutsche Krankenhäuser von Diakonissen geführt. Darüberhinaus waren sie bis in den Nahen Osten und selbst in den USA tätig. [mehr]

nach oben

Gustav Werner

Gustav Werner (1809 - 1887) war Pfarrer und betonte stets die aktive Seite des Glaubens. Die heranwachsende Industrie verdrängte das Handwerk und machte viele Menschen arbeitslos. Werner gründete im Schwarzwald christliche Genossenschaften für Menschen, die keine Arbeit hatten. Sie sollten dort gemeinsam leben und arbeiten. Werner kaufte mehrere Fabriken, um aus dem Gewinn den Unterhalt für Alte, Behinderte und Kranke zu finanzieren und Waisen eine Ausbildung zu ermöglichen. Doch die Ausgaben für die sozialen Leistungen waren höher als die Arbeitseinnahmen. Die Idee, konkurrenzfähige Wirtschaftsunternehmen und soziale Arbeit zusammenzubringen, scheiterte. Sie bereitet auch heute, wo Begriffe wie 'Leanmanagement' und 'Shareholder Value' die Wirtschaft prägen, Betrieben, die Behinderte beschäftigen, zunehmend Probleme. [mehr]

nach oben

Johann Hinrich Wichern

Hamburg im Jahr 1833: Die Industrialisierung forderte ihre Opfer. Die Kluft zwischen arm und reich wuchs. Familien verwahrlosten, Krankheiten breiteten sich aus und Kinderarbeit war an der Tagesordnung. 250 Kinder waren wegen krimineller Delikte im Gefängnis. In diesem Jahr gründete der Theologe Johann Hinrich Wichern (1806 - 1881) eine Verwahranstalt für Kinder: 'das Rauhe Haus'. Nicht harte Strafen sondern Verständnis und Liebe prägten die Erziehung. Darstellungen der gegenwärtigen sozialen Probleme Hamburgs zeigen die Aktualität dieses Ansatzes. Wichern bildete für die Arbeit Diakone aus und gründete die erste Zeitschrift, die sich mit sozialen Fragen beschäftigte: die 'Fliegenden Blätter'. 1848 rief er in einer berühmt gewordenen Rede auf dem Wittenberger Kirchentag dazu auf, die evangelische Sozialarbeit zu organisieren. Dies war die Geburtsstunde der verfassten Diakonie. Der Film beleuchtet die politischen Hintergründe dieser bewegten Zeit, in der z.B. Marx in seinem Kommunistischen Manifest zur Revolution aufrief. [mehr]

nach oben

Friedrich von Bodelschwingh

Die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel sind bekannt als große Einrichtung für Behinderte und Epilepsiekranke. Doch wer weiß, dass hier seit 100 Jahren wohnungslose Menschen Wohnung und Arbeit finden? Der Landwirt und Theologe Friedrich von Bodelschwingh, der seit 1871 eine Diakonissen - und Epilepsieanstalt in Bielefeld leitete, gründete angesichts der Massenarmut um ihn herum eine Arbeiterkolonie. Sie bot heimatlosen Menschen Unterkunft und Arbeit - entweder in der Behinderteneinrichtung - oder außerhalb in der Landwirtschaft. Damit legte er die Basis moderner Wohnungslosenarbeit, deren Kern die Hilfe zur Selbsthilfe war. Bodelschwingh sah die Ursachen der Probleme nicht in Krankheit und Behinderung sondern in den Auswirkungen der Armut. Ihn interessierte nicht, ob jemand wegen Behinderung oder als Bettler ohne Arbeit und Wohnung von Familie und Freunden verstoßen wurde - heimatlos waren beide. So wurde Bethel eine Zuflucht für Ausgegrenzte aller Art. Der Gedanke, entwurzelte Menschen eine Heimat zu bieten, prägt die Arbeit in Bethel bis heute. [mehr]

nach oben

Eva von Tiele-Winckler

Eva von Thiele (1866 - 1930) stammte aus einer reichen Industriellenfamilie. Sie erkannte die sozialen Probleme ihrer Zeit, zweifelte aber die gesellschaftliche Ordnung nicht an, sondern sah vor allem die Hilfe für den einzelnen Menschen als notwendig an. Nach einer Krankenpflegeausbildung in Bethel, wo sie Friedrich von Bodelschwingh kennenlernte, gründete sie mit Hilfe des väterlichen Vermögens in ihrem oberschlesischen Heimatort Miechowitz ein Haus für heimatlose Kinder und Kranke. Später gründete sie eine Schwesternschaft und bildete Diakonissen für die Krankenpflege und Kindererziehung aus. Eva von Tiele-Winckler war eine der ersten Frauen in einer Führungsposition in der Diakonie. [mehr]

nach oben

Eugen Gerstenmaier

Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg herrschten in Deutschland Hunger, Wohnungsnot und Trauer um die Vermissten und Gefallenen. Oft waren die Kirchen die einzigen Anlaufstellen, wenn es um existenzielle Lebensfragen ging. In dieser Situation gründete der Theologe Eugen Gerstenmaier (1906 - 1986) das evangelische Hilfswerk, das Hilfslieferungen aus den USA und den anderen Ländern für Deutschland organisierte. Gerstenmaier, der in Nazi-Deutschland im Widerstand tätig war, galt als ein glaubhafter Fürsprecher für das notleidende Deutschland. Ein weiterer Schwerpunkt des Hilfswerkes lag darin, Menschen Unterkünfte zu besorgen oder ihnen zu helfen, sie aus Trümmern und Lehm selbst zu bauen, wie zum Beispiel die Siedlung 'Heilsberg' in der Nähe von Frankfurt/Main. [mehr]

nach oben