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Die Sendung scheint maßgeschneidert für den Erdkundeunterricht der 9./10. Klasse in Rheinland-Pfalz zu sein (und ist in den anderen Bundesländern beim Thema Konversion/Strukurwandel entsprechend einsetzbar). Unter dem Thema 10.1 „Strukturwandel im Wirtschaftsraum Deutschland“ (Lehrplan Erdkunde Rheinland-Pfalz, Seine 54 f.; Seite 74 f.) kommt der „Kenntnis von Faktoren, die Wirtschaftsräume in Deutschland prägen“ eine grundlegende Bedeutung zu. Die nächstgenannten Teilthemen des Lehrplanes 10.1.1 „Einblick in ein Planungsvorhaben im Heimatraum“, 10.1.2 „Kenntnis ausgewählter Wirtschaftsräume im vereinten Deutschland (Strukturwandel, ländlicher Raum, …)“ und 10.1.3 „Einsicht in die Notwendigkeit von Umweltschutzmaßnahmen“ bilden den konkreten fachkundlichen Bezug für diesen Unterrichtsvorschlag.
Bei der Planung wurde an einen fächerübergreifenden Einsatz mit dem Fach Deutsch und dem Wahlpflichtfach Wirtschafts- und Sozialkunde gedacht. Unberücksichtigt bleiben dagegen die Einsatzmöglichkeiten der Sendung im Fach Geschichte unter dem Aspekt der Folgen der Wiedervereinigung sowie die Behandlung der angesprochenen Situation der „Russlanddeutschen“ im Fächerverbund Geschichte/Deutsch/Religion/Ethik. Konkret sieht der Unterrichtsvorschlag zu dieser Sendung drei Teilbereiche vor, die inhaltlich aufeinander aufbauen, aber in sich abgeschlossen sind.
Der erste Teilbereich ist als Einstieg in die Thematik über die topographische Annäherung gedacht. Ausgehend von der Erfahrung eines Freundes, der mit einem „Low-Cost Carrier“ bei der Buchung einer Städtereise feststellen musste, dass der angeflogene Flughafen nicht in der Nähe einer europäischen Metropole lag, so wie es der Name des Flughafen vermuten ließ, sondern recht weit davon entfernt, soll auch hier zunächst auf den Namen Frankfurt Hahn eingegangen werden (Wer möchte, kann den diesbezüglichen Rechtsstreit zwischen Lufthansa und Ryanair im Internet nachvollziehen, zum Beispiel per Google-Suche: Jusline + Frankfurt Hahn).
Über eine kurze Hinführung (Lehrervortrag: Buchung einer Städtereise mit Billiganbieter) gelangt man zum gemeinsamen Betrachten einer kurzen Sequenz der Sendung. Zunächst wird nur die Eingangssequenz bis zum ersten Interview mit Manfred Strauß gezeigt. Impuls: Frankfurt? Dies reicht aus, um sich mit Hilfe von Arbeitsblatt 1 mit der Lage des Hahn zu beschäftigen. Lediglich der Begriff „Low-Cost Carrier“ fällt während dieser Phase nicht und bleibt zunächst offen.
Arbeitsblatt 1 wird von den Schülern alleine oder mit einem Partner erarbeitet. Dabei ist zu beachten, dass die Schüler nicht alle gleichzeitig die Filmsequenz erneut schauen werden beziehungsweise im Internet nach Informationen suchen. Die Organisation des Unterrichts muss auf das unterschiedliche Lerntempo vorbereitet sein und eher mit Stationen arbeiten: Rheinland-Pfalz-Atlas, Internet und Sendung. Am Ende steht die Frage, warum genau hier ein internationaler Flughafen inmitten des Hunsrücks entstand.
Mit der Klärung dieser Frage beschäftigt sich der zweite Teilbereich des Unterrichtsvorschlages. Der Strukturwandel „auf dem Hahn“ von der Airbase zum Zivilflughafen lässt sich von den Schülern mit dieser Sendung in den Grundzügen erarbeiten. Dabei erkennen sie, dass viele Dinge in einer Ursache-Folge-Kette stehen und nicht alle Probleme von den Menschen in der Region ohne Hilfe von außen zu lösen sind. Die Aufgaben der Raumplanung insbesondere im ländlichen Raum können sich hier thematisch anbinden lassen.
Es ist geplant, zunächst die ganze Sendung gemeinsam zu sehen. Davor werden drei Phasen benannt:
1. Der Hahn als Airbase der amerikanischen Streitkräfte
2. Der Hahn in der Übergangsphase ohne die Amerikaner und
3. Der Hahn als internationaler Flughafen Frankfurt Hahn.
Jeder Schüler wird einem Thema zugeordnet, für welches er nach der Sendung Experte ist. Ob jeder Schüler alleine oder in der Gruppe alle drei Phasen erarbeiten soll oder ob man nur jeweils eine Phase erarbeiten lässt und später im Gruppenpuzzle zur Gesamtbetrachtung kommt, bleibt offen.
Mit dem Arbeitsblatt 2 wird lediglich der Versuch gemacht, den Schülern eine Orientierung bei der Darstellung ihrer Ergebnisse zu geben. Dabei ist es durchaus denkbar, dass viele Schüler diese Hilfe nicht benötigen und eigene Möglichkeiten finden, ihre Ergebnisse zu strukturieren. Daher gibt es für das Arbeitsblatt 2 auch keinen „Lösungsvorschlag“.
Den einzelnen Gruppen sollte Gelegenheit gegeben werden, die Sendung mehrfach betrachten zu können. Wer möchte, kann für die Phase der gemeinsamen Betrachtung einen Beobachtungsbogen einsetzen, der hilft, „wichtige“ Informationen gezielt zu finden.
Zum Schluss der Unterrichtsreihe soll die Frage erörtert werden, welche Folgen die Entwicklungen auf dem Hahn haben beziehungsweise haben werden. Zusammen mit dem Fach Deutsch ist hier an eine dialektische Erörterung gedacht, die zeigt, dass es zur Entwicklung des Flughafens Hahn Pro- und Kontra-Stimmen gibt.
Zu diesem Zweck untersuchen die Schüler die Sendung ab der Sequenz „Betriebe in der Region“ bis zum Schluss mit Hilfe des Arbeitsblattes 3 genauer und informieren sich unter den genannten Links im Internet. Das „Perspektivenwechselspiel“ fördert die Aktivität der Schüler und sollte trotz des Aufwandes durchgeführt werden.
Wichtig ist, am Ende im Plenum die Gruppenergebnisse zu besprechen und eine gemeinsame Dokumentation vorzunehmen. Neben der schriftlichen Ausarbeitung der Ergebnisse als Aufsatz ist es denkbar, dass die Schüler ihre Ergebnisse in Form von Plakaten, als PowerPoint-Präsentation, als Diskussionsrunde et cetera darstellen.
Wer Zeit und Lust hat, kann im Rahmen eines Projektes die Medienkompetenz der Schüler ausbauen und mit der Kamera eine Diskussion zum Thema „Der Hahn muss fliegen“ aufnehmen, die sich am Format der Sendung „Reiss und Leute“ (Regionalprogramm des SWR Rheinland-Pfalz) orientieren kann.
© Text: Ingo Lücking (Lehrer für Deutsch, Erdkunde, Geschichte; Konrektor der Realschule Rheinzabern; beratender Lehrer Multimediales Schulfernsehen)
