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Der größte globale Wasserverbraucher und gleichzeitig Verschwender ist die Landwirtschaft. Mehr als 40 Prozent der Weltnahrungsmittel werden mit künstlicher Bewässerung erzeugt. Rinderzucht in der Wüste, Baumwollfelder in der asiatischen Steppe, Weizenernte in den Tropen. Für die Erfolge der „Grünen Revolution" zahlen die Menschen einen hohen Preis. Zwar sorgt die künstliche Bewässerung im großen Stil weltweit für Rekordernten. Gleichzeitig versiegen gigantische Flüsse, bevor sie das Meer erreichen. Der Aralsee liegt im Sterben. Fruchtbare Böden versalzen und die Übernutzung zerstört das Gleichgewicht der Natur. Ob in Äthiopien oder in den USA – überall kämpfen Bauern gegen die Versteppung oder Verwüstung ihres einst fruchtbaren Ackerlandes. Falsche Bewässerungstechniken und undichte Leitungen verschwenden das blaue Gold der Bauern ebenso wie aufwändige Prestigeprodukte und Wasser schluckende Monokulturen. Agrarexperten sehen in den landwirtschaftlich genutzten Regionen der Welt das größte Einsparpotenzial für Wasser: durch effektivere Bewässerungsmethoden und nachhaltige Planung. Auf Kuba haben Bauern aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt: Windmühlen kommen zum Einsatz, dazu Wasser sparende Mischkulturen und genügsame Rinder. Im Hochland von Äthiopien stauen mit Steinen gefüllte Drahtgeflechte, die „Gabions“ das Wasser. Bessere Leitungen, ein Netz von Wetterstationen und computergesteuertes Wassermanagement sorgen in Kalifornien für Einsparungen bis zu 30 Prozent – nach dem Prinzip „more crop per drop". In der Negev-Wüste in Israel forscht das „Jacob-Blaustein-Institut für Wüstenforschung“, wie Brackwasser aus großen Städten für die Bauern recycelt werden könnte. In Indien verbreitet die Ökoaktivistin Vandana Shiva Wasser sparende Nutzpflanzen. Die Verfechter der Genmanipulation verfolgen einen anderen Ansatz: Sie züchten Pflanzen, die mit weniger oder salzigerem Wasser gedeihen. In Usbekistan wiederum beeinflussen die Bauern gar die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung: Um ihre vom Baumwollanbau versalzenen Böden zu entlasten, steigen sie auf Wasser sparende Kartoffeln um. Mittlerweile begreift man: Wasser – das Elixier der Bauern – ist zu kostbar, um weiterhin im großen Stil verschwendet zu werden.
