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„Wer mit dem Nilwasser spielt, erklärt uns den Krieg!" Die Drohung des einstigen ägyptischen Präsidenten Anwar el-Sadat galt den Oberanrainern des längsten Flusses der Welt, denen, die eigentlich an der Quelle sitzen. Experten sind sich sicher, dass solche Drohungen bald an der Tagesordnung sind, denn die Trinkwasserreserven werden knapp. Die Kriege dieses Jahrhunderts werden nicht um Öl, sondern um Wasser geführt – die These ist nicht so leicht von der Hand zu weisen. Tatsächlich besitzt Wasser Eigenschaften, die es dazu prädestiniert, zum Auslöser zwischenstaatlicher Konflikte zu werden. Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung leben vom Trinkwasser aus Flüssen, die vor politischen Grenzen nicht halt machen. Einige Staaten wie Ägypten hängen vollständig vom Zufluss aus dem Ausland ab. Wasser, oder besser der Wasserentzug, kommt zunehmend als Mittel der Erpressung, als politische Waffe zum Einsatz: Staudämme werden gebaut, Flüsse umgeleitet und dem Nachbarn nicht selten buchstäblich das Wasser abgegraben:

  • Mann schaut auf einen Stausee (Quelle: Deutsche Welle)Stausee in der Türkei
  • ausgedörrter Boden (Quelle: Deutsche Welle)Syrien: ausgedörrter Boden
  • Als die israelischen Truppen die Golanhöhen eroberten, sicherten sie sich die Kontrolle über den Jordan und über das Grundwasser in der Westbank.
  • Vom Atatürk-Staudamm fließt das Euphrat-Wasser in den bisher wasserarmen und unterentwickelten Süden der Türkei.
  • Wasser aus dem Lake Mead, einem fast 200 Kilometer langen Stausee, hält die Wüstenstadt Las Vegas am Leben.
  • Im Colorado-Delta in Mexiko wird anschaulich, wie verheerend sich die jahrzehntelange Übernutzung eines grenzüberschreitenden Flusses auf einen Nachbarn auswirken kann.
  • Durch den Toschka-Kanal in Ägypten werden täglich Milliarden Liter Nilwasser gepumpt, um binnen weniger Jahre eine Mondlandschaft in einen Garten Eden zu verwandeln.
  • Um dem Teufelskreis von Dürren und mageren Ernten zu entgehen, beginnt Äthiopien damit, erste Anlagen zur besseren Nutzung des Nilwassers zu errichten.
  • Durch den Tehri-Damm in Indien werden fruchtbare Täler von Gangeszuflüssen überschwemmt, um zwei Bundesstaaten und den Großraum von Neu-Delhi mit Strom und Wasser zu versorgen.
  • Der Katse-Damm versorgt Lesotho mit Strom und den Ballungsraum Johannesburg mit Wasser.
  • Katse-Damm (Quelle: Deutsche Welle)

    Katse-Damm, Lesotho

  • fruchtbare Täler (Quelle: Deutsche Welle)

    Himalaya: fruchtbare Täler sind durch ein Staudamm-Projekt gefährdet

  • Mann schaut auf Staudamm (Quelle: Deutsche Welle)

    Wasser aus Lesotho für Südafrika