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„Wer mit dem Nilwasser spielt, erklärt uns den Krieg!" Die Drohung des einstigen ägyptischen Präsidenten Anwar el-Sadat galt den Oberanrainern des längsten Flusses der Welt, denen, die eigentlich an der Quelle sitzen. Experten sind sich sicher, dass solche Drohungen bald an der Tagesordnung sind, denn die Trinkwasserreserven werden knapp. Die Kriege dieses Jahrhunderts werden nicht um Öl, sondern um Wasser geführt – die These ist nicht so leicht von der Hand zu weisen. Tatsächlich besitzt Wasser Eigenschaften, die es dazu prädestiniert, zum Auslöser zwischenstaatlicher Konflikte zu werden. Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung leben vom Trinkwasser aus Flüssen, die vor politischen Grenzen nicht halt machen. Einige Staaten wie Ägypten hängen vollständig vom Zufluss aus dem Ausland ab. Wasser, oder besser der Wasserentzug, kommt zunehmend als Mittel der Erpressung, als politische Waffe zum Einsatz: Staudämme werden gebaut, Flüsse umgeleitet und dem Nachbarn nicht selten buchstäblich das Wasser abgegraben:
