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Über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser – wie das Beispiel Sertão in Brasilien zeigt. Und Tag für Tag sterben Tausende, die meisten davon Kinder, an den Folgen verschmutzten Wassers. Die Vereinten Nationen möchten diese Zahlen bis zum Jahr 2015 wenigstens halbieren – ein „Millennium Goal", das kaum ein Experte für realistisch hält. Dabei liegt die Lösung der Wasserkrise in unserer Hand. Und gut durchdachte Lösungen würden gleichzeitig Hunger und Krankheit, Armut und soziale Ungerechtigkeit bekämpfen. Wie aber das „Jahrtausendproblem" angehen? Wissenschaft und Technik bieten Lösungen an gegen Wasserknappheit und -verschmutzung: Entsalzungsanlagen, „Nebelfänger", UV-Entkeimung und vieles mehr. Doch mit Technik allein ist der globale Wassermangel nicht zu überwinden. Die Experten aus den Krisengebieten wissen längst: Nur mit nachhaltigem, das heißt langfristig umwelt- und sozialverträglichem Wassermanagement ist die Krise zu bewältigen. Weltweit finden sich Beispiele, wie Wasserspeicher bewahrt werden, übernutzte Ökosysteme sich wieder erholen, wie Wasser in der Landwirtschaft, Industrie und im Haushalt sparsam eingesetzt werden kann. Immer wichtiger wird künftig die „Trennung der Funktion" werden: Welches und wie viel Wasser benötigt man für welchen Zweck? Das Rezept der Experten lautet: Wir brauchen keine Wunder, wir brauchen ein Umdenken. Wichtige Voraussetzungen für ein neues „Wasser-Bewusstsein" sind eine bessere Bildung der Bevölkerung, Schulungen und Erfahrungsaustausch. Auch die Kompetenzen von Managern und Entscheidern müssen besser werden – wie wird Wasser richtig genutzt, gereinigt, verwaltet und zu einem bezahlbaren Preis verteilt? Und schließlich haben auch die Politiker ihren Beitrag zu leisten: Mit einem entschlossenen Klimaschutz wären viele „hausgemachten" Wasserprobleme vermeidbar. Der Film erzählt von machbaren Visionen: Etwa warum Südafrika das „Jahrtausendziel" tatsächlich erfüllen kann – und das nicht erst 2015, sondern voraussichtlich schon 2008. Oder wie die Menschen der trockensten Gegend Indiens ihr Land und ihr Leben wieder zum Blühen bringen – mit bloßen Händen. Oder wie Menschen ihre eigene Regenwasserzisterne bauen – eine von inzwischen 8000 im Sertão. Vor allem aber: Wie die Welt vor der einfachen Entscheidung steht zwischen der selbst gemachten Katastrophe und der Lösung der Wasserkrise.
