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Unterricht: Wie wird man Gladiator?

  • Zwei Männer, wie römische Gladiatoren gekleidet, kämpfen mit Schild und Schwert. (Quelle: Tilman Büttner) Ausbildung zum Gladiator
  • Mehrere spärlich bekleidete junge Männer bei Kampfübungen mit Stöcken. (Quelle: Tilman Büttner) Das Experiment: Studenten als Gladiatoren
  • Gladiator in Kampfausrüstung. (Quelle: Tilman Büttner) Superstar von einst: römischer Gladiator

Methodisch-didaktische Hinweise

Zu den subtilsten Mechanismen der Machterhaltung, die aus vergangenen Epochen bekannt sind, gehört die römische Methode „Brot und Spiele“. Dies zu enthüllen, stellt eine wichtige didaktische Aufgabe des Geschichtsunterrichts dar, der sich mit antiken Inhalten beschäftigt. Denn: Die Bildungspläne verlangen von historischem Unterricht, jungen Menschen zu ermöglichen, sich zu mitdenkenden und aktiv handelnden Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern zu entwickeln. Sie sollen „unsere komplexe Welt verstehen, beurteilen, kritisch betrachten, verantwortungsvoll mitgestalten, modifizieren“ können. Um dies zu gewährleisten, benötigen sie geschichtliches Wissen, zum Beispiel über den Aufbau von Staaten und ihren Herrschaftsstrukturen. Eine Geschichtsstunde, in der mit dem Film „Wie wird man Gladiator?“ gearbeitet wird, kann bezüglich dieser Vorgaben des Bildungsplans einen entscheidenden Beitrag leisten.

Unterrichtsablauf

Der Geschichtsunterricht beginnt mit „Berufe-Raten“, dazu die Spielregeln:
- Die Lehrkraft notiert auf der Rückseite der Tafel den Begriff „GLADIATOR“.
- Ein Hinweis, dass es um einen Beruf bei den Römern geht, wird gegeben.
- Die Schülerinnen und Schüler stellen Fragen, die mit „ja“ beziehungsweise „nein“ zu beantworten sind.
- Eventuell Vorgabe eines zeitlichen Limits (zum Beispiel 15 Fragen oder 10 Nein-Antworten)

Der Klasse gelingt es mit hoher Wahrscheinlichkeit, „Gladiator“ zu erraten. Danach wird nochmals im Plenum gesammelt, welche entscheidenden Informationen zur Lösung führten. Passende Stichworte können an der Tafel notiert werden (z. B. Kämpfer, Sklave, Gefangener, Tod, …). Im Anschluss daran machen sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen – bestenfalls zu dritt – Gedanken darüber, welche Fragen sie einem Gladiator stellen würden, wenn sie ihn interviewen könnten (Arbeitsblatt 1). Dann kündigt die Lehrkraft den Film „Wie wird man Gladiator?“ an und betont deutlich, dass dabei Gladiatorenkämpfe experimentell nachgespielt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen darauf achten, welche ihrer selbst gestellten Fragen durch den Film beantwortet werden. Dieser wird dann gezeigt. Nachdem in den Gruppen überprüft wurde, welche Informationen zur Beantwortung relevant waren, stellen einzelne Teams ihre Erkenntnisse kurz vor. Eventuell sind nicht geklärte Fragen durch die Lehrkraft zu beantworten. Abschließend bearbeiten die Schülerinnen und Schüler nochmals wesentliche Inhalte des Films (Arbeitsblatt 2) und erfahren mittels eines Lösungssatzes, was unter experimenteller Archäologie zu verstehen ist. Über die Bedeutung dieser wissenschaftlichen Methode sollte kurz mit der Klasse gesprochen werden. Die Hausaufgabe (Arbeitsblatt 3) verlangt Transferleistungen zum Stundeninhalt. Die Schülerinnen und Schüler sollen die politische Dimension der Gladiatoren-Kämpfe erkennen und einen Gegenwartsbezug herstellen.

Methodische Erläuterungen

Der Begriff „Gladiator“ ist für viele Schülerinnen und Schüler sicher „mystisch“ vorbehaftet. Sie kennen zahlreiche Darstellungen, beispielsweise aus Asterix-Comics oder vom Spielfilm desselben Namens. Einerseits gehört es zu den Aufgaben historischen Unterrichts, dieses Vorwissen zu relativieren um Authentizität zu schaffen, andererseits kann es genutzt werden, um die Schülerinnen und Schüler da abzuholen, wo sie mit ihren Interessen stehen. Dies soll zu Beginn der Stunde mit dem „Berufe-Raten“ erreicht werden. Danach folgt eine Phase, die zunächst schwer kalkulierbar scheint. Es liegt an der Klasse, durch die selbst gewählten Fragestellungen inhaltliche Schwerpunkte zu schaffen. Ob der Film die Fragen letztendlich und zufriedenstellend beantworten kann, ist nicht vorhersehbar. Bei der Nachbesprechung wird von der Lehrkraft daher hohe Flexibilität verlangt.

Die zweite Arbeitsphase sichert dann einerseits ein gewisses Grundwissen zur Thematik und definiert deutlich die im Film dargestellte wissenschaftliche Methode der experimentellen Archäologie, und fördert durch die besondere Aufgabenstellung andererseits die Lesekompetenz der Kinder. In der Hausaufgabe muss Gelerntes schließlich angewendet und reflektiert werden.