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Unterricht: Wie bauen die Römer?

  • Aquädukt Pont du Gard, von oben aufgenommen. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Meisterleistung römischer Baukunst: der Pont du Gard
  • Große Stadtmauer mit Turm. (Quelle: Tilman Büttner) Rekonstruierte Stadtmauer von Colonia Ulpia Traiana, nahe dem heutigen Xanten
  • Reihe niedriger Häuser mit Vordach. (Quelle: SWR/WDR – Screenshot aus der Sendung) Rekonstruktion: typische römische Handwerkerhäuser

Bezug zu den Bildungsplänen

Kulturelle und zivilisatorische Leistungen der Römer sind Inhaltsschwerpunkte der Bildungspläne historischen Unterrichts. Außerdem sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit Bedingungen der Menschen beschäftigen, in deren Rahmen das Leben in der Vergangenheit gestaltet wurde. Soweit die fachspezifischen Komponenten.

Methodische Zielsetzungen verlangen zudem eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Informationsträgern. Bilder und Filme spielen dabei eine hervorgehobene Rolle, da sie Vergangenes besonders anschaulich darzustellen vermögen. Zusätzlich bilden Authentizität und Gegenwartsbezug wichtige geschichtsdidaktische Grundprinzipien, die im Film „Wie bauen die Römer?“ leitmotivisch deutlich werden.

Er ist fachinhaltlich der Klassenstufe 6, zum Beispiel den Themenbereichen „Aufbau von Staaten und ihrer Herrschaftsstrukturen“ beziehungsweise „Die Römer in Süddeutschland“ zuzuordnen.

Beschreibung des Unterrichtsablaufs

Der Einstieg in die Stunde erfolgt über die beiden Folienbilder (Info-Blatt/Folie). Zunächst wird das obere Bild, die karge Landschaft am Fluss mit dem Hinweis „Vorher“ gezeigt, dann wird die prächtige römische Stadt mit der „Nachher“-Notiz dazugeblendet. Dem Überraschungseffekt sollte Zeit gegeben werden, damit er wirken kann.

Erst dann erfolgt ein Gespräch über beide Abbildungen im Vergleich. Nachdem zunächst freie Schüleräußerungen zugelassen werden, lenkt die Lehrkraft nun den Austausch enger über die Frage: „Was mussten die Römer alles leisten, um solch eine Stadt anlegen und versorgen zu können?“ Dieser Impuls kann angeschrieben werden. Beiträge der Schülerinnen und Schüler werden dann stichwortartig notiert (zum Beispiel Straßen planen, Bäume und Büsche roden, Stadtmauer errichten, Grundstücke einteilen, Häuser bauen usw.). Anschließend betont die Lehrkraft, dass in diesem Geschichtsunterricht drei entsprechende Aspekte genauer unter die Lupe genommen werden: nämlich Landvermessung, Häuserbau und Wasserversorgung.

Per Zufallsprinzip wird an die Schülerinnen und Schüler jeweils ein Abschnitt des ersten Arbeitsblattes ausgegeben (vorher zurechtschneiden!). Die Kinder werden so durch den Arbeitsauftrag zum Experten für eines der genannten Themen und machen sich während des Filmes Notizen. Vorgegebene Begriffe helfen dabei.
Nachdem der Film „Wie bauen die Römer?“ geschaut wurde, bilden sich Kleingruppen (höchstens zu viert) von Kindern, die dasselbe Thema berücksichtigt haben. Nun finden Austausch und Abgleichung der gesammelten Informationen statt. Nachdem dies durchgeführt wurde, wird das zweite Arbeitsblatt in die Teams gegeben und die jeweils passende Aufgabe gemeinsam gelöst.

Erst danach trennen sich diese Stammgruppen, um neue Expertenteams mit jeweils unterschiedlichen thematischen Aspekten zu bilden. Es treffen sich nun also immer drei Kinder. In dieser Runde informieren sie sich gegenseitig über ihren Erkenntnisgewinn und geben den Mitschülern Gelegenheit, die noch fehlenden Aufgaben zu bearbeiten. Abschließend können die Ergebnisse in der Klasse kontrolliert werden. Denkbar ist auch, die richtigen Ergebnisse auszuhängen, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Aufschriebe eigenverantwortlich bis zur nächsten Geschichtsstunde korrigieren können. Dann bliebe womöglich Zeit für ein Plenumsgespräch über diese zivilisatorischen Leistungen der Römer.

Methodische Erläuterungen

Am Anfang soll die Klasse mittels der Vorher-Nachher-Abbildungen verblüfft und so zum Reflektieren angeregt werden. Die Schüleräußerungen bieten die Grundlage, um bestimmte Schwerpunkte hinsichtlich römischer Bauleistungen hervorzuheben. Aufgrund der Vielzahl möglicher Anknüpfungspunkte muss exemplarisch vorgegangen werden. Der Film zeigt darauf bezogen drei besonders für Südwestdeutschland bedeutende Aspekte. Mit ihnen wird im Lauf der Stunde weitergearbeitet.

Die Experten-Methode bietet jedem Schüler die Chance, sich Wissen zu einem Unterthema anzueignen (Arbeitsblatt 1), dieses in der Kleingruppe zu erweitern oder zu berichtigen, um es dann an Dritte weiterzugeben. Der Lernende wird für kurze Zeit zum Lehrenden und macht sich anschließend zusätzlich mit weiteren inhaltlichen Aspekten, die von Mitschülern vertiefend erarbeitet wurden, vertraut (Arbeitsblatt 2). Den ersten Wissens-Input haben durch den Film alle in der Klasse bekommen – lernpsychologisch von großem Vorteil.