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Sendunginhalt: Wenn Lesen und Schreiben zur Qual wird

  • Thorsten, 11 Jahre

Thorsten, 11, findet "Deutsch" nicht so gut. Wenn er früher mit seiner Mutter für die Schule übte, schrieb er oft das gleiche Wort in fünf verschiedenen Varianten falsch. Auch bei Mathias, 14 lief etwas nicht so, wie es seine Mutter nach den Erfahrungen mit ihren älteren Söhnen erwartet hätte: Er konnte weder zu Weihnachten noch zu Ostern lesen, und auch als das erste Schuljahr vorbei war, hatte er weder Lesen noch Schreiben gelernt. Die Lehrer waren ratlos, die Eltern verzweifelt. Sie suchten Hilfe und waren fast erleichtert, als endlich die Diagnose für das Versagen feststand: Legasthenie. Die Kinder waren also weder faul noch dumm. Durch eine Therapie haben sich Thorstens "Deutsch-Defizite" inzwischen vermindert, und Mathias hat den Sprung auf eine technische Realschule geschafft. Technik begeistert ihn und wirkt als positives Gegengewicht zu seiner Lese-Rechtschreib-Störung.

Rund 5 % der Grundschulkinder haben Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und der Rechtschreibung. Die Probleme treten meist zwischen dem 2. und 4. Schuljahr zu Tage: es wird nur mühsam gelesen, das Gelesene wird nicht gut verstanden, beim Schreiben werden Buchstaben vertauscht oder weggelassen. Mit Intelligenz hat dies gar nichts zu tun - es handelt sich um eine Lese-Rechtschreib-Störung, für die viele Faktoren verantwortlich sein können: zum Beispiel eine mangelnde Verarbeitung der akustischen oder visuellen Reize im Gehirn. Da Legasthenie familiär gehäuft auftritt, wird von einer genetischen Disposition ausgegangen. Bleibt die Störung unerkannt oder unbehandelt, kann es zu Schulangst oder anderen Störungen kommen. Bei etwa 40 Prozent der Kinder mit Legasthenie nimmt die Seele Schaden, weil sie - menschlich oder fachlich - nicht richtig behandelt werden.

  • Mathias, 14 Jahre

  • Schulische Förderung für Legastheniker

  • Test in der Universitätsklinik Marburg

Was tun, wenn ein Kind nicht gut lesen und schreiben lernt? Wenn der Besuch beim Ohren- und Augenarzt das Problem nicht beseitigen konnte und das Kind zu leiden beginnt? Die Sendung geht den Ursachen der Lese-Rechtschreib-Störung nach und stellt eine Reihe von Therapien vor. Welche Therapie die richtige ist, muss im Einzelfall geprüft werden, denn bei jeder Person ist die Legasthenie anders ausgeprägt. Jede Familie muss herausfinden, was ihrem Kind weiterhilft, und was ihm gut tut. Doch eines ist allen Legasthenikern gemein: sie haben weniger schulische Erfolgserlebnisse als andere Kinder, ihr Selbstbewusstsein leidet, sie brauchen dringend Verständnis und Rücksichtnahme, viel Zuwendung und Lob. Großes Engagement ist nötig um eine Besserung zu erreichen. Doch auch wenn die Legasthenie nie hundertprozentig "geheilt" werden kann, so kann sie doch gemildert und gemeistert werden.

Zur Legasthenie-Problematik äußern sich im Film unter anderem:

  • Prof. Dr. Andreas Warnke, Universität Würzburg
  • Prof. Dr. Tiemo Grimm, Universität Würzburg
  • Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Universität Würzburg
  • Dr. med Gerd Schulte-Körne, Universität Marburg

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