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Sendunginhalt: Wenn das Sprechen klemmt

  • Sandra, 13
  • Christopher, 15
  • Sprachtherapeut Frank Herziger

Sandra, 13, begann zu stottern, als sie vier Jahre alt war und sich ihre Eltern scheiden ließen. Die Spieltherapie, die sie sieben Jahre lang durchführte, brachte keine Besserung, auch die Arbeit mit einer Logopädin half nicht. Sandra schämte sich ihres unflüssigen Sprechens und hätte am liebsten gar nichts mehr gesagt. Doch ihre Lehrer ermuntern sie immer wieder zur aktiven Teilnahme im Unterricht. Da sich das Stottern nicht besserte, beschloss Sandra mit ihren Eltern, sich für 18 Wochen von ihrer Heimatschule beurlauben zu lassen um am Sprachheilzentrum Ravensburg an einer Stotterer-Intensiv-Therapie für Jugendliche teilzunehmen und auch dort im Internat zu wohnen.

Christopher, 15, begann zur Zeit seiner Einschulung zu stottern, als sein Vater schwer erkrankte. Die Symptomatik verstärkte sich, als sein Vater zwei Jahre später starb. Eine logopädische Behandlung mit Spiel- und Sprechübungen und gleichzeitiger psychologischer Betreuung brachte zunächst eine deutliche Verbesserung, das Stottern war fast verschwunden. Doch dann starb der Großvater, zu dem Christopher eine enge Bindung hatte, und das Stottern begann wieder in voller Stärke. Sämtliche Therapien brachten nur eine kurze Besserung. In der Schule hatte Christopher riesige Probleme, die Lehrer hatten kein Verständnis für seine Schwierigkeit und bewerteten seine mündlichen Leistungen mit "ungenügend". Christophers extrem starkes Stottern und damit einhergehende Verkrampfungen des Körpers belasteten ihn sehr. Da die Sprechstörungen ihn fast kommunikationsunfähig machten und der Leidensdruck unerträglich wurde, entschied sich Christopher seine Heimatschule zu verlassen und ebenfalls im Sprachheilzentrum Ravensburg eine halbjährige Stotterer-Intensiv-Therapie zu machen.

  • Gruppe von Teilnehmern

    Teilnehmer bei der Stotterer-Intensiv Therapie am Sprachheilzentrum Ravensburg

  • Gruppe von Teilnehmern

    Wichtig für die Therapie: Das Leben in der Gruppe

  • Frank Herziger

Der Film begleitet die beiden Jugendlichen bei ihrer Entwicklung. Der Ansatz des Sprach-Therapeuten Frank Herziger ist ein ganzheitlicher, denn es handelt sich beim Stottern nicht um ein rein sprechtechnisches Problem. Herziger geht den Ursachen nach, arbeitet Tag für Tag an den Symptomen, legt viel Wert auf psychologische Betreuung und auf das Zusammenleben in der Gruppe. Eine Arbeit, die bis in die Wurzeln der Persönlichkeit geht.

Vom Stottern betroffen sind etwa 5% aller Kinder und 1% der Erwachsenen. Die Sprechstörung beginnt meist im Alter zwischen 2 und 5 Jahren. Man vermutet eine genetische Veranlagung zum Stottern, aber auch Ängste spielen eine Rolle. Die Betroffenen fühlen sich durch ihre Sprechstörung sehr eingeschränkt und richten häufig ihr Leben nach ihrem Handicap aus statt nach ihren Wünschen und Begabungen. So vermeiden viele Stotterer Wörter oder Situationen, die ihnen Schwierigkeiten bereiten könnten und sind einsamer als sie es sein möchten. Das Arbeiten am Stottern ist zeitaufwändig und oft lebenslang. Es gibt zahlreiche Therapien, und Selbsthilfegruppen. Der Film begleitet Betroffene und ihre Familien und versucht zu verdeutlichen, was sich in den Gedanken und Gefühlen von Stotterern abspielt. Hilfestellung erhalten diejenigen, die auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten sind.

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