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Sendunginhalt: Wege aus der Stille - Gehörlose unter uns

  • Gabi Braig, Lehrerin für Gebärdensprache
  • Tatjana, 21, von Geburt an gehörlos

Gabi Braig, 40, verlor mit einem Jahr aufgrund einer Hirnhautentzündung das Gehör. Sie ist mit einem gehörlosen Mann verheiratet, der ebenfalls durch eine Infektion in frühester Kindheit ertaubte. Die Söhne Stefan und Markus, 16 und 19, sind hörend. Gabi Braig arbeitet als pädagogische Mitarbeiterin und als Lehrerin für Gebärdensprache in einer der größten Ausbildungsstätten für Hörgeschädigte in Deutschland, der Paulinenpflege in Winnenden bei Stuttgart. Wie fast alle Gehörlosen ist Gabi Braig nicht stumm. Sie kann sich allerdings nur sehr schwer artikulieren, und ihr Gegenüber muss langsam und mit deutlichen Mundbewegungen sprechen. Oft hilft ihr bei der Kommunikation mit Hörenden ein Gebärdensprachendolmetscher.

Tatjana, 21, ist von Geburt gehörlos. In Winnenden lernt sie Mediengestaltung. Sie wohnt mit vier jungen Frauen, die ebenfalls hörgeschädigt sind, in einer Wohngemeinschaft. Ihr Freund Krešo, 26, ebenfalls gehörlos, geht in Winnenden in die Berufsschule und macht seine Ausbildung in einer kleinen Werkstatt in Freiburg. Dort gestaltet er Broschüren, Prospekte und Kinderbücher. Beide leben fast ausschließlich in der Welt der Gehörlosen, denn es ist schwer für sie, hörende Freunde zu gewinnen und zu behalten. Dennoch sind sie keineswegs sozial isoliert.

  • Krešo, 26, ertaubte mit 18 Monaten

  • Das Bildtelefon macht Telefonieren in der Gebärdensprache möglich

  • Krešo an seinem Ausbildungsplatz

  • Das Cochlear-Implantat wird meist nur Kleinkindern vor dem Spracherwerb eingesetzt

Jan, 15, war gehörlos und erhielt vor fünf Jahren ein Implantat im Innenohr, ein sogenanntes Cochlear-Implantat. Während einer mehrstündigen Operation werden dabei ein Chip und 22 Elektroden nahe am Hörnerv implantiert. Dieses Implantat ermöglicht einen differenzierten Höreindruck. Allerdings muss das Hören und Sprechen dann erst von Grund auf gelernt werden. Dabei helfen Einrichtungen wie das Bildungszentrum für Hörgeschädigte in Stegen bei Freiburg. Jan besucht heute ein Regel-Gymnasium in Weil am Rhein. Mit Hilfe von Klassenkameraden, seinen Eltern und einer engagierten Logopädin hat er es geschafft, den Weg aus der Stille zu finden.

80.000 Gehörlose und 100.000 schwer Hörgeschädigte gibt es in der Bundesrepublik. In etwa 50 Prozent der Fälle ist der Grund für Gehörlosigkeit genetisch bedingt. In den anderen Fällen ist die Gehörlosigkeit erworben: durch Röteln, Masern, Hirnhautentzündung oder eine Viruserkrankung der Mutter während der Schwangerschaft etc.. Viele Gehörlose kommunizieren durch Gebärdensprache, und leben hauptsächlich in einer gehörlosen Welt. Doch heute ist Gehörlosigkeit nicht in allen Fällen ein unabwendbares Schicksal. Es gibt Hörhilfen, die den Weg in die Welt der Hörenden frei machen können. Eine revolutionäre Entwicklung ist das Cochlear-Implantat. Dieses elektronische System ist bei tauben Kindern jedoch nur effizient, wenn es sehr frühzeitig eingepflanzt wird, möglichst bevor sie die Lautsprache erlernen. Der Film begleitet Gehörlose und Hörgeschädigte mit und ohne Implantat und beobachtet ihren Alltag.

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