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Einkaufsrummel in Shanghai; Rechte: dpa/Kevin Lee
Die drei Filmbeiträge eignen sich beispielsweise für den Einsatz im Fach Sozialwissenschaften für die Sekundarstufe II an Gymnasien und Gesamtschulen. Sie bieten markante Beispiele für sozialen Wandel und entsprechen damit dem "Inhaltsfeld V" des Lehrplans Sozialwissenschaften in der Sekundarstufe II in NRW: Gesellschaftsstrukturen und sozialer Wandel - Beschleunigter sozialer Wandel komplexer Gesellschaften in wichtigen Bereichen (Produktionspotentiale und Technologien, Organisationsstrukturen, Werte, Arbeits- und Medienmärkte, Familienformen, konkurrierende Wertsysteme)
Interessant wird das Filmmaterial vor allem dann, wenn es im Unterricht als Ausgangspunkt genommen wird, um Parallelen und Wechselwirkungen des chinesischen Wandels mit der eigenen, deutschen Gesellschaft aufzudecken und zu diskutieren. Dazu will das Unterrichtsmaterial beitragen. Das Kapitel 2 "Mao Zedong" eignet sich auch hervorragend als Einstieg in die jüngere chinesische Geschichte im Geschichtsunterricht. Der besonders im dritten Film-Kapitel "Shanghai" problematisierte rasante Wirtschaftsaufschwung Chinas und das umso stärker geäußerte Festhalten an Traditionen wirft wiederum eine klassische Fragestellung des Religionsunterrichts auf: Welche Ethik hält eine Gesellschaft zusammen? Diese Frage stellt sich umso dringlicher in einer Gesellschaft im Umbruch, die ihre Werte nicht mehr aus dem Kommunismus bezieht, aber im Kapitalismus ebenfalls (noch?) keine Werte-Orientierung findet.
M 1 und M 2 sind Film-Beobachtungsbögen der Sendungen "Liang aus Dalian" und "Shanghai", mit denen überprüft werden kann, wieviel vom Filminhalt bei den Schülerinnen und Schülern angekommen ist. Gleichzeitig können die Bögen ein Gespräch über die moderne chinesische Gesellschaft anregen und unterstützen.
M 3 und M 4 sind Zitate zum Thema "Bildung in China". Anhand von ausgewählten Texten aus Fachbüchern bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck, wie sich die Bildung in China von der deutschen Bildung unterscheidet. Sie eignen sich dazu, in der Klasse einen deutsch-chinesischen Bildungsvergleich zu initiieren und Vor- und Nachteile beider Gesellschaften zu benennen.
M 5 ist der Vorschlag eines Gruppenspiels, das das Thema "Bildung in China" bündeln und in den gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang stellen soll. In Kleingruppen werden unter der Fragestellung "Welches Schulfach bringt eine Volkswirtschaft voran?" Vor- und Nachteile des jeweils ausgewählten Faches benannt und diskutiert. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Zugang zu den aktuellen Bildungsdebatten finden und erkennen, wie eng Bildung und Ökonomie oft zusammenhängen.
M 6 und M 7 sind Arbeitsblätter, die zusammen mit dem Filmabschnitt über Mao Zedong einen Einstieg in die Beschäftigung mit neuerer chinesischer Geschichte bieten. Die Schülerinnen und Schüler sollen in Eigenrecherche den Lebenslauf des berühmten chinesischen Politikers rekonstruieren, um anschließend in mehreren Schritten die Politik Mao Zedongs zu bewerten.
M 8 und M 9 liefern Grundinformationen zum Konfuzianismus und stellen die Frage, welche Ethik ein Land im kapitalistischen Aufbruch braucht. M 8 beinhaltet grundsätzliche Hintergrundinformationen für Lehrer zum Thema "Konfuzianismus" sowie mögliche Fragestellungen für den Unterricht. M 9 stellt ausgewählte Zitate aus Fachzeitschriften und Büchern vor, die eine persönliche Einschätzung der Autoren wiedergeben und zur anschließenden Diskussion einladen.
© Text: Jürgen Dreyer
