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Einsatz im Französischunterricht: Carla - une cowgirl de la Camargue

  • Die 13-jährige Carla liebt ihre weißen Pferde Carla auf Pferd. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Carla auf ihrem Pferd Odin. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Carla bei Flamenco-Übungen. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Carlas Hobby ist der Flamenco (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Schwarze Stiere auf einer Weide. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Herde halbwild lebender Stiere in der Camargue (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Stier und Stierkämfer in der Arena. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Bei der Course Camarguaise wird der Stier nicht verletzt (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Einsatz im Unterricht

Unter den zahlreichen Gutshöfen in der Camargue dürfte spätestens mit dem – von einem breiten Medieninteresse begleiteten – Besuch des damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy im April 2007 die Manade Arnaud landesweit bekannt geworden sein.
In der Sendung „Carla – une cowgirl de la Camargue“ steht mit Carla Arnaud ein sehr sympathisches und außerordentlich selbstbewusstes Mädchen im Mittelpunkt. Carla stellt ihre Eltern, den Gutshof, ihre Tiere und ihr Leben dort vor, wobei sie nicht nur beschönigt, sondern auch offen ihre Probleme anspricht, die in erster Linie im sozialen Bereich liegen, denn ihre Freunde wohnen weit von ihr entfernt. Als „Ersatz“ dienen Carla ihre Hündin Jade, ihre über alles geliebten Pferde und die Arbeit auf dem Hof mit den halbwilden Stieren, die für die „Course camarguaise“ gezüchtet werden.
Wir sind hautnah dabei, wenn Carla ihren Eltern bei den verschiedensten Aufgaben zur Seite steht oder sie sich um ihre Pferde kümmert. Im letzten Teil erleben wir Carla als rassige Flamencotänzerin beim Üben und als aktives Mitglied bei einer Reitshow.

Sprachniveau

Sprachlich gesehen könnte der Film höchstens wegen Carlas etwas hohem Sprechtempo einige Probleme bereiten. Nach dem Europäischen Referenzrahmen geht insgesamt die von ihr verwendete Sprache jedoch nicht über die Niveaustufe A2 hinaus. Die leicht umgangssprachliche (nicht dialektale!) Färbung bei Carla stellt keine erhöhten Anforderungen an das Verständnis. Ideal wäre der Film für eine Klasse 7 oder 8 (bei F1), solange die Schüler der Altersstufe der Hauptperson ungefähr entsprechen, denn später könnte es etwas schwerer fallen, das Interesse an der 13-jährigen Carla und deren Hobby „Pferde“ selbst bei den Mädchen wachzuhalten.

Die Sendung im Französisch-Unterricht

Der vorliegende Beitrag bietet einige Vorschläge für die Behandlung des Films im Sinne eines kompetenzorientierten, die ganze Klasse durchgehend zu intensiver mündlicher und schriftlicher Sprachproduktion aktivierenden Fremdsprachenunterrichts.
Auch für die Schüler der Sekundarstufe I ist es unerlässlich, die später in der Abiturprüfung eingeforderten Kompetenzen Hör(seh)verstehen, Leseverstehen, Schreiben, Sprechen, Sprachmittlung, lexikalische, grammatikalische und interkulturelle Kompetenz kontinuierlich, altersgerecht und differenziert zu trainieren.

Dementsprechend finden sich im Folgenden teils eher spielerische, jedoch stets leistungs- und Interessen-differenzierte Aufgabenstellungen. Es ist keineswegs daran gedacht, dass mit dieser Sendung alle aufgeführten Kompetenzen trainiert oder gar alle Aufgaben von allen Schülern erledigt werden sollen. Vielmehr stellen sie ein gewisses Spektrum an Aktivitäten dar, welches es den Schülern ermöglichen soll, entsprechend ihrem Leistungsvermögen, ihren Interessen und Schwerpunktsetzungen, aber auch im Hinblick auf ihre individuellen Lerndefizite bestimmte Aufgaben auszuwählen und zu bearbeiten.
Eine Ausnahme hierbei bildet natürlich das Hör(seh)verstehen, das für alle Schüler verbindlich sein muss und das den anderen Fragestellungen vorangehen sollte.

Einstieg

Für den Einstieg bieten Bücher, Bildbände, Prospekte und das Internet reichliches Bildmaterial. Alternativ besuchen die Schüler die Homepage der Manade Arnaud für eine erste Annäherung an Ort und Geschehen der Sendung. Da auch Carla auf einigen Fotos zu sehen ist, kann dieser Einstieg problemlos als Überleitung zum Film dienen. (siehe: Linktipps)

Zu Arbeitsblatt 1 „Annotations“ und Arbeitsblatt 2 „Compréhension“

Vor der Präsentation der einzelnen Filmteile können die Schüler mit dem entsprechenden Wortschatz vertraut gemacht werden.

Die Wortangaben sind zahlreich und sollen dann auch das Verständnis des Films begleitend unterstützen. Anschließend benötigen die Schüler etwas Zeit, um die entsprechenden Fragen und Aufgabenstellungen zu lesen und zu verstehen.

  • Arbeitsblatt 2: Compréhension (2 Seiten)

Während des Films sollten die Schüler möglichst keine Notizen machen, sondern Bilder und Text auf sich wirken lassen. Nach dem ersten Vorspielen der Sequenz notieren die Schüler ihre Antworten, soweit sie sie schon haben, stichwortartig. Nach der zweiten Präsentation der Sequenz können dann die noch nicht beantworteten Fragen beziehungsweise Aufgaben angegangen werden. So können sich die Schüler ganz auf den Film konzentrieren und beim zweiten Betrachten ihre Aufmerksamkeit auf die Aspekte richten, zu denen sie noch keine Informationen beziehungsweise Lösungen notiert haben.
Nachdem ein Abgleich der Ergebnisse in der Klasse stattgefunden hat, sollen diese Notizen später für die kompetenzorientierte Weiterarbeit, vor allem in den Bereichen Schreiben, Sprechen und bei der Sprachmittlung eingesetzt werden.

Zu Arbeitsblatt 3: Lexikalische Kompetenz – Autour du vocabulaire

Die fünf Aufgabenvorschläge dürften ihrem Charakter nach den Schülern aus anderen Zusammenhängen bekannt sein. Aufgabe 1 (grille de mots) kann mit der zusätzlichen Erstellung eines leistungsdifferenziert eingesetzt werden. Die Aufgaben 2 und 3 (Bingo und Explication de mots) haben eher spielerischen Charakter. Bei Aufgabe 4 (Cherche l’intrus) sollte mit Rücksicht auf eine erhöhte (mündliche) Sprachproduktion auf die Begründung geachtet werden, weshalb einer der aufgeführten Begriffe nicht passend ist. Aufgabe 5 (famille de mots) soll der Wiederholung und eventuell auch der Erweiterung des Wortschatzes dienen.

  • Arbeitsblatt 3: Autour du vocabulaire

Zu Arbeitsblatt 4: Grammatikalische Kompetenz – Grammaire

Die Übungen sind breit gestreut und haben als Ziel die Wiederholung und Festigung einiger grammatikalischer Phänomene im Zusammenhang mit dem Wortschatz und dem Inhalt des Films: Auf diese Weise findet ein kontextgebundenes, inhaltsbezogenes Üben grammatikalischer Themen bei gleichzeitiger Umwälzung des (neuen) Vokabulars statt.

Zu den Arbeitsblättern 5 bis 7:

Die vorgeschlagenen Aufgaben zu Leseverstehen, Schreiben, Sprechen, Medienkompetenz/Präsentieren sowie zur interkulturellen Kompetenz bieten eine hohe Bandbreite an Möglichkeiten, sowohl geschlossene Formen („Leseverstehen“) als auch offenere, kreative Aufgabenformate anzugehen.

Beim Bereich „Schreiben“ werden unterschiedliche Textsorten zur Textproduktion vorgeschlagen. Hier sollte den Schülern entsprechend ihrem individuellen Leistungsvermögen eine ungefähre, nicht zu hohe Wortzahl vorgegeben werden, um die Motivation nicht zu beeinträchtigen. Der Lückentext dient zur Zusammenfassung des Filminhaltes und stellt als Differenzierungsangebot eher geringere sprachliche Ansprüche an die Schüler.

Das „Sprechen“ kann sowohl monologisch als auch dialogisch beziehungsweise als Rollenspiel trainiert werden. Für die Aufgabe 5 (Kommentar zu einer Filmsequenz ohne Ton) eignet sich am besten der Teil 2: La maison et les loisirs de Carla (TC 03:04 bis 06:32), da Carla hier ihren persönlichen Lebensbereich vorstellt. Aufgrund der schon zuvor beim Hörsehverstehen erlebten hohen Redundanz von Text und Bild dürfte eine simultane Versprachlichung auch für schwächere Schüler möglich sein. Um einen hohen Sprachumsatz bei allen Schülern zu gewährleisten, bietet sich hier eine Partnerarbeit in zwei Durchgängen an.

Für den Bereich „Medienkompetenz/Präsentieren“ wird das Internet als Informationsquelle heranzuziehen sein (siehe: Linktipps). Das eine oder andere Thema eignet sich sicherlich auch als GFS (in Baden-Württemberg: gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen, eine Art Hausarbeit mit Präsentation). Aufgabe 8 richtet sich vor allem an die Jungen in einer Klasse, die den zentralen Themen des Films vielleicht weniger abgewinnen können.

Im Bereich der „Interkulturellen Kompetenz“ bieten sich Vergleiche sowohl im persönlichen als auch in einem landeskundlichen Bereich an.

  • Arbeitsblatt 7: Sprechen - Medienkompetenz / Präsentieren - Interkulturelle Kompetenz

Zu Arbeitsblatt 8: Sprachmittlung

Hier empfiehlt es sich, leistungsdifferenzierte Gruppen zu je drei Schülern zu bilden, wobei jeweils die stärkste Schülerin die Rolle von Carla übernehmen sollte. Es ist davon abzuraten, die Rolle Carlas durch einen Jungen zu besetzen, um wenigstens einen Hauch von Authentizität zu wahren. Eine „starke“ Carla, die keine Antwort schuldig bleibt, bietet den Mitschülern in der Gruppe eine weitere inhaltliche Wiederholung und damit eine Festigung der im Film angesprochenen Themen und Inhalte.

Schlussbemerkung

In didaktischer Hinsicht kann der Film natürlich im Rahmen einer altersgerechten (!) Unterrichtseinheit zur Provence eingesetzt werden. Selbstverständlich bieten sich in diesem Zusammenhang viele weitere Aspekte und Themen an, die je nach Zeit und Interessenlage behandelt werden können. Um die Motivation auf Schülerseite zu erhalten, wäre jedoch davon abzuraten, mehr als vier bis fünf Unterrichtsstunden auf den Film selbst und die Arbeit damit zu verwenden. Dabei können durchaus einige der Aufgabenstellungen (zum Beispiel die Übungen zur Grammatik, die Aufgaben zum Schreiben oder zur interkulturellen Kompetenz, eventuell auch die unter Medienkompetenz / Präsentieren vorgeschlagenen Rechercheaufgaben) ganz oder teilweise in die häusliche Arbeit ausgelagert werden.