zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.
Die Wiesen-Schafgarbe heißen Korbblüter, denn die Blütenblätter laufen auf das Zentrum zu und sehen aus, wie kleine Körbchen. Ihre kleinen weißen Blütenköpfchen sind aus vielen kleinen Röhrenblüten zusammengesetzt. Zu ihrem Namen kommt die Wiesen-Schafgarbe, weil Schafe ihre Blüten nicht fressen, und die Pflanzen deshalb auf den Schafweiden stehen bleiben. Wer an der Scharfgarbe riecht, kann durch die winzigen weißen Stacheln, die am Ende der Blätter stehen, Nasenbluten bekommen. Junge Schafgarbe-Blätter können zu Wildgemüse oder Salat verarbeitet werden.
Die Blätter sehen aus wie die Füße eines Hahns, so kam der Scharfe Hahnenfuß an seinen Namen. Aber er wird wegen seiner fettig glänzenden Blütenblätter auch Butterblume genannt. Alle Hahnenfußarten sind in frischem Zustand giftig, beim Menschen kann ihr Saft Hautreizungen hervorrufen. Auch Tiere verschmähen beim Grasen die hoch wachsende Pflanze, deshalb sticht sie auf Weiden besonders ins Auge. Getrocknet im Heu ist der Hahnenfuß jedoch für Tiere genießbar.
Der Breitwegerich wächst, wie sein Name schon verrät, auf Wegen, denn es macht ihm nichts aus, wenn Menschen auf ihn treten. Außerdem braucht er viel Licht und auf Wegen überschatten ihn weniger andere Pflanzen. Die Samen des Breitwegerichs bleiben bei Nässe an den Schuhsohlen kleben – so wurde der Breitwegerich von Europa nach Amerika verschleppt. Die Indianer nannten ihn deshalb auch die "Fußspur des Weißen Mannes". Der Breitwegerich ist ein gutes Heilmittel bei Insektenstichen und Brennnesselpusteln. Das Auflegen gequetschter Blätter lindert den Juckreiz und wirkt abschwellend. Allergiker sollten den Breitwegerich aber meiden, denn er ist ein Heuschnupfenerreger.
Spitzwegerich wächst auf Wiesen und an Wegrändern, die nicht mehr betreten werden. Seine Bezeichnung bekam er durch seine spitzen Blätter. Während der Blüte ist er an dem aufragenden Stängel mit einem Kranz aus kleinen weißen Blüten zu erkennen. Die jungen Blätter können roh oder als Gemüse gegessen werden. Der Spitzwegerich ist als bewährtes Mittel in vielen Hustensäften enthalten, denn sein Saft ist antibiotisch. Bei leichten Verletzungen können die Blätter zerkaut und auf die Wunde gelegt werden – so wirkt der Spitzwegerich wie ein Desinfektionsmittel.
Der Löwenzahn wächst oft in großer Anzahl auf Kuhweiden und heißt deshalb auch Kuhblume. Seine Blätterrosette wächst dicht an den Boden gedrängt und kann deshalb von Tieren nicht abgefressen werden. Die Blüten werden wegen des Nektars und der vielen Pollen gerne von Bienen besucht. 125.000 Blütenköpfe ergeben ein Kilogramm Bienenhonig. Nach der Blütezeit verwandeln sich seine gelben Blüten in Pusteblumen, deren Samen bis zu zehn Kilometer weit fliegen können. Löwenzahnblätter sind ein begehrtes Kaninchenfutter und können auch als Salat gegessen werden. Allerdings muss man die Blätter vorher wässern, damit ihr bitterer Geschmack verschwindet.
Den Kriechenden Hahnenfuß findet man auf feuchten Wiesen und an Flussufern. Er wächst nah am Boden und so ist er zu unterscheiden von seinem Bruder, dem Scharfen Hahnenfuß. Die goldgelb glänzenden Blüten sind zwischen Mai und August bei uns zu finden. Er besitzt lange, oberirdische Ausläufer, die schnell Wurzel schlagen und sich so schnell vermehren können. Zusätzlich verstreut der Wind seine Samen, so dass er häufig in ganz Europa anzutreffen ist.
Auf der gesamten Pflanze wachsen Brennhaare, die aus einem hohlen, gläsernen Körper bestehen, an dessen Ende ein kleines Köpfchen sitzt. Dieses Köpfchen bricht bei der kleinsten Berührung ab und ein ätzender Saft fließt heraus. Im Stängel der Brennnessel befinden sich lange Bastfaserzellen, aus denen man bis ins 18. Jahrhundert Nesselstoff und Stricke herstellte. Brennnesseln enthalten Stickstoff, da sie ihn für den Aufbau ihrer Zellen benötigen. Die Pflanzen gelten deshalb als Stickstoffanzeiger und wachsen besonders an Stellen mit starker Düngung, zum Beispiel durch Abfall oder Hundekot.
Brennnesseln enthalten aber auch viele Vitamine und können als Salat zubereitet werden. Dabei müssen die Blätter mit einem Nudelholz zerquetscht werden, damit die Brennhaare abbrechen und der Mensch sie ungefährdet genießen kann.
Das Knäuelgras hat seinen Namen von der Art des Blütenstandes. Die Ähren bilden kleine Knäuel. Es kann bis zu einem Meter hoch wachsen und die Blütezeit ist zwischen Mai und Juli. Die Pollen werden, wie bei allen Gräsern, vom Wind verbreitet und sind häufig die Ursache von Heuschnupfen. Knäuelgras ist ein wertvolles Futtergras und deshalb von den Bauern gern gesehen.
Die zweithäufigste Pflanze Deutschlands ist die kleinste unter den "Top Ten". Rispengras gehört zur Familie der Süßgräser. Es wächst an Stellen, die häufig betreten werden – das kann ein Fußballplatz oder ein Wegesrand sein. Aber auch in Pflasterritzen findet man dieses kleine Gras häufig, weil es hier genügend Licht bekommt. Zu jeder Jahreszeit keimen die Samen und die Blüten blühen das ganze Jahr hindurch. Es ist gut daran zu erkennen, dass die Blütenrispe nur zu einer Seite hin gewendet ist.
Der lateinische Name des Weißklees ist Trifolium repens und er gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Das Klee fühlt sich auf der ganzen Welt zu Hause, aber besonders in gemäßigtem oder mediterranem Klima.
Er gedeiht am besten, wenn er in schwerem, feuchten Boden wächst und die Luftfeuchtigkeit relativ hoch ist. Allerdings ist er sehr anpassungsfähig, da er Bakterien produziert, die in seinen Wurzelknöllchen leben. Diese Bakterien produzieren Nährstoffe und dadurch wird der Weißklee robust. Er ist weder hitze- noch kälteempfindlich. Seine Hauptblütezeit in unseren Breitegeraden ist zwischen Mai und September.
Die tiefgehenden Wurzeln dieser Pflanze lockern auch tiefere Bodenschichten auf, so dass er gerne auf Feldern angepflanzt wird, die gute Ernteerträge bringen sollen. Auch auf Weiden wird der vielseitige Klee angepflanzt, da er durch seinen Nährstoffreichtum als Viehfutter ideal ist. Der Weißklee vermehrt sich durch Ableger, die zum Beispiel von Bienen weitergetragen werden, sehr schnell. Sein süßlicher Geruch lockt viele Bienen an.
Die Weißklee-Blüten können getrocknet und zerrieben zu Mehl verarbeitet werden. Aus diesem Mehl kann Brot gebacken werden, das sich Bannock nennt. Vor allem in Irland im 18. Jahrhundert wurde dieses Bannock häufig zubereitet, überwiegend in Zeiten von schlechter Ernte. Der Volksmund behauptet, dass ein vierblättriges Kleeblatt Glück bringen soll.
© Text: Katharina Appia / Jennie Theiß
