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Hintergrund: Nachtschattengewächse

Die Kartoffelpflanze

Wie die meisten Nachtschattengewächse, besitzt die Kartoffel fünf weiße oder violette Blütenblätter. Aus befruchteten Blüten entwickeln sich die Früchte der Kartoffel: Sie sehen grasgrün und von der Form wie Tomaten aus und werden auch „Kartoffeläpfel“ genannt. Schneidet man einen solchen Kartoffelapfel auf, entdeckt man die Samen der Kartoffel. Sie sind wie Tomatensamen in Fruchtfleisch eingebettet. Leider ist die Frucht, wie alle anderen grünen Teile der Kartoffelpflanze, giftig. Essen kann man nur die unterirdisch wachsenden Kartoffelknollen. Die Kartoffelpflanzung findet im Frühjahr nach dem letzten Frost statt, da die Knolle extrem empfindlich gegen Kälte ist.

  • Die Blüte der Kartoffelpflanze ist weiß-lila und sternförmig.Die Kartoffel wird auch "Erdapfel" genannt; Rechte: WDR

Schaut man sich eine Kartoffel näher an, erkennt man zahlreiche Vertiefungen, die so genannten Augen. Aus ihnen wachsen junge Triebe, die Kartoffelsprossen, aus denen eine neue Pflanze entsteht. Mithilfe ihrer Knollen pflanzt sich die Kartoffel also auch ungeschlechtlich fort. Die Kartoffel muss während ihrer Reifezeit mehrmals von stark wucherndem Unkraut befreit werden.

Auf etwa 2,5 Prozent des deutschen Ackerbodens werden Kartoffeln angepflanzt. Der durchschnittliche Ernteertrag in Deutschland liegt bei elf Millionen Tonnen pro Jahr. Etwa 280 Millionen Tonnen Kartoffeln werden jährlich auf der ganzen Welt geerntet. Wenn der Kartoffelkäfer die Pflanzen befällt, ergeht es der Kartoffel schlecht. Denn das aus Nordamerika stammende Insekt, nagt an den Blättern und kann ganze Ernten vernichten.

Die Tabakpflanze

  • Die rosa Blüte einer Tabakpflanze und ihre Samenkörner. Die Samenkörner der Tabakpflanze sind nicht giftig; Rechte: WDR

Der echte Tabak (nicotina tabacum) wird mittlerweile auf der ganzen Welt angepflanzt. Dabei stammt Tabak, wie die Kartoffel auch, aus Südamerika.

Eine Tabakpflanze wird 70 bis 200 Zentimeter hoch und blüht von Juli bis Oktober. Ihre Blüten sind rötlich und glockenförmig und tragen eiförmige Früchte. Angebaut wird Tabak wegen seiner nikotinhaltigen Blätter. Sie reifen von unten nach oben und so werden sie auch geerntet. Die so genannten „Sandblätter“ sind größer als alle anderen Blätter und dienen als oberste Schicht für Zigarren. Daher sind sie besonders wertvoll und werden selbst in hochindustrialisierten Tabakbetrieben noch per Hand gepflückt. Nach der Ernte werden die grüngelben Blätter zuerst gebündelt und getrocknet. Dann steht ein wochenlanger Gärungsprozess an. Durch diese Gärungsprozesse entwickeln die Blätter ihre braune Farbe und ihr Aroma. Nach dem Sorten werden sie zu Zigaretten, Zigarren, Pfeifen- oder Kautabak verarbeitet.

Ein großer Feind der Tabakpflanze ist der Tabakblauschimmel. Wird eine Pflanze von ihm befallen, dann bildet sich auf der Blattunterseite ein grau-bläulicher Belag. Dadurch entstehen Löcher in den Blättern, so dass diese nicht mehr zu Zigaretten oder Zigarren weiterverarbeitet werden können.

Das in den Blättern enthaltene Nikotin wirkt bereits in kleinsten Mengen auf das Nervensystem: Der Blutdruck steigt und der Körper produziert vermehrt Adrenalin. In größeren Mengen und über lange Zeiträume inhaliert, kann Nikotin Krebs erzeugen.

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