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Hintergrund: Gräser

Im Alltag meint der Begriff Gräser im Allgemeinen nur die Pflanzen, die einen Rasen oder eine Wiese bilden. In der Biologie umfasst der Begriff dagegen eine ganze Pflanzenfamilie (die „Gramineae“), die unterteilt wird in Süß- und Sauergräser. Die Pflanzen dieser Familie von Gräsern können durch ihre charakteristischen Merkmale erkannt werden:

  • Der Stängel, auch Halm genannt, ist rund, hohl und in Knoten und Internodien gegliedert.
  • Die Blätter sind schraubig um jeweils 180° angeordnet – das oberste Blatt steht also über dem dritten Blatt von oben, das zweitoberste über dem vierten Blatt von oben. Jedes einzelne Blatt beginnt am Stängel mit einer Blattscheide, die den Halm umfasst.
  • Die Blüten der Gräser sind recht unscheinbar. Beim Roggen befindet sich beispielsweise an der Halmspitze eine zusammengesetzte Ähre, die auf stufenförmigen Absätzen viele zweiteilig angeordnete, kurz gestielte Ährchen trägt. Jedes dieser Ährchen besteht aus zwei kleinen Blüten.
  • Die Grasfrucht ist eine einsamige Schließfrucht, bei der Fruchtwand und Schale fest miteinander verwachsen sind. Weil ihr Inhalt sehr viel Stärke enthält, werden die Früchte vieler Gräser zu Mehl verarbeitet.

Die wichtigsten unserer Gras- beziehungsweise Getreidesorten sind Weizen, Roggen, Gerste und Hafer.

In der Steinzeit machten die Menschen die Entdeckung, dass aus Samen neue Pflanzen entstehen konnten. Diese Erkenntnis war zum Teil dafür verantwortlich, dass der Mensch sesshaft wurde. Er säte und erntete Getreide, um sich zu ernähren. Mit Steinen oder Mörsern wurden die Samen zerrieben, um dann mit Wasser oder Milch verrührt zu werden. Durch Erhitzung von Steinen konnten daraus Fladen gebacken werden. Durch Ausgrabungsfunde in Europa geht die Wissenschaft davon aus, dass die Menschen bereits 3000 vor Christus eine Art Backofen zum Brotbacken entwickelt hatten. Im Laufe der Geschichte und mit dem rascheren Ansteigen der Bevölkerungszahlen entwickelten sich Mehl und Brot zu einem Grundnahrungsmittel.

  • Eine Hochmoorlandschaft mit Gräsern in einem Naturpark.Es gibt Süß- und Sauergräser; Rechte: WDR

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