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Unterricht: Autismus

Hinweise für den Unterricht

  • Collage eines kleinen Mädchens. Julias Autismus ist besonders stark ausgeprägt; Rechte: WDR

Die Schülerinnen und Schüler betrachten den Film zuerst ohne Vorwissen über Autismus. Sie sollen selbst beobachten, welche Merkmale und Symptome sich bei autistischen Störungen zeigen. Teilen Sie die Klasse in drei Gruppen auf. Jede Gruppe nimmt sich eine Person vor und notiert auf Arbeitsblatt 1 Merkmale, was typisch für die jeweilige autistische Störung ist. Die Gruppen sehen sich nur die Filmausschnitte über ihre Person an. (Nicole 00:26 bis 08:15 Min.; Frederik 12:30 bis 17:40 Min.; Julia17:40 bis 22:50 Min.)

  • Was berichten die Personen selbst über ihre Störung bzw. was berichtet die Mutter von Julia?
  • Was können die Schüler an den Personen in Bezug auf das Verhalten, die Sprechweise usw. selbst beobachten?

  • Zwei Ärzte schieben eine junge Frau zur Computertomographie in eine Röhre. Ärzte forschen noch nach den Auslösern von Autismus; Rechte: WDR, Mike Witschel

Die Ergebnisse werden zusammengetragen und in der Klasse besprochen. Danach informieren sich die Schüler auf den angegebenen Internetseiten (siehe Linkliste) über die Entwicklungsstörung und ihre Auswirkungen. Je nachdem, wie genau die Schüler schon im ersten Durchgang beobachtet haben, kann es sinnvoll sein, dass die Schüler nach der Recherchephase noch einmal die Filmausschnitte betrachten. Vielleicht fällt ihnen mit dem gewonnen Wissen noch mehr auf: Zum Beispiel, dass sich die Gesichtsausdrücke von Nicole, Frederik und Julia nur wenig verändern, dass Nicole praktisch nie in die Kamera guckt, dass die Sprachmelodie von Nicole und Frederik etwas monotoner ist und ähnliches.

Selbständiges Lernen

In selbständiger Arbeit beschäftigen sich die Schüler mit der Forschung nach den Ursachen von autistischen Störungen. Dabei lernen sie vor allem etwas über Fachmethoden: Wie hat man die Entwicklungsstörung in den 1940er Jahren entdeckt und welche Spekulationen gab es über die Auslöser der Entwicklungsstörung? Welche Forschungsmethoden haben schließlich zu gesicherten Erkenntnissen geführt? Die Schüler nutzen dafür Arbeitsblatt 2 Ursachen und schauen sich den Film unter den dort genannten Fragestellungen an.

Der Film zeigt, dass das Spektrum der autistischen Störungen breit und der Übergang von Normalität zum Autismus fließend ist. Ein von Wissenschaftlern entwickelter Selbsttest Autismus macht dies deutlich. Er ist auf der Internetseite von Quarks & Co veröffentlicht, siehe Linkliste. Die Schüler machen den Test. Das ist mehr als eine unterhaltsame Abwechslung. Im anschließenden Unterrichtsgespräch kann thematisiert werden, dass Unterschiede in der sozialen Kompetenz und Empathiefähigkeit durchaus normal sind. Kennen die Schüler Personen, deren Sozialverhalten sie erstaunt oder befremdet? Wie gehen sie damit um? An dieser Stelle kann auch das Thema Diskriminierung angesprochen werden. Frederick und seine Mitschüler sprechen in dem Film ja auch über den Umgang mit abweichendem Verhalten.

Autismus geht vor allem auf Störungen von Hirnfunktionen zurück. Durch die Untersuchung solcher Störungen gewinnt man auch viele Erkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in Einzelarbeit, welche Gehirnfunktionen gestört sind und wie sich die jeweiligen Störungen auswirken. Am Beispiel der Gesichtserkennung erklären sie, welche Hirnareale für welche Funktionen zuständig sind und wie sich die Hirnaktivitäten von Autisten und Nicht-Autisten unterscheiden. Auf Arbeitsblatt 3 Autismus und Hirnforschung sind die Leitfragen und die Informationsquellen angegeben. Bei dieser Recherche lernen die Schüler die Aufgaben der verschiedenen Hirnregionen kennen. Sie erläutern gleichzeitig, wie die Magnetresonanztomographie (MRT) funktioniert, die es erst ermöglicht, Hirnaktivitäten beim Menschen zu messen.

Weiterführende Vorschläge

  • Spiegelneuronen sind erst in den 90er Jahren von der Forschung entdeckt worden. Im Film wird auf einen Zusammenhang zwischen Spiegelneuronen und Autismus hingewiesen. Auf der Internetseite von Quarks & Co wird ausführlich über die Funktion der Spiegelneuronen und ihre vermutete Rolle bei der Entwicklung von Einfühlungsvermögen informiert. An diesem Beispiel lässt sich viel über Methoden der Hirnforschung lernen. Zum anderen wird ein weiterer Anwendungsbezug biologischer Erkenntnisse deutlich: Die Forschungsergebnisse lassen sich unter anderem für Lernstrategien und Therapien für Schlaganfallpatienten nutzen.
  • Die Planet Schule-Filmreihe "Das besondere Lernen" porträtiert Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen. Wie gehen blinde, taube, stotternde oder spastisch gelähmte Menschen mit ihrer Behinderung um und wie werden sie in und außerhalb der Schule gefördert?

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