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Die Schülerinnen und Schüler betrachten den Film zuerst ohne Vorwissen über Autismus. Sie sollen selbst beobachten, welche Merkmale und Symptome sich bei autistischen Störungen zeigen. Teilen Sie die Klasse in drei Gruppen auf. Jede Gruppe nimmt sich eine Person vor und notiert auf Arbeitsblatt 1 Merkmale, was typisch für die jeweilige autistische Störung ist. Die Gruppen sehen sich nur die Filmausschnitte über ihre Person an. (Nicole 00:26 bis 08:15 Min.; Frederik 12:30 bis 17:40 Min.; Julia17:40 bis 22:50 Min.)
Die Ergebnisse werden zusammengetragen und in der Klasse besprochen. Danach informieren sich die Schüler auf den angegebenen Internetseiten (siehe Linkliste) über die Entwicklungsstörung und ihre Auswirkungen. Je nachdem, wie genau die Schüler schon im ersten Durchgang beobachtet haben, kann es sinnvoll sein, dass die Schüler nach der Recherchephase noch einmal die Filmausschnitte betrachten. Vielleicht fällt ihnen mit dem gewonnen Wissen noch mehr auf: Zum Beispiel, dass sich die Gesichtsausdrücke von Nicole, Frederik und Julia nur wenig verändern, dass Nicole praktisch nie in die Kamera guckt, dass die Sprachmelodie von Nicole und Frederik etwas monotoner ist und ähnliches.
In selbständiger Arbeit beschäftigen sich die Schüler mit der Forschung nach den Ursachen von autistischen Störungen. Dabei lernen sie vor allem etwas über Fachmethoden: Wie hat man die Entwicklungsstörung in den 1940er Jahren entdeckt und welche Spekulationen gab es über die Auslöser der Entwicklungsstörung? Welche Forschungsmethoden haben schließlich zu gesicherten Erkenntnissen geführt? Die Schüler nutzen dafür Arbeitsblatt 2 Ursachen und schauen sich den Film unter den dort genannten Fragestellungen an.
Der Film zeigt, dass das Spektrum der autistischen Störungen breit und der Übergang von Normalität zum Autismus fließend ist. Ein von Wissenschaftlern entwickelter Selbsttest Autismus macht dies deutlich. Er ist auf der Internetseite von Quarks & Co veröffentlicht, siehe Linkliste. Die Schüler machen den Test. Das ist mehr als eine unterhaltsame Abwechslung. Im anschließenden Unterrichtsgespräch kann thematisiert werden, dass Unterschiede in der sozialen Kompetenz und Empathiefähigkeit durchaus normal sind. Kennen die Schüler Personen, deren Sozialverhalten sie erstaunt oder befremdet? Wie gehen sie damit um? An dieser Stelle kann auch das Thema Diskriminierung angesprochen werden. Frederick und seine Mitschüler sprechen in dem Film ja auch über den Umgang mit abweichendem Verhalten.
Autismus geht vor allem auf Störungen von Hirnfunktionen zurück. Durch die Untersuchung solcher Störungen gewinnt man auch viele Erkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in Einzelarbeit, welche Gehirnfunktionen gestört sind und wie sich die jeweiligen Störungen auswirken. Am Beispiel der Gesichtserkennung erklären sie, welche Hirnareale für welche Funktionen zuständig sind und wie sich die Hirnaktivitäten von Autisten und Nicht-Autisten unterscheiden. Auf Arbeitsblatt 3 Autismus und Hirnforschung sind die Leitfragen und die Informationsquellen angegeben. Bei dieser Recherche lernen die Schüler die Aufgaben der verschiedenen Hirnregionen kennen. Sie erläutern gleichzeitig, wie die Magnetresonanztomographie (MRT) funktioniert, die es erst ermöglicht, Hirnaktivitäten beim Menschen zu messen.
© Anne Haage, Helene Pawlitzki
