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Sendungsinhalt: Was ist Autismus

Szenenüberblick

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0:00 – 01:46

Leben mit Autismus

Nicole, Frederik und Julia teilen das gleiche Schicksal: Sie leben mit der Entwicklungsstörung Autismus. Nicole hat das Asperger-Syndrom - eine leichte Form des Autismus. Der 23-Jährigen fällt es schwer, die Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen und Kontakte aufzubauen. Die Diagnose wurde ihr erst mit 20 Jahren gestellt. Endlich hat sie eine Erklärung dafür, dass sie sich zwischen anderen oft fremd fühlt.

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01:47 – 04:20

Nicole ist gerne alleine

Nicole arbeitet viel und geht täglich spazieren. Aber auch hier bleibt sie auf Distanz: Nicole schaut Menschen selten ins Gesicht. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich verstärkt auf Gegenstände. Obwohl sie hochintelligent ist, fällt es ihr schwer das Verhalten anderer bei Gefühlen zu interpretieren. Direkten Kontakt zu Menschen scheut sie: Selbst mit Freunden kommuniziert sie lieber per E-Mail, als sie persönlich zu treffen.

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04:21 – 08:08

Nicole lässt sich testen

Nicole besucht eine Autismus-Forscherin am Max-Planck-Institut. Tests sollen darüber Aufschluss geben, wie Nicole Gesichter und Gefühle wahrnimmt. Sie ordnet Gesichtsausdrücken bestimmten Emotionen zu. Die Auswertung zeigt, dass sie bei einigen Emotionen auffällig viele Fehler macht. Im Gespräch schaut Nicole ihrem Gegenüber so gut wie nie in die Augen - ein typisches Merkmal von Autismus.

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08:09 – 10:10

Die Suche nach den Ursachen

Hans Asperger ist einer der Ersten, der in den 1940er Jahren die Entwicklungsstörung erkennt. Es bilden sich viele Theorien über die Ursachen von Autismus: Sie reichen von einer gestörten Mutter-Kind-Beziehung bis zum Hirnschaden. In den 1970er Jahren finden erste Fachtagungen über Autismus statt. Zwillingsstudien nennen Gene als mögliche Ursache. Forscher finden immer mehr Hinweise, die diese Theorie stützen.

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10:10 – 12:29

Gene im Fokus der Forschung

Möglichst früh möglichst viele autistische Kinder zu erkennen ist ein Ziel der Autismus-Forschung. Auffällig ist, dass zehnmal mehr Männer als Frauen die leichte Form von Autismus haben. Das Hormon Testosteron scheint ein bestimmender Faktor zu sein. Anhand von Blutproben suchen Forscher nach Vererbungsmustern. Sie finden bis zu 19 Chromosomenabschnitte, die auf Autismus hinweisen könnten.

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12:30 – 15:31

Mimik ist eine Geheimsprache

Auch Frederik ist Autist und sieht die Welt mit einem besonderen Blick: Ihm fallen viele Details auf, aber Gesichter zu deuten, fällt ihm schwer. Für ihn ist Mimik eine Geheimsprache, die er nicht versteht. In der Schule hat er wenig Kontakt zu seinen Mitschülern. In Naturwissenschaften ist er besonders gut und merkt sich jede Kleinigkeit. Diesen Perfektionismus können seine Mitschüler nicht immer verstehen.

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15:32 – 17:36

Der andere Blick

Frederik hat sich vorgenommen weniger auf Details und mehr auf Gesichter und die Gefühle anderer zu achten. Im Autismus-Therapie-Zentrum lernt er, gezielt auch einen "nicht-autistischen" Blick einzusetzen. Er versucht sich anzupassen, möchte aber auch akzeptiert werden, wie er ist. Deswegen hat er seinen Psychologen gebeten, seinen Mitschülern zu erklären, wie Autisten auf die Welt blicken. Bei seiner Klasse trifft er damit auf Verständnis.

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17:38 – 19:44

Mitspielen verboten!

Julia hat eine schwere Form von Autismus. Sie lebt in ihrer eigenen Welt, in die sie selbst ihre Mutter nur selten hinein lässt. Sie spielt gerne alleine und lässt niemanden mitspielen. Julias Mutter merkte früh, dass ihre Tochter anders als andere Babys war: Julia suchte keinen körperlichen Kontakt und lächelte ihre Mutter nie an. Bis zum Alter von zwei Jahren sprach Julia kein Wort.

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19:45 – 22:47

Die Therapie zeigt Wirkung

Mit drei Jahren wird bei Julia frühkindlicher Autismus diagnostiziert. Nach zwei Jahren Therapie kann sie erste Kontakte zu anderen Menschen herstellen und beginnt zu kommunizieren. Für Julia gibt es strikte Rituale und Abläufe, die nicht geändert werden dürfen. Aber seit ihrer Therapie hat sich einiges verbessert: Julia ist flexibler geworden und lernt, leichte Abweichungen in ihrer Welt zu ertragen.

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22:48 – 26:15

Ursachenforschung im Gehirn

Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich untersuchen, ob die Ursache für das mangelnde Einfühlungsvermögen im Gehirn liegen könnte. Die Forscher vermuten, dass spezielle Nervenzellen in der Hirnrinde, so genannte Spiegelneuronen, für Empathie zuständig sind. Diese Nervenzellen sorgen dafür, dass man Gefühle bei anderen nachempfinden kann. Tatsächlich werden im Test bei Autisten und Nicht-Autisten unterschiedliche Hirnareale aktiv.

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26:15 – 30:00

Das autistische Mädchen Coline

Nicole ist mittlerweile eine erfolgreiche Autorin und hat gelernt, mit Nicht-Autisten zusammen zu arbeiten. Sie setzt sich für Verständnis und Toleranz gegenüber Autisten ein und hat Bücher über Autismus geschrieben. In ihrem neuesten Buch geht es um die Abenteuer des autistischen Mädchens Coline. Eine Zeichentrick-Epsiode zeigt aus der Sicht von Coline, wie sie die Welt um sich herum wahrnimmt.

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