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Zwischen vollkommener Instrumentalisierung der schulischen Bildung im Nationalsozialismus und einer im Dienste von Selbstbestimmung stehenden umfassenden Bildung, wie es pädagogische Reformbewegungen propagierten, hat das 20. Jh. die widersprüchlichsten Bildungsideale hervorgebracht - den jeweiligen politischen Strömungen entsprechend. Das Schul- und Bildungswesen war und ist immer auch ein Spiegel der gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.
In unserer heutigen Dienstleistungs- und Kommunikationsgesellschaft muss jeder einzelne schnell und flexibel auf die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen reagieren. Damit ist die Qualifizierung und vor allem die Bildung als Bereitschaft, sich ein Leben lang neuen Lernsituationen zu stellen, eine neue Herausforderung.
Wenn Schüler heute aus Protest auf die Straße gehen, ist ihnen längst bewusst, dass Schulbesuch nicht nur "Selbstzweck" ist. Die schulische Qualifikation ist der Maßstab nach dem die Gesellschaft heute Berufschancen vergibt. Sie wird - heute auch für Schüler - immer wichtiger, je härter der Kampf um Lehr- und Arbeitsplätze wird.
© Text: Monika Buscher
