zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.
Die im 16./17. Jahrhundert in den Niederlanden aufkommenden Küchen- und Früchtestilleben sind Belege dafür, daß die Erträge des Gartens als Grundlage des Wohlstands erkannt und geschätzt wurden. Auch wenn Obst und Gemüse bis vor kurzem als ungesunde Armennahrung galt, so war es immer eine wichtige Einnahmequelle städtischer Händler. Manchmal waren die dargestellten Nahrungsmittel Indizien gehobener Stellung: Wild und Fisch waren Privilegien des Adels und willkommene Sujets für diese fürstlichen Schmuckbilder, die später vor allem wegen ihrer künstlerischen Qualität geschätzt wurden.
Zentraler jedoch war eigentlich die symbolische Bedeutung dieser Bildgattung: Der Betrachter sollte auf ästhetische Art und Weise an seine Vergänglichkeit und an die christliche Heilsgeschichte erinnert werden (Vanitasbilder). Wein und Weintrauben symbolisierten das Blut Christi, Äpfel und Pfirsiche die überwundene Sünde, herumkrabbelnde Insekten das Böse und brennende Kerzen und Totenschädel den Tod. Dieser schien allgegenwärtig, aber ohne Sterben (Ernten) kein Leben: Lebens-Mittel.
© Text: Charlotte Brinkmann
