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Hintergrundwissen

Anekdoten

"Eis wurde in Indien, in arabischen Ländern, in der Türkei benutzt - hauptsächlich, um Sherbet, kühlen Fruchtsaft, zu machen. Im kalten England dachte im 17. Jahrhundert endlich einer, man könnte damit Fleisch frischhalten - und wurde gleich zum Märtyrer seiner Idee: Sir Francis Bacon, Philosoph und Naturwissenschaftler, wollte im Jahr 1626 ausprobieren, ob und wie lange ein mit Schnee gefülltes Hühnchen sich frisch hält. Während er im Schnee herumstapfte, um das Hühnchen damit zu füllen, erkältete er sich; zwei Wochen später starb er an Bronchitis. Gedenken wir seiner, wenn wir ein Hühnchen aus dem Kühlschrank nehmen!" (aus: Paczensky/ Dünnebier 1994, S. 358)

  • SchweineschlachtereiEssen heißt töten

Bei vielen Völkern in Amerika und Ozeanien hatte Kannibalismus mit Kriegführen zu tun und war von religiösen Auffassungen und Ritualen begleitet. So auch in Brasilien bei den Tupinamba-Indianern. Das Schlachten von Menschen war eine Art Taufe, und bevor ein junger Mann nicht auf diese Weise einen Erwachsenennamen erworben hatte, durfte er nicht heiraten. Frauen töteten zwar nicht, aber sie waren durch diverse Aufgaben in dieses grausame Männlichkeits- und Machtritual mit eingebunden. Jeweils eine Frau hatte das Opfer zu ernähren, mit ihm zusammenzuleben und auch zu schlafen, monatelang, manchmal bekam sie sogar ein Baby von ihm; später hatte sie dann zusammen mit den anderen Frauen sein Fleisch zuzubereiten - und auch das des gemeinsamen Babys (nach: Paczensky/ Dünnebier 1994, S. 264).

Schon im alten Griechenland und bei den Römern gab es strenge Vegetarier, die aber meist Objekte des Spotts waren - obwohl Prominente wie Pythagoras (der mit dem mathematischen Satz) dazugehörten. Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. leben indische und andere Buddhisten vegetarisch, doch erst 1847 wurde die "Vegetarian Society of England" gegründet. Deren Hauptargument ist weniger der Glaube an die Seelenwanderung, als vielmehr die (typisch viktorianische?) Ansicht, daß Fleischessen im Menschen tierische Leidenschaften auslöse. Die Meinung, daß Vegetarier bessere und friedlichere Menschen seien, hat spätestens der Vegetarier Adolf Hilter gründ- lich widerlegt (nach: Paczensky/Dünnebier 1994, S. 289/290).

Tee breitete sich im 18. Jahrhundert schnell in allen Schichten aus, verdrängte etwa in England fast ganz das selbstgebraute Bier und eroberte schnell die Kaffeehäuser. Da Zucker und Tee zur gleichen Zeit billiger wurden, eroberten beide zusammen die Volksküchen. Im Chor der mißbilligenden Oberschicht erschallte auch vom französischen Königshof in Versailles her die Stimme von Liselotte von der Pfalz. Sie schrieb im Dezember 1712, Tee schmecke wie "Heu und Mist". Schon 50 Jahre zuvor hatten Europäer Tee, der vermutlich falsch zubereitet war, "Heuwasser'l" genannt (nach: Paczensky/ Dünnebier 1994, S. 474).