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Hintergrundwissen

Trauerverhalten

Die von einem Todesfall betroffene Familie legte besondere Kleidung an, in Farben, die an bleiche Gebeine erinnerten oder in Schwarz (Schwarze Stoffe waren teuer, deshalb setzte sich Schwarz als Trauerfarbe erst seit dem Spätmittelalter durch). Männer verhüllten das Haupt, ließen Haare und Bart wachsen. Die Hinter-bliebenen enthielten sich während der Trauerzeit aller Vergnügungen. Es durfte nicht gefeiert, getanzt und geheiratet werden. Die Trauer währte bei Wohlhabenden ein Jahr und war während der ganzen Zeit an der Kleidung erkennbar, bei den Ärmeren dagegen nur 30 Tage. Die Trauerzeit war abhängig vom Verhältnis zum Toten, am längsten mußten Witwen trauern. Viele Frauen heirateten nicht wieder und trugen bis zum Ende ihres Lebens Trauerkleidung. Witwer gingen in der Regel schnell wieder eine Ehe ein. Die Kirche schrieb zwar vor, in welchem Abstand eine neue Verehelichung statthaft sei, aber verwitwete Männer hielten sich vielfach nicht daran, da ihr Hausstand eine Hausfrau brauchte.
Die Trauerzeit war mit Besuchen ausgefüllt, es wurden tröstende Worte für die Hinterbliebenen gesprochen. Danach ganz allmählich, nahm das Leben wieder seinen gewohnten Gang. Der Todestag eines Angehörigen wurde alle Jahre wieder begangen. Seelenmessen erneuerten die Erinnerung an den Verstorbenen. (...)

Zitiert aus: Marianne Mischke, Der Umgang mit dem Tod. Berlin 1996

  • G. B. Villa - Grabmal des Raffaele Pienovi (1879)
  • Trauergemeinde mit weiten GewändernE. Friant - Schmerz (Ende 19. Jhd.)
  • Totenschädel und weibliches GesichtEdvard Munch - Trauerkuß - 1899 - © Verlag Aurel Bongers - Recklinghausen - 1992