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Hintergrundwissen

Schönheit und Gesundheit

Schönheit, Hygiene und Gesundheit sind in den letzten Jahrzehnten in der westlichen Welt immer enger miteinander verbunden worden. Das war nicht immer so. Die körperliche Reinigung, beschränkte sich in der Zeit vom 16.bis weit ins 18.Jahrhundert auf ein Minimum. Wasser galt als schädlich und Baden als gesundheitsgefährdend und unmoralisch. Puder deckte Schmutz, Unregelmäßigkeiten, Pusteln und sogar Geschwüre ab. Körpergeruch ließ sich mit starken Parfüms überdecken, der häufige Wechsel von Leibwäsche ersetzte das Waschen der Haut und Flohfallen am Körper bekämpften das Ungeziefer. Es war nicht wichtig gesund zu wirken, Fitness war noch lange kein Ideal. Das Ziel war es, teilzuhaben am gesellschaftlichen Ideal von Schönheit und durch entsprechende Kleidung, Frisur und Schminke schön zu wirken. Dafür zahlte man auch mit seinem Wohlbefinden und seiner Gesundheit.

So waren zum Beispiel schon sehr früh in den verwandten Kosmetika krankmachende Stoffe. Das Ideal eines blassen Teints, Zeichen eines vornehmen Lebensstils, erkaufte man sich mit einem giftigen Puder, der durch seinen hohen Bleianteil unter anderem starke Hautschädigungen und Zahnausfall verursachen konnte. Von Königin Elisabeth I. von England (1533-1603) wird berichtet, daß sie so unter den Folgen, die der lebenslange Gebrauch von bleiweißhaltigem Puder in ihrem Gesicht anrichtete litt, daß sie anordnete alle Spiegel aus ihrer Umgebung zu entfernen.

Wer sich den teuren Puder, der zum Teil aus Italien eingeführt wurde, nicht leisten konnte, griff zu anderen Mitteln, um die begehrte vornehme Blässe zu bekommen. Der Verzehr einer ekelerregenden Mischung aus Kies, Asche, Kohlenstaub und Kerzen sorgte für Übelkeit und Erbrechen und erzeugte so den gewünschten Hautton. Ohnmachten bei Frauen waren seit der Renaissance an der Tagesordnung, verursacht durch die viel zu eng geschnürten Korsetts, die so straff waren, daß das Atmen schwer fiel, innere Organe gequetscht und Rippen verschoben wurden.

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Leiden für die Schönheit, die Bereitschaft sich riskanten und auch gesundheitschädlichen Prozeduren zu unterwerfen, um sich dem idealen Äußeren anzunähern, Selbstquälereien, die man keinem anderen antäte, das alles sind keine neuen Verhaltensweisen. Sie finden sich in allen Epochen und in allen Ländern. Chinesische Krüppelfüße, giftige Kosmetika, afrikanische und mittlerweile auch europäische Narbenzeichnungen, birmanesische Giraffenhälse, westliche Silikonbusen, jahrelange Hungerkuren, krebserregende Sonnenbäder, bewußte Arsenvergiftungen zur Haarverschönerung..., all das sind zum Teil sehr gefährliche oder auch tödliche Manipulationen der unterschiedlichsten Art, die Menschen an ihrem Körper vornahmen und vornehmen, um ein Ziel zu erreichen: Schön zu sein.