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Ebenfalls in einer langen kulturellen Tradition des Schminkens steht die Schminkkunst der japanischen Geisha, Frauen, die zur körperlichen und geistigen Unterhaltung der Männer ausgebildet wurden. Wenn ein Geisha weiß geschminkt wird, drückt das nicht - wie z.B. im Barock - Vornehmheit aus, sondern Käuflichkeit. Das Muster im Nacken ist kein abstraktes Ornament, sondern hat erotische Bedeutung, es symbolisiert das Geschlechtsteil, die Schamlippen der Frau. Die Dienste dieser Freudenmädchen müssen teuer bezahlt werden, denn sie haben eine lange Ausbildung absolvieren müssen, können ihre Gäste mit Gedichten und Gesängen unterhalten und beherrschen die Tradition des erotischen Vergnügens. Die puppenhaft geschminkten Gesichter entsprechen nicht nur einem traditionellen Schönheitsbild, sondern sind zugleich Masken, unter denen die Frauen anonym bleiben, ein Schutzschild hinter denen sie ihre Gefühle verbergen können.
© Text: Ulla Rehbein
