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Hintergrundwissen

Schönheit in der Antike

Näher ist uns in manchem die griechische und römische Antike. Vieles was in der Antike als Ideal menschlicher Gestalt und Gesichtszüge postuliert wurde, wird prägend für die Kultur des Abendlandes. In der Renaissance orientiert man sich an antiken Ideen und Vorbildern. Auch in späteren Jahrhunderten gefallen die griechischen und römischen Schönheitsvorstellungen und tragen ihren Teil bei zu dem, was als schön empfunden wird.

Griechen und Römer beschäftigten sich intensiv mit der Frage, was Schönheit ausmacht, wie der ideale Körper und das schöne Gesicht beschaffen sein muß. Männliche Schönheit war nicht weniger bedeutsam als weibliche und für beide Geschlechter gab es einen Schönheitskanon. Wichtig war für Mann und Frau die harmonische Ausgewogenheit und Wohlproportioniertheit des Körpers.

  • Statue eines Griechen

Frauen sollten anmutig und schlank sein, mit einer Haut, die "weißer als Elfenbein" (Homer) war. Männliche Haut dagegen galt als weibisch, wenn sie zu hell war, der Körper des Mannes sollte zeigen, daß er durch ein aktives Leben im Freien, durch Sport, Jagd und Kriegertum geformt wurde. Wie in Ägypten legte man viel Wert auf Sauberkeit und pflegte sich mit Salben und Ölen, um den Körper glatt und geschmeidig zu halten. Zahlreiche Rezepte zur Haut- und Gesichtspflege sind überliefert und besonders die oberen Schichten scheuten keinen Aufwand bei der oft langwierigen Zubereitung und Anwendung von Gesichtsmasken, Bädern und Salbungen. Handbücher verbreiteten Tips und Rezepte zur Schönheitspflege. So empfahl Ovid zum Beispiel eine Salbe, bestehend aus Gersten- und Weizenmehl, Eiern, gemahlenen Hülsenfrüchten und Hirschgeweihen, Harzen, den Zwiebeln der Narzissse, Honig und Gummi. Auch benutzte man eine Art Zahnpulver zur Mundpflege. Als sehr unästhetisch galt jegliche Art von Körperbehaaarung, die man mit Pinzetten und Cremes beseitigte. Mit verschiedenen Kämmen, Haarnadeln und Pflegemitteln betrieben besonders die Frauen eine kunstvolle Haarpflege. Schöne Haare trugen sehr zur weiblichen Attraktivität bei und viele Dichter lobten die Haarpracht als Zeichen der Schönheit.

Wer schön sein wollte, mußte Jugend ausstrahlen. Zeichen des Alters und des Verfalls wurden mit den verschiedensten Kosmetika, mit Cremes, Haarfärbemitteln, Perücken und anderem überdeckt. Lukian spottete im 2.Jhdt. nach Christus: "wer die Frauen sähe, wie sie am Morgen aus dem Bett kommen, der würde sie häßlicher finden als Affen. Darum schließen sie sich sorgfältig zu Hause ein und sind für kein männliches Wesen sichtbar ... Diese Frauen waschen nicht mit einem Guß frischen Wassers die Schläfrigkeit fort und gehen sodann an eine ernsthafte Arbeit, nein, Puder in verschiedenster Zusammensetzung müssen die unerfreuliche Gesichtsfarbe aufhellen ... Da sind silberne Schüsseln, Krüge, Spiegel, eine Menge von Büchsen wie in einer Apotheke, Gefäße voll von vielerlei heillosem Zeug, in denen Zahnputzmittel oder Farben zum Schwärzen der Augenlider bereitgehalten werden." (Zitiert nach: Die Sehensucht nach Vollkommenheit, (Hg.) Schwarzkopf GmbH, S.85)