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Inhalt der Sendung

Die Sendung versucht eine Annäherung an ein sehr komplexes und "emotionales" Thema: Verbindungen der Liebe, der Vernunft, der gesellschaftlichen Bestimmung zwischen Mann und Frau sowie zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Um der gesellschaftlichen und damit historischen Bedingtheit dieser "Beziehungen" Rechnung zu tragen, bietet die Sendung Verweise zu unterschiedlichen historischen Situationen.

Einen größeren Umfang nehmen jedoch Lebens- und Liebesbeschreibungen von Menschen unterschiedlichen Alters ein, denn nur sie können die emotionale Qualität und den individuellen Umgang mit den manchmal bestehenden Widersprüchen zwischen Sehnsüchten und gesellschaftlichen Sanktionen lebendig machen.

"Liebe bezieht sich auf Liebe, sucht Liebe, wächst in dem Maße, als sie Liebe finden und sich selbst als Liebe erfüllen kann (...) Liebe löst die ihr zufallenden Kommunikationsprobleme auf ganz eigentümliche Weise. Sie kann, um es paradox zu formulieren, Kommunikation unter weitgehendem Verzicht auf Kommunikation intensivieren. Sie bedient sich weitgehend indirekter Kommunikation, verläßt sich auf Vorwegnahme und Schonverstandenhaben. Sie kann durch explizite Kommunikation, durch Frage und Antwort, geradezu unangenehm berührt werden, weil damit zum Ausdruck kommt, daß etwas sich nicht von selbst versteht. Zum klassischen Code gehört denn auch die 'Augensprache', ebenso wie die Feststellung, daß Liebende endlos miteinander reden können, ohne sich etwas zu sagen zu haben. Es ist, anders gesagt, kein kommunikatives Handeln, kein Fragen und Bitten des Geliebten erforderlich, um den Liebenden auf ihn einzustimmen.(...)" (Luhmann, 1992, S.29ff).

Liebende erschaffen sich ihre eigene Welt, die ihren Sinn und ihre Rechtfertigung in sich selbst trägt. Sie entsteht ohne Rücksicht auf die Außenwelt, realisiert sich allein im Zusammensein der Liebenden. Die Liebe zweier Menschen, gemeinsam gegen die ganze Welt, ist ein sehr beliebter Topos. Er prägt fast alle großen Liebesgeschichten der Welt und hat bis heute seine durchaus erhebende Wirkung auf die Gefühle Liebender nicht verloren. Auch wer noch nie etwas von Shakespeare gelesen hat, die Geschichte und das Schicksal von Romeo und Julia kennt jeder.

Die Symbole mit denen Liebe gern beschrieben wird, zeigen, wie sehr Liebe als mysteriöses, unverständliches und außerhalb der sozialen Normen liegendes Phänomen begriffen wird. Sie ist eine Passion, die man hilflos erleidet, eine "Himmelsmacht" die alles erlaubt und alles ermöglicht. Man sagt, sie sei ein Wunder, eine Krankheit, ein Wahnsinn, folie à deux und keinesfalls lasse sie sich erklären. Und sie kann sowohl unendliches Glück als auch unendliches Leid sein. Oft auch beides gleichzeitig. Textautorin: Ulla Rehbein

Freudvoll
Und leidvoll
Gedankenvoll sein,
Hangen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt -
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
J.W.v.Goethe

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