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Inhalt der Sendung

Schule: über Jahrhunderte, Jahrtausende ist sie die Institution, die für die Bildung des Menschen Sorge tragen sollte. Folglich steht die Schule, ihre Bedeutung, ihre Entwicklungen, ihre Probleme - heute und in der Geschichte - im Mittelpunkt der Sendung. Über die Jahrhunderte hat sich schulische Bildung weit über das hinausgehoben, was als "Bildung für's Leben" von Generation zu Generation vermittelt werden musste.

Je mehr sich das Wissen einer Gemeinschaft über die unmittelbare Bewältigung des Alltags erweitert hat, um so mehr bestand die Notwendigkeit, dieses Wissen für die nachfolgenden Generationen zu sichern, erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Anschauungen weiterzugeben. Bildung nährte sich jedoch nie allein aus der Reproduktion von Wissen. Die menschliche Neugier, seine Kreativität und seine Fähigkeit, in der Betrachtung eines Gegenstandes immer wieder neue Perspektiven einzunehmen, haben es ermöglicht, dass der Kenntnisstand einer Gesellschaft sich immer wieder modifizieren konnte, sich zu einem immer größer werdenden "Wissenspool" ausdehnte.

Der Mensch als Individuum ist schon lange nicht mehr in der Lage sich diesen Wissenspool anzueignen. Immer mehr Bereiche des "Wissens" sind daher im Laufe der Zeit zum Belang von Experten geworden. Heute mehr denn je. Bildung ist nicht Wissen, sondern das Interesse an Wissen (Hans Mongolius, 1909)

Je mehr sich "Wissen" spezialisiert, umso bedeutsamer wird Bildung: als eine Forderung an alle und für alle Menschen. Bildung: ein Menschenrecht, eine Grundvoraussetzung, an einer Gesellschaft partizipieren zu können. Über die gängigen Kulturtechniken hinaus zu wissen, wie und wo man sich "Wissen" aneignen kann, seine Fähigkeiten und Anlagen zu entdecken und entsprechend weiterentwickeln zu können, sich selbst zu finden - dies sind Ansprüche, die im Laufe der Geschichte keine Selbstverständlichkeit waren. Das Recht auf "Bildung für alle" musste oft erkämpft werden und nur selten löste die schulische Erziehung diese idealen Ansprüche an Bildung auch wirklich ein.

Die Geschichte der Schule ist immer auch eine Geschichte der Unzufriedenheit mit ihren Formen und Inhalten, eine Geschichte der (versuchten) Veränderungen und Reformen. Dies gilt bis heute: Proteste von Schülern, Eltern und Lehrern gegen die Kürzungen in den Bildungsetats finden sich immer häufiger in den Schlagzeilen; Diskussionen um die Inhalte der Lehrpläne sind nach wie vor ein Dauerthema. Ohne auf Reformdiskussionen eingehen zu wollen, will die Sendung eine Basis bieten, von der aus das eigene tägliche Tun im "Bildungsbetrieb" reflektiert werden kann. Eine Diskussion, die Schülern (und natürlich auch Lehrern) die Möglichkeit gibt, nach der Notwendigkeit von Bildung und Ausbildung zu fragen, nach dem Positiven aber auch nach den Defiziten ihres Bildungsalltags zu suchen. Die in der Sendung gewährten exemplarischen Einblicke in die Geschichte der Bildung können - zusammen mit den Aussagen von Zeitzeugen über ihren Schulalltag - den Schülern helfen, zwischen "Notwendigkeit" und "Pflicht" ihren eigenen Standpunkt zu formulieren und ihre Wünsche für eine Bildung der Zukunft zu beschreiben.