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Diese erste Sendung zum Thema "Eßkultur" nähert sich dem Phänomen Eßkultur in fünf Kapiteln, die die historische und kulturelle Bedeutung von Nahrungsmitteln beleuchten. In "Teil 1: Überfluß" wird der Umgang mit Ernährung in den modernen, westlichen Gesellschaften an zwei entgegengesetzten Positionen aufgezeigt: einerseits die industrielle Herstellung, Manipulation und Verarbeitung von Lebensmitteln, die sich den Welternährungsproblemen auf zweckrationale Weise nähert; andererseits der individuelle Umgang mit dem Warenangebot, wobei hier eine Rohkostvertreterin den Genuß des natürlichen Geschmacks in den Vordergrund stellt. In "Teil 2: Mangel" wird deutlich, daß Hunger nur selten die Folge von Naturkatrastrophen ist, sondern, wie ein Blick in die europäische Geschichte zeigt, oft als Ergebnis politischer Konflikte (Kriege) und gesellschaftlicher Mißstände (Privilegien) vom Menschen selbst gemacht wird. So werden auch heutige Welt-Ernährungsprobleme in "Teil 3: Exotika" im historischen Kontext des Kolonialismus betrachtet. Am Beispiel des Zuckers wird sichtbar, wie westliche Bedürfnisse grausame Blüten trieben und bis heute tief in die Ökonomie der armen Länder eingreifen. Warum aber trotz Hunger in fast allen Kulturen jeweils unterschiedliche Nahrungstabus existieren, wird in "Teil 4: Verbotene Früchte" am Beispiel des Rindes in Indien und des Pferdes in Deutschland veranschaulicht. Oft haben hier ehemalige Lebensmittel historisch eine andere, wichtigere Aufgabe übernommen, etwa religiöser, wirtschaftlicher oder emotionaler Art. Auch in "Teil 5: Man ist was man ißt" geht es um den symbolischen Gehalt von Lebensmitteln. Meist ist das, was rar und teuer ist, Prestigeobjekt und Mittel zur Abgrenzung von niederen Schichten. So kann man nachvollziehen, warum einzelne Speisen in manchen Zeiten besondere Bedeutung erhalten und gewissen Moden unterliegen.
© Text: Charlotte Brinkmann
