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Unterricht: Afrika digital

Der Film zeigt am Beispiel von Ruanda und Uganda, welche Perspektiven Handy und Internet für die Entwicklung afrikanischer Staaten südlich der Sahara bieten können. Die Schwerpunkte liegen auf Wirtschaft und Bildung.

Einstieg in das Thema

  • Auf einer Landstraße laufen zwei Frauen mit einer kleinen Ziegenherde; Rechte: WDR Uganda und Ruanda sind überwiegend ländlich geprägt.

Zum Einstieg beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den zwei Aspekten des Themas: Mit den Perspektiven, die das Internet für die persönliche und wirtschaftliche Entwicklung bietet und mit den beiden Ländern, um die es gehen wird, Ruanda und Uganda. Arbeitsblatt 1 "Mindmap Internet" enthält eine Vorlage für eine Mindmap, die die Schüler in Einzelarbeit ausfüllen: Was bringt das Internet für unser Leben – für die persönliche Lebensgestaltung, für Bildung, Arbeitsleben und Wirtschaft? Die Mindmaps können in Partnerarbeit besprochen und dabei eventuell ergänzt werden. Anschließend werden sie in der Klasse aufgehängt und kurz besprochen. Sie können im Laufe der Unterrichtseinheit immer wieder unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, was davon in welcher Form auf andere Länder Afrikas oder den Kontinent allgemein zutrifft.

Arbeitsteilig informieren sich die Schülerinnen und Schüler selbstständig über die Geografie und Wirtschaft Ruandas und Ugandas. Dazu recherchieren sie im Atlas, in Nachschlagewerken und im Internet Informationen zu den Stichworten auf Arbeitsblatt 2a "Länderprofil". Sie sollen möglichst viele Informationen aus den Themenkarten im Atlas entnehmen. Nützliche Internetquellen sind die Länderinformationen des Auswärtigen Amts und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) oder das CIA World Fact Book in Englisch. Nach dem Ausfüllen des Profils tauschen sie in Partnerarbeit ihre Informationen aus und vergleichen beide Länder kurz. Arbeitsblatt 2b enthält stichwortartig die wichtigsten Daten und kann als Kontrollblatt dienen. Mit diesen Vorinformationen können die Schülerinnen und Schüler dem Film besser folgen.

Handy als Motor von Entwicklung

  • In Ruandas Hauptstadt Kigali kann man bereits überall drahtlos surfen; Rechte: WDR Ein Mann sitzt in einer Caféterrasse am Computer.

Im Film wird an mehreren Beispielen beschrieben, warum das Handy ein entscheidender Motor für die digitale Entwicklung vieler afrikanischer Länder ist. Dieser Aspekt sollte im Unterricht aufgearbeitet und vertieft werden. Zunächst systematisieren die Schülerinnen und Schüler in Partnerarbeit die komprimierten Informationen aus dem Film, nämlich warum gerade das Handy für die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas so viele Chancen bietet. Hier gilt es, sich die mangelhafte Infrastruktur in vielen afrikanischen Ländern bewusst zu machen, etwa schlechte Verkehrsverbindungen, nicht vorhandene Telefon-Festnetze, unsichere Stromversorgung oder kaum verbreitete Bankkonten. Das Handy kann ohne allzu kostspielige Infrastrukturmaßnahmen in vielen Bereichen abhelfen. Arbeitsblatt 3 "Handy und Entwicklung" gibt Anregungen für eine Mindmap um drei zentrale Aussagen aus dem Film, die die Schüler erklären sollen. Es ist sinnvoll, wenn die Schüler zur Bearbeitung der Aufgabe den ersten Teil des Films noch einmal individuell ansehen können. Seite zwei des Arbeitsblatts nennt zur Anregung weitere Anwendungen des Handys für die Entwicklung in Afrika.

Vertieft wird das Thema durch Daten der Agentur für Informations- und Kommunikations-Technologien der Vereinten Nationen (ITU). Auf Arbeitsblatt 4a "Datensammlung Kommunikationstechnologien" haben wir Daten zu Verbreitung und Kosten von Mobiltelefonen, Festnetzanschlüssen sowie Internet und Breitbandverbindungen in Afrika und Vergleichsregionen zusammengefasst. Die Schülerinnen und Schüler entnehmen den Tabellen und Grafiken die wichtigsten Informationen und interpretieren sie. Der Vergleich mit anderen Ländern macht die große Kluft zwischen den afrikanischen und den Schwellen- oder Industrieländern deutlich. Trotz der rasanten Zunahme von Mobiltelefonen und Internetnutzern ist die Versorgung der Bevölkerung noch äußerst gering. Die Daten und Fakten auf dem Arbeitsblatt liefern einige Gründe und zeigen auf, dass der Zugang der Bevölkerung zum Internet in absehbarer Zeit vor allem über öffentliche Einrichtungen gewährleistet werden muss.

In der Sekundarstufe 2 können die Schülerinnen und Schüler die Daten in Gruppen selbst recherchieren. Arbeitsblatt 4b gibt dazu Tipps und mögliche Informationsquellen im Internet. Die wichtigsten Informationsquellen, u. a. die Berichte der ITU, sind nur in Englisch verfügbar.

Bildung und Internet

Auch der zweite Aspekt des Films – die Bedeutung der Bildung für die digitale Entwicklungsperspektive Ugandas und Ruandas – sollte vertieft werden. Dies kann in Form einer Pro- und Kontra-Diskussion geschehen, die auf Arbeitsblatt 5 "Bildung und Internet" beschrieben ist. Ausgangspunkt der Diskussion ist der Filmabschnitt über das Projekt, Computer und Internet an Schulen in entlegenen Dörfern anzubieten. Die beiden zugespitzten Positionen dienen dazu, sich intensiver mit der Bedeutung des Internetzugangs in Schulen in Afrika auseinanderzusetzen. Einige Aspekte werden auf dem Arbeitsblatt in Zitaten angesprochen. Schulen sind in diesen Dörfern die einzige Chance, das Internet überhaupt kennenzulernen. Über das Internet zugängliche Bildungsnetze und Informationen können Nachteile durch wenige Schulbücher und schlecht ausgebildete Lehrkräfte ausgleichen. Außerdem kann der ansonsten schwer realisierbare Kontakt mit der ganzen Welt viele Anstöße liefern, Perspektiven eröffnen und auch einen Beitrag zur Demokratisierung leisten.

Vor allem bei diesem Thema bietet es sich an, auch die Bürgerkriegsgeschichte der beiden Länder einzubeziehen, die im Film an mehreren Stellen kurz angerissen wird. Im Hintergrundartikel in diesem Wissenspool wird am Beispiel von Ruanda beschrieben, wie das Land diese schwere Hypothek überwinden will. Es ist sinnvoll, diesen Artikel in die Vorbereitung der Pro- und Kontra-Diskussion einzubeziehen.

Entwicklungsperspektiven vergleichen und beurteilen

In der Sekundarstufe 2 können die wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven durch die Digitalisierungspläne der beiden Länder näher beleuchtet und beurteilt werden. Der Hintergrundartikel liefert für Ruanda nähere Informationen zur Entwicklungsstrategie. Die dort aufgezeigten Probleme können zum Teil auch auf Uganda übertragen werden. Als abschließende bewertende Präsentation kann ein Ländervergleich mit Indien und Südkorea dienen. Beide Länder werden im Film als Vorbild genannt.

Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in Gruppen mithilfe der Quellen auf Arbeitsblatt 6 "Vergleich Afrika-Asien", wie sich diese beiden Länder wirtschaftlich und technologisch entwickelt haben. Sie untersuchen dazu Ausgangssituationen, Entwicklungsfaktoren, Problemfaktoren und die heutige Situation und vergleichen sie mit Uganda und Ruanda. Daraus kann sich auch eine Prognose für die Entwicklung in diesen Staaten ergeben. Auf dem Arbeitsblatt und in unserer Linkliste finden die Schülerinnen und Schüler Informationsquellen im Internet.

  • Arbeitsblatt 6 - "Vergleich Afrika – Asien" Sek. II

Weiterführende Vorschläge:

  • Externer LinkSüdkorea: Wirtschaftsmacht am gelben Meer

    Vor 50 Jahren ein kriegszerstörtes Agrarland, heute eine der größten Wirtschaftsmächte der Welt. Den beispiellosen Aufstieg Südkoreas verkörpert die Familie Choi, die in drei Generationen vorgestellt wird. Der Film zeigt auf, welche Faktoren für den schnellen wirtschaftlichen Aufstieg Südkoreas bestimmend waren und gibt einen Einblick in die wechselvolle Geschichte des Landes.

  • Externer LinkBlut im Handy? Der schmutzige Handel mit Coltan für unsere Handys

    Für die Produktion von Handys braucht man spezielle Mineralien wie Coltan. Coltan wird im Ostkongo oft von Kindern aus ungesicherten Minen geholt. Das Geld aus dem Verkauf finanziert einen Krieg, der schon 15 Jahre dauert und bis heute fünf Millionen Menschen getötet hat. (Ausstrahlung am 18.1.2012)