zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.
Es empfiehlt sich, den Film in Etappen anzusehen, damit die vielen Aspekte und Ansatzpunkte für Diskussionen nicht untergehen. Wir schlagen Ihnen drei Abschnitte vor:
Zudem ist es sinnvoll, die Schüler aufzuteilen und jeweils eine/n der Protagonisten beobachten zu lassen. Erfahrungsgemäß fällt es den Schülern leichter, eigene (Vor-)Urteile zu äußern, wenn sie das im Schutz einer Rolle tun können. Diese Aufteilung bietet auch die Möglichkeit zur inneren Differenzierung. Nicht alle Personen stehen vor ähnlich schwierigen Situationen im Film: Jörg und Iris Schwerdtner haben einfachere Rollen als die Tochter Romy oder Nejla Altiok. Es kann sinnvoll sein, Schüler zu einem Perspektivwechsel zu "zwingen": Schüler mit Migrationshintergrund versetzen sich in die Lage eines Deutschen und umgekehrt. Je nach Zusammensetzung der Gruppe kann es besser sein, die Rollen zu verlosen, um lange Diskussionen über Vorlieben und Antipathien zu vermeiden. Für die sieben Protagonisten gibt es drei gleiche Aufgaben: für jeden Filmabschnitt eine. Die übrigen Aufgaben unterscheiden sich, da die Einzelnen unterschiedliche Erlebnisse haben und auch nicht gleich große Rollen im Film einnehmen. Die Aufgaben können oft auch aus der Perspektive mehrerer Personen bearbeitet werden, zum Beispiel als Zusatzanforderung für schnelle Schülerinnen und Schüler. Natürlich ist es auch möglich, die Aufgaben ohne Rollenaufteilung zu bearbeiten.
Bevor Sie den Film zeigen, ist eine Einstimmungsphase sinnvoll. In einem "stillen Gespräch" äußern sich die Schüler zum Thema Integration. Was verstehen sie unter Integration? Die Aufgabe und Methode wird auf Arbeitsblatt 1 "Stilles Gespräch" erklärt. Die Ergebnisse der Gruppen können in der Klasse aufgehängt oder in einer Mappe gesammelt werden, sie müssen noch nicht im Unterrichtsgespräch diskutiert werden. Am Schluss der Unterrichtseinheit werden die Ergebnisse noch einmal betrachtet: Was sehen die Schülerinnen und Schüler nun anders?
Die Schüler lernen die Personen kennen. Auf Arbeitsblatt 2 "Rollenbiografie" sind die Figuren mit den wichtigsten Daten abgebildet. Zeigen Sie den Anfang des Films bis 04:30 Min., wenn die Familien zu ihrem Zielort fahren.
Die Schüler haben nun einen Eindruck von den Personen und der Ausgangslage. Auf Arbeitsblatt 3 "Erwartungen" notieren sie, was den Beteiligten während der Autofahrt durch den Kopf geht. Was erwarten sie? Worauf freuen sie sich? Was befürchten sie? Die Ergebnisse der Schüler können in Arbeitsgruppen ausgetauscht werden. Die Arbeitsgruppen können entweder nach Protagonisten getrennt stattfinden (alle Romy-Beobachter in einer AG usw.) oder bewusst gemischt werden, so dass jede AG aus sieben Schülern besteht und jede Figur vertreten ist. Die Schüler heben das Arbeitsblatt auf, damit die Gedanken später wieder aufgegriffen werden können.
So eingestimmt werden die Schüler das Experiment aufmerksam und zielgerichtet mit dem Fokus auf die eigene Figur verfolgen. Zeigen Sie nun den Abschnitt von Tag 1 bis zum Ende des vierten Tags (04:30 bis 21:00 Min.). Alle sieben Personen haben erste Erfahrungen in ihrem getauschten Leben gesammelt. Die Schüler schreiben aus der Sicht einer Figur einen Brief bzw. eine Mail an einen Freund oder Verwandten (Arbeitsblatt 4 "Brief"). Auf diese Weise wird sichtbar, was die Schüler besonders bewegt hat und was in der Diskussion aufgegriffen werden sollte. Für die verschiedenen Figuren gibt es weitere Aufgaben, aus denen Sie auswählen können:
Zwei Szenen aus dem Filmabschnitt eignen sich für eine Diskussion über Vorurteile. Brandenburger Schülerinnen äußern auf dem Schulhof ihre Vorstellungen über Türken ("Im Urlaub in der Türkei nett, in Deutschland schmarotzerhaft und unfreundlich"). Später erzählt Tom von seinen schlechten Erfahrungen mit einem gewaltbereiten Türken in Berlin. Auf Arbeitsblatt 10 "Vorurteile" haben wir die Zitate als Gedächtnisstütze zusammenfasst. Beziehen Sie passende Äußerungen aus dem "Stillen Gespräch" zu Anfang der Unterrichtseinheit (Arbeitsblatt 1) mit ein.
Die Schüler sollen sich kritisch mit den Meinungen auseinandersetzen. Was kann man Tom und den Schülerinnen entgegnen? Zwei Sachtexte lassen sich in die Diskussion einbeziehen: Im Hintergrundtext in diesem Wissenspool beschreibt die Produzentin des Films, wie die Protagonisten im Laufe des Experiments Vorurteile überwunden haben. In der Linkliste führen wir einen Artikel aus den Informationen zur politischen Bildung auf, der als PDF heruntergeladen werden kann. Die Autorinnen stellen verbreiteten Vorurteilen Fakten über die Lebenssituation der türkischen Minderheit in Deutschland gegenüber.
Nachdem Sie den Schluss des Films gemeinsam angesehen haben, füllen die Schülerinnen und Schüler Arbeitsblatt 11 "Erfahrungen" aus: Welche Gedanken gehen den Figuren auf der Rückfahrt durch den Kopf? Was hat sie am meisten bewegt und was haben sie gelernt? Dazu lesen die Schüler ihr ausgefülltes Arbeitsblatt 3 "Erwartungen" durch und knüpfen daran an. Zum Abschluss des Films lernen auch die Schwerdtners, ein türkisches Gericht zu kochen. Analog zu Arbeitsblatt 7 "Schmorgurken" recherchieren die Schüler, die Iris und Jörg Schwerdtner beobachten, ein türkisches Rezept (Arbeitsblatt 12 "Türkisches Rezept") und wiederholen dabei die Vorgangsbeschreibung.
Eine Schlüsselszene im Film ist der Damenstammtisch (21:00 bis 23:15 min). Die Lübbenauer Freundinnen der Familie Schwerdtner fragen Nejla Altiok alles, was sie schon immer über Türken in Deutschland wissen wollten. Dieses ungewöhnlich offene Gespräch bietet sich an, um das Thema Integration aufzugreifen. Auf Arbeitsblatt 13 "Damenstammtisch" werden die zentralen Zitate wiederholt. Am Abend nach dem Damenstammtisch berichtet Nejla ihrer Familie von dem Treffen. Diese Aufgabe kann um die Perspektive der Lübbenauer Frauen erweitert werden: Was berichtet die Frau ihrem Mann, der sie nach dem Treffen abholt? Eine Klassendiskussion über Integration wird in Form des heißen Stuhls durchgeführt. Auf Arbeitsblatt 14 "Heißer Stuhl" haben wir drei Positionen zur Integration aufgeführt, auf die sich jeweils eine Gruppe vorbereitet. Eine Gruppe verteidigt Assimilation und eine andere die Gegenposition, die jede Art von Anpassung für unnötig hält. Die dritte Gruppe vertritt eine mittlere Position, die besagt, dass man sich integrieren kann, ohne völlig in der Mehrheitsgesellschaft aufzugehen.
Jede Gruppe kommt für eine festgelegte Zeit auf den heißen Stuhl und muss die Positionen gegenüber den Fragen und Argumenten vom Rest der Klasse verteidigen. Wenn jede Gruppe an der Reihe war, wird die Diskussion ausgewertet. Alternativ kann die Diskussion als Fishbowl angelegt werden: Vertreter der drei Gruppen diskutieren miteinander, wobei die Vertreter jederzeit ausgewechselt werden können, wenn ein anderes Gruppenmitglied einsteigen möchte. Vor der Diskussion um Integration sollten die Schüler sich mit den Fakten vertraut machen, wie viele Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland leben und wie ihre soziale Situation ist. Auf Arbeitsblatt 15 "Grafiken" sind zwei Schaubilder mit Fragen abgedruckt. Dabei festigen die Schüler ihre Fähigkeit, diskontinuierliche Texte zu lesen. Die zweite Grafik über die soziale Lage ist anspruchsvoll.
Wenn Sie das Thema vertiefen wollen, können die Schüler zum Beispiel eine Erörterung schreiben oder eine Diskussion zu folgendem Thema simulieren: In der Schulkonferenz stellt der türkischstämmige Schulpflegschaftsvorsitzende den Antrag, für das Zuckerfest am Ende des Ramadan einen beweglichen Ferientag für die Schule festzulegen. Wie soll die Schulkonferenz entscheiden?
Eine andere Aufgabe, die ebenfalls auf die Schreibkompetenz der Schüler zielt, sind Porträts über erfolgreiche Migranten: Welche prominenten Politiker, Schriftsteller, Musiker, Kabarettisten, Sportler oder Moderatoren kennen die Schüler? Sie schreiben ein Porträt über eine Person. Es kann auch ein Mensch aus der eigenen Stadt sein, den die Schüler für erfolgreich halten.
© Text: Anne Haage, Fachberatung: Betty Schmidt
Wenn Migranten die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen wollen, kann das zu Konflikten in der eigenen Familie und im Umfeld führen. Die 18-jährige Wuppertalerin Keziban ist hin- und hergerissen: Soll sie einen deutschen Pass beantragen? Dafür müsste sie allerdings ihre türkische Staatsbürgerschaft aufgeben und wäre die erste "Deutsche" in ihrer Familie. Die wäre davon nicht begeistert. Der Film aus der Reihe "Die Schulstunde als Talkshow" ist in mehrere Module unterteilt, die zur Diskussion anregen.
