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In den Chefetagen der Unternehmen, in der Politik oder im Showbusiness: Wenn es um Einfluss und Führung geht, um Macht und Autorität, dann stehen Frauen weltweit meist in der zweiten Reihe. Würde die Welt anders aussehen, wenn Frauen das Sagen hätten? Der Film zeigt eine solche Enklave: Die mexikanische Stadt Juchitán, in der die Frauen den Ton angeben. Wenn die Hebamme am Wochenbett verkündet "Es ist ein Mädchen" löst das ein lautes Freudengeschrei aus, denn die Frauen sind in Juchitán die Stammhalterinnen. Beim Tod der Eltern erben automatisch die Töchter, nicht die Söhne. Frauen haben als Heilerinnen spirituelle Macht. Nicht zuletzt beherrschen die Frauen in Juchitán, der "Stadt der Blumen", das gesamte wirtschaftliche Geflecht. Männer dürfen zwar die Felder bebauen, aber der Handel liegt ganz in Frauenhand. Wie kommen ausgerechnet in Mexiko die Frauen an die Macht?
Ab ihrem fünfzehnten Geburtstag sind in Juchitán alle Frauen "Reinas", also "Königinnen". Der Film verfolgt die Schicksale verschiedener Frauen einer juchitánischen Familie, die aufwendig den Geburtstag einer "Reina" plant. Beim Goldschmied wird edler Familienschmuck angefertigt, alle Frauen helfen mit zu kochen und Trachten zu besticken. Nach langer Vorbereitung feiern die Frauen schließlich pompös und überschäumend - die Männer sind eher Beobachter. Wird ein Junge 15 Jahre alt, findet nur eine wenig beachtete Feier statt. Unsere neue "Reina" weiß noch nicht genau, was sie später machen will: Fischverkäuferin, wie ihre Mutter, das Familienoberhaupt, will sie nicht werden. Im Moment besucht sie die technologische Schule - danach stehen ihr als Frau noch alle Möglichkeiten offen. Ist die matrilineare Gesellschaft, in der Frauen im Mittelpunkt stehen, besser oder einfach nur anders? Eine Reportage von Carmen Butta.
"Women first" - so nennt sich ein Trend in der internationalen Entwicklungspolitik. Frauen werden als Zielgruppe der Hilfsorganisationen entdeckt: Auf Grund der traditionellen Rollenverteilung beschränkt sich ihr Aktionsradius auf das häusliche Umfeld. Deshalb sind sie leichter zu erreichen als Männer, die tagsüber unterwegs sind. Außerdem haben Frauen subtile und weitreichende Einflussmöglichkeiten innerhalb der Familie wenn es um Hygiene, Gesundheit und Bildung geht. Wer eine Frau erreicht, erreicht also die ganze Familie. Die Grameen-Bank hilft Frauen neue Einnahmequellen zu erschließen. Sie vergibt in Bangladesh Kredite an Frauen, die keine andere Sicherheit vorweisen können als vier andere Frauen, die für sie bürgen. Die Rückzahlungsquote liegt bei 95 %.
Eine junge Frau leistet sich mit Hilfe eines Grameen-Kredits ein Handy, und verdient nun als 'Telefonzentrale' ihres Dorfes den Familienunterhalt. Für jedes Gespräch, das ein Nachbar bei ihr führt, kassiert sie eine kleine Gebühr. Da es in den ländlichen Gebieten kein Festnetz gibt, ist das Handy eine ansehnliche Einnahmequelle. Die Frau muss zum Geld verdienen nicht einmal das Haus verlassen - dies würden ihr die gesellschaftlichen Spielregeln auf dem Lande auch verbieten. Sie hat den Kredit allerdings nur erhalten, weil sie sich und ihre Familie verpflichtet, 16 Regeln einzuhalten mit denen die Grameen-Bank versucht, gesellschaftliche Standards zu etablieren. Dazu gehören beispielsweise die Alphabetisierung, der Latrinen-Bau und die Ächtung der Mitgift. Das Handy - in Bangladesh kein Statussymbol, sondern ein Ausweg aus dem Teufelskreis der Armut. Eine Reportage von Sigrun Matthiesen.
Die Pille brachte den Frauen die erste sexuelle Revolution. Eine zweite Revolution steht kurz vor der Türe: Macht die Reproduktions-Medizin in Zukunft Frauen für die Geburt überflüssig? Haben Sexualität und Fortpflanzung bald überhaupt nichts mehr miteinander zu tun? Bereits heute können Männer und Frauen noch nach ihrem Tod durch ihre eingefrorenen Eizellen und Samen Kinder zeugen lassen. Die Wissenschaft überwindet die biologischen Grenzen des Körpers. In Tierexperimenten werden die medizinischen Möglichkeiten voll ausgereizt: Japanische Wissenschaftler haben bereits Ziegenföten in einer künstlichen Gebärmutter am Leben erhalten. Auch in der Humanmedizin sind wir noch lange nicht an die Grenzen des Machbaren gestoßen. Hier werden vor allem durch nationale Gesetze Schranken gesetzt.
Frauen in unterschiedlichen Stadien ihres hormonellen Lebenszyklus sehen ihre Rolle als Frau unter den neuen medizinischen Vorzeichen unterschiedlich. Die 17-jährige Sue Hermenau hat gerade die Pubertät hinter sich. Für ihre Generation sind die neuen Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin besonders relevant. Die künstliche Gebärmutter lehnt Sue entschieden ab: "Ich hab´ doch keinen Bock, dass mein Kind später sagt, meine Mutter ist eine grüne Badewanne." Sue ist auch gegen das Klonen von Menschen – wie wohl die meisten Deutschen und Franzosen. In den USA hingegen gründeten Homosexuelle mit Kinderwunsch eine 'Pro-Klon'-Initiative, die inzwischen auch regen Zulauf von heterosexuellen Frauen jenseits der fünfzig hat: Sie hoffen auf eine späte Erfüllung des Kinderwunsches. Welche Gefahren und Chancen bringen die neuen medizinischen Möglichkeiten? Eine Reportage von Maren Niemeyer.
Frauen sind weniger aggressiv und haben ein schlechteres räumliches Orientierungsvermögen als Männer. Ist das ein Vorurteil, allgemeine Erfahrung oder lässt sich dieser Geschlechterunterschied wissenschaftlich belegen? Was wissen Psychologen und Gehirnforscher? Bislang galten Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen als Resultat geschlechtsspezifischer Erziehung. Heute forschen Wissenschaftler nach biologischen Ursachen wie der embryonalen Prägung des Gehirns oder nach frühkindlichen Hormoneinflüssen. Der Film stellt aktuelle Studien zu der umstrittenen Frage 'Natur oder Umwelt' vor.
Ein Tierversuch: Ratten suchen im Labyrinthkäfig das Ziel. Wenn männliche Ratten kastriert werden, verirren sie sich. Daraus folgern Wissenschaftler, dass bei Ratten das Hormon Testosteron den Orientierungssinn bestimmt. Gilt das auch für Menschen? Ist der niedrige Testosteronspiegel bei Frauen ausschlaggebend dafür, dass sie schlecht Stadtpläne und Landkarten lesen können? - Karatemeisterin Andrea Riegel musste bis zum schwarzen Gürtel in Karate einige Hürden überwinden: "Es war für mich schwierig, beim Kämpfen Aggressionen rauszulassen. Wir haben immer gelernt, dass es unweiblich ist, aggressiv zu sein." Ist es wirklich die Erziehung, oder sind es nicht doch unterschiedliche biologische Grundlagen? Eine Reportage von Elke Werry.
(Informationen für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch)
(Abt. Reproduktionsmedizin)
(Die Sperma und Eispenderfirma in den USA)
(Fruchtbarkeitsinstitute in den USA)
