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Nirgendwo sonst auf der Welt existiert eine solche Artenvielfalt wie im Regenwald. Die unzähligen Tiere und Pflanzen haben sich ihren Lebensraum in vier 'Stockwerke' aufgeteilt – irgendwo findet jeder ein Plätzchen für sich: Das 'Erdgeschoss', der Boden, ist das Revier des Jaguars und anderer Säugetiere. Die Strauchschicht ist der 'erste Stock'. Wo umgefallene Bäume eine Lichtung schlagen, wachsen vor allem Farne und kleine Bäume. Sie bilden ein buntes Gewirr, in dem sich der bunte Kolibri wohlfühlt. Die nächste Etage sind die bis zu 40 Meter hohen Baumstämme, die von dichten Wipfeln gekrönt sind. Hier im Blätterwerk, dem obersten Geschoss, turnt eine unüberschaubare Anzahl von Tieren herum - wieviele Arten weiß niemand. Seit Beginn der Neunziger Jahre wird die Wipfelregion mit Hilfe von Hängebrücken, aufblasbaren Plateaus, Lastkränen und Gondeln erforscht.
Im Regenwald von Französisch-Guyana arbeitet der Forscher Philipp Gauchet mit detektivischem Spürsinn: Er ist auf der Suche nach neuen Frosch-Arten. Der Forscher arbeitet am liebsten nachts. Nur dann kann man den nachtaktiven Glasfrosch beobachten, der ausschließlich auf Bäumen lebt. Philipp Gauchet hat schon verschieden neue Froscharten entdeckt: "Das ist das faszinierende an meiner Arbeit: Die alltägliche Möglichkeit etwas zu entdecken, was noch kein Mensch gesehen hat." Aber Eile ist geboten: Fast 50 % der ursprünglichen Regenwälder hat der Mensch bereits vernichtet und nahezu jede Sekunde wird ein weiterer Hektar zerstört. Reicht die Zeit, den Regenwald zu erforschen, bevor er von der Erde verschwunden ist? Eine Reportage von Thomas Wartmann.
Seit dem Ende der Achtziger Jahre interessieren sich Forscher verstärkt für die Wipfelregionen des Regenwaldes. Diese werden mit Hilfe von Kränen und Hängebrücken erforscht - oder in diesem Fall mit Hilfe eines Zeppelins, an dem ein aufblasbares Floß hängt
Die Vielfalt der Arten und die komplexe Vernetzung der Lebensgemeinschaften im Regenwald geben den Wissenschaftlern immer neue Rätsel auf.
Abtransport von geschlagenem Holz
Wenn internationale Holzkonzerne ihre Schneisen in den Kameruner Regenwald schlagen, sprechen sie gerne von "selektiver Extraktion", denn sie fällen immer nur ein bis zwei Urwaldriesen pro Hektar. Aber bis der gefällte Baum von Bulldozern zur nächsten Piste geschafft wird, sind etwa 70% des Hektars vernichtet. Damit ist wieder ein Stück Lebensraum der Regenwald-Einwohner, der Pygmäen, zerstört . Gleichzeitig macht die Erschließung des Regenwaldes durch die breiten Trassen für die Holztransporter den Weg frei für eine weitere Ausbeutung des Regenwaldes: Wilderer können tiefer in den Wald eindringen, als dies bislang möglich war. Sie erlegen wahllos, was sich auf den Märkten verkaufen lässt. Besonders Gorilla-Fleisch ist begehrt im kommerziellen 'Bush-Meat-Handel'. Der Film stellt die Zusammenhänge zwischen der Bedrohung von Umwelt, Mensch und Tier im Regenwald dar.
Der Schweizer Fotograf Karl Amman lebt seit 25 Jahren in Afrika. Er hat sich den Schutz des Regenwaldes sowie den Schutz der Affen, zur Lebensaufgabe gemacht: "Die Primaten sind die nächsten Verwandten des Menschen. Wir können nicht zuschauen, wie sie ausgerottet werden." Es ist schwer, die lokale Bevölkerung zu überzeugen. Sie verstehen nicht, wieso man Menschenaffen schützen soll. Der Häuptling eines Stammes im Regenwald von Kamerun erklärt: "Gorilla-Fleisch ist süß, besonders die Finger. Wir haben immer schon Affen gegessen. Wenn kleine Jungen Gorilla-Fleisch essen, werden sie stark. Wir wollen nicht, daß Weiße kommen und sich in unsere Angelegenheiten mischen." Welche Chancen - und welches Recht - haben Regenwald-Schützer wie Karl Amman mit ihrem Engagement? Eine Reportage von Thomas Wartmann.
Seit Generationen nutzen die Völker des Regenwaldes die Heilstoffe, die ihnen die Natur großzügig zur Verfügung stellt. Der Regenwald ist eine Goldmine - erste Vorstöße lassen für die Zukunft reiche Ausbeute erwarten. Chinin, das erste wirksame Mittel gegen Malaria, wird aus der Rinde des Chinchona-Baumes gewonnen. Viele Heilpflanzen wurden von Pharmazeuten nur entdeckt, weil sie einen festen Platz in der traditionellen Medizin der Waldvölker haben. Erst in den letzten Jahren haben Wissenschaftler begonnen, die Heiler der Waldvölker, die Schamanen, ernst zu nehmen. Seither wächst die Zahl pharmazeutischer Expeditionen. Werden es die Regenwald-Länder schaffen, sich gegen die Pharmariesen zu behaupten und sich die Oberhoheit in Sachen Regenwald zu erhalten?
Der 75-jährige Schamane Takuma lebt im Xingú Nationalpark in Brasilien. Er hat sich geschworen: "Den Weißen erzähle ich nichts. Die haben immer nur genommen." Eines Tages lernt er Marc van Roosmalen kennen, einen niederländischen Botaniker, der für das 'Institut für Amazonasforschung' arbeitet. Die Ziele der Pharma-Industrie interessieren den Akademiker nur am Rande. Sein primäres Interesse gilt den Wirkstoffen, die im Regenwald verborgen sind. Der Film dokumentiert, wie Takuma Vertrauen zu dem Europäer fasst - wie er ihm sein Wissen über die heilende Wirkung von Kräutern, Wurzeln und Baumrinden anvertraut. Wem sonst soll Takuma sein Wissen weitergeben? Die jungen Leute seines Stammes zieht es hinaus in die 'zivilisierte Welt' - sein Sohn will kein Schamane werden. Marc van Roosmalen schreibt nieder was Takuma ihm erzählt - so geht das Wissen nicht verloren. Ein Geschäft auf Gegenseitigkeit mit Vorbild-Charakter? Eine Reportage von Walter Tauber.
Die Kindersterblichkeit ist hoch in dem kleinen Himalaya-Dorf Bhujung. Deshalb setzen Eltern möglichst viele Kinder in die Welt in der Hoffnung, dass wenigstens ein paar überleben und zum Familienunterhalt beitragen. Die Rechnung geht kurzfristig auf: Die Bevölkerung des kleinen Nepal-Dorfes wächst - aber auch die Armut. Um zu überleben nehmen die Menschen dem Regenwald alles, was sie von ihm bekommen. Der Wald löst sich in Rauch auf - für Feuerholz. Umweltschutz kann sich hier niemand leisten. Aber ein Schutz des Regenwaldes funktioniert nicht ohne die Unterstützung der Bevölkerung. Deshalb bezieht das "Annapurna Conservation Area Project" (=ACAP), das den Regenwald retten will, in alle Entscheidungen die Bewohnern von Bhujung mit ein. Sie übernehmen Verantwortung und beteiligen sich an der Finanzierung der Projekte. Regelmäßig überprüfen sie ihre eigenen Prämissen. Der Verein "Geo schützt den Regenwald" fördert dieses Projekt in Nepal.
"Meinem Kind soll es einmal besser gehen" - dies ist wohl die Hoffnung aller Eltern zu allen Zeiten. Die Mutter in Bhujung, die ihr Neugeborenes liebevoll im Arm wiegt, setzt alles daran, dass diese Hoffnung wahr wird. Während der Schwangerschaft hat sie gemeinsam mit anderen Frauen den Bau von Toiletten unterstützt: Früher wurde die Notdurft an den gleichen fließenden Gewässern verrichtet, aus denen man später das Trinkwasser schöpfte. Ein perfekter Weg zur Krankheitsübertragung - nicht nur für Kinder. Während es früher normal war, dass die Nabelschnur mit einer rostigen Rasierklinge durchtrennt wurde, werden die Kinder heute durch eine ausgebildete Hebamme zur Welt gebracht. Das Neugeborene soll später auch zur Schule gehen. Bildung schafft Bewusstsein für den Umgang mit Rohstoffen: Die junge Mutter hat seit kurzem einen Boiler in der Feuerstelle, der Wärme speichert. Es reduziert den Holzverbrauch beachtlich, dass nun nicht mehr für jeden Tee neues Wasser aufgesetzt wird. Die Zeichen stehen gut in Bhujung, dass aus den Wald-Verbrauchern nun Wald-Schützer werden. Eine Reportage von Jens Dücker.
In den engen Tälern Nepals kann nichts angebaut werden. Deshalb trotzen die Bauern mittels der Terassen-Landschaft den Hängen alles ab, was möglich ist: Vor allem Reis und Hirse werden hier angebaut.
Die Kinder von Bhujung sind arm aber stolz.
Das abgelegene 2000-Seelen-Dorf Bhujung ist eines von sieben regionalen Headquaters des Annapuma Conservation Area Projects.
Das Schweinezuchtprojekt im Ward No. 9. Der Ward No.9 ist das Armenviertel - das Viertel der niederen Kasten.