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Die dreiteilige Filmreihe „Die Zwanziger Jahre“ berührt eine zentrale Epoche der neuesten deutschen Geschichte. Auf deren Behandlung im Geschichtsunterricht wird in den Lehrplänen der Länder Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entsprechendes Gewicht gelegt: Die Sekundarstufe I beinhaltet den Gegenstand der „Weimarer Republik“ in ihrem letzten Schuljahr (G9: Klasse 10, G8: Klasse 9), in der Gymnasialen Oberstufe ist der Komplex unter den Oberbegriffen „Herausbildung der demokratischen Staats- und Gesellschaftsordnung“ sowie „Krise und Untergang der Weimarer Republik“ (NRW) bzw. „Innen- und außenpolitische Belastungsfaktoren der Weimarer Republik“ sowie „Bedingungen für Machtübertragung und ‚Gleichschaltung’“ (BW) verortet.
Die Filmreihe lässt sich in Lerngruppen der Mittel- wie Oberstufe einsetzen. Es wirken die wichtigsten der curricular geforderten Dimensionen historischer Erfahrung zusammen, angesprochen werden politik-, wirtschafts-, sozial-, geschlechter- und kulturgeschichtliche Aspekte. Für den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I sind neben übergreifenden Fragestellungen einzelne Ereignisse und alltagsgeschichtliche Bezüge besonders relevant. Diese Ebene bieten die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, deren Beiträge „historische Wirklichkeit konkret erfahrbar“ (Bildungsplan BW, Sek. I) machen und den chronologischen Überblickscharakter der Filmreihe illustrierend begleiten – das reine Zeitwissen wird um Formen der Zeiterfahrung ergänzt.
Schließlich können durch den Einsatz von Sequenzen oder der Gesamtdokumentation methodische Kompetenzen erlernt und/oder gefestigt werden. Im Geschichtsunterricht beider Länder sollen Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Film- und Tonmaterial geschult werden, um neue fachliche Erkenntnisse zu gewinnen bzw. auszuwerten sowie Grundsätze der Quellenkritik kennen zu lernen bzw. anzuwenden. Dass diese Quellenkritik im Besonderen auf die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen anzuwenden ist, sei unter Hinweis auf die rege Forschung zur Oral History nur am Rande vermerkt.
Die Begleitmaterialien haben einerseits den Zweck, das filmisch vermittelte Wissen aufzugreifen und im Folgenden zu sichern (Aufgabenteil A) bzw. anzuwenden und zu vertiefen (Aufgabenteil B). Die in Aufgabenteil B formulierten Fragen und Aufträge sind teilweise an umfangreiche Rechercheaufträge (Hausaufgaben, Referate, GFS) gebunden. Dabei wurde versucht, Handlungsorientierung zu gewährleisten und Anknüpfungspunkte an die heutige Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler aufzuzeigen.
Darüber hinaus verfolgen die Arbeitsblätter das Ziel, im Film angedeutete Themen oder sich daraus ergebende Fragestellungen mit zusätzlichen Materialien auszuweiten und zu erschließen (Aufgabenteil C). Letztere umfassen zeitgenössische Quellen ebenso wie heutige fachwissenschaftliche Standpunkte.
Eignen sich die Fragestellungen in Aufgabenteil A vorrangig für die Sekundarstufe I, verlangen die Aufgabenteile B und C zum Teil fundierte Kompetenzen, die erst in der Oberstufe vorliegen. Je nach Alter und Leistungsstand der Lerngruppe sollte der Schwerpunkt entweder auf die Reproduktionsaufträge oder auf Aufgaben verlagert werden, die Recherche-, Transfer- und Beurteilungselemente beinhalten.
© Text: Benedikt Faber
