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Jeder wollte ihn hören: ein Radioansager im Studio; Rechte: Chronos Media
Zeitzeuge Hermann Müller; Rechte: WDR
Deutschland zwischen 1923 und 1926: Mit der „Rentenmark“ kann die deutsche Regierung unter Stresemann die Hyperinflation stoppen, und auch außenpolitisch stehen die Zeichen auf Entspannung: Im Herbst 1923 wird der Ruhrkampf beendet. Innenpolitisch sieht die Situation etwas anders aus, wie der Putschversuch von Hitler und Ludendorff in München zeigt. Obwohl Not und Elend weiterhin stark verbreitet sind, kommt ein neues Lebensgefühl in der Bevölkerung auf – die Arbeitslosigkeit sinkt, die Löhne steigen, Vergnügen und Genuss stehen hoch im Kurs.
Die Folge dokumentiert die zunehmende Popularität von Fitness und Sport, Musik (Jazz) und Tanz (Charleston) genauso wie das Aufkommen der „neuen Frau“ mit Bubikopf, kunstseidenen Strümpfen und – immer häufiger - einem Arbeitsplatz als Angestellte! Die neuen Wertevorstellungen und Freiheiten werden auf dem Hintergrund der kulturellen, sozialen und politischen Ereignissen erläutert: von Hitlers Putschversuch (1923), über die Wahl von Hindenburgs zum neuen Reichspräsidenten (1925) bis hin zum absurden Theater Bertold Brechts und dem Bauhaus, das von Weimar nach Dessau umziehen muss.
Wie revolutionär das Abschneiden alter Zöpfe tatsächlich war, dass in Berliner Varietés (lange vor jedem James-Bond-Film) nackte, golden angemalte Frauen auftraten und warum ein Radiogerät im Wohnzimmer unerwartet viel Besuch bescherte – davon berichten die Zeitzeugen.
