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Bevor der Film gezeigt wird, wird das Vorwissen der Schüler gesammelt: Was wissen sie über die 68er-Protestbewegung? Welche Begriffe und Namen fallen ihnen ein? Vorher können sie auch ihre Eltern und Großeltern befragen und die Erzählungen ebenfalls in den Unterricht einbringen. Das vermittelt den Schülern direkt und anschaulich, wie nah die Ereignisse noch liegen. Die Begriffe, Namen und Assoziationen werden notiert und am Ende mit dem Gelernten verglichen.
Der Film wird unter Leitfragen angesehen, die auf dem Arbeitsblatt 1 "Filmbeobachtung" zusammengefasst sind. Die Schüler sollen vor allem auf die Gründe und Auslöser für die Protestbewegung achten. Womit waren die Jugendlichen unzufrieden und welche Ereignisse waren für den Ausbruch der Proteste wichtig?
Musik spielte eine zentrale Rolle in der Protestbewegung. Mit der Beat- und Rockmusik drückten die Jugendlichen ihren Protest gegen die Elterngeneration aus (siehe auch "Sex & Drugs & Rock ‘n‘ Roll" im Wissenspool "Die wilden 60er"). Musik spielt bei der Identitätsbildung von Jugendlichen auch heute eine große Rolle. Diskutieren Sie im Unterricht, ob auch heute Musikrichtungen Protest ausdrücken. Vertiefen können Sie das Thema mit dem Film "Yeah, yeah, yeah - Beatgeneration und Popkultur" aus der Sendereihe "Die wilden 60er".
Die politischen Hintergründe und Zusammenhänge recherchieren die Schüler mit Hilfe des Arbeitsblatts 2 "Ereignisse". In Gruppen oder in Einzelarbeit recherchieren sie Daten, Fakten und Hintergründe zu den im Film angesprochenen Ereignissen. Sie können dazu die Informationen im Hintergrund oder die Internetadressen in der Linkliste nutzen. In kurzen Präsentationen tragen sie sie im Unterricht vor. Die Ergebnisse können auch in einem Wiki im Internet zusammengetragen werden. In den Links haben wir eine Seite zur Arbeit mit Wikis im Geschichtsunterricht angegeben.
Der Generationenkonflikt ist ein wesentlicher Motor des Protests. Die 68er rebellieren gegen die Enge und Sprachlosigkeit im Elternhaus. Die Schüler können die Aussagen der ehemaligen 68er im Film mit denen von Großeltern, Eltern und anderen Personen vergleichen. Sie lernen dadurch unterschiedliche Perspektiven kennen. Im Unterrichtsgespräch wird überlegt, welche Gruppen eine andere Sichtweise auf die Zeit haben. Denkbar sind z.B. ehemalige Polizisten, Richter, Professoren oder lokale Politiker. Die Schüler arbeiten einen Interviewleitfaden aus. Sie können dafür das Arbeitsblatt 3 "Interview" nutzen, auf dem einige zentrale Aussagen der Gesprächspartner im Film stehen.
Die Zeitzeugen sollten nach Möglichkeit berichten, wie sie die Ereignisse und Stimmungen damals empfunden haben. Im Vergleich dazu kann zusätzlich recherchiert werden, ob und wie dieselben Zeitungen heute in der Rückschau über 1968 berichten.
• Im zweiten Teil dieser Sendereihe, "Lange Haare gegen alte Zöpfe", wird der Höhepunkt und das Ende der 68er-Bewegung beschrieben. Für Politik und Gemeinschaftskunde besonders interessant: Eine große Rolle nehmen die Themen sexuelle Befreiung, Antibabypille und Frauenbewegung ein.
• In der Reihe "Die wilden 60er" gibt es viele Filme, mit denen einzelne Themen vertieft werden können. Das Wirtschaftswunder, die damals herrschende rigide Sexualmoral oder die Rolle der Musik in den 60er Jahren werden in eigenen Filmen angesprochen.
• Der Vietnamkrieg war ein zentrales Ereignis für die 68er-Bewegung und führte weltweit zu Protesten gegen die USA. Die Sendung "Regen der Vernichtung" leistet eine Anbindung an die heutige Zeit. Sie zeigt die Langzeitfolgen des Kriegs, mit denen Vietnam zu kämpfen hat. Im Wissenspool zu dem Film gibt es ausführliches Begleitmaterial.
© Texte: Anne Haage und Jessica Becker
