Planet Schule Logo
 
UV-Strahlung braucht die Haut, um Vitamin D zu bilden. Doch das ist eigentlich der einzige direkte positive physische Effekt der Sonnenstrahlung. Für die Vitamin D Bildung ist der normale Aufenthalt an frischer Luft in unseren Breiten ausreichend, Sonnenbäder halten die Experten einhellig für überflüssig.

Allerdings spielt das Sonnenlicht eine wichtige Rolle für unser psychisches Wohlbefinden. Die Sonne spendet Wärme und hellt bei fast allen Menschen die Stimmung auf.

Es gibt Menschen, die sind mehr auf die Sonne angewiesen als andere. Sie leiden an einer saisonal abhängige Depression (SAD). Diese wird im 19. Jahrhundert erstmals in der medizinischen Literatur erwähnt. Der Psychiater Emil Kraepelin beschreibt sie 1913 so: "Mehrfach sah ich dabei die Verstimmung im Herbste einsetzen, um im Frühling, wenn der Saft in die Bäume schießt, in Erregung überzugehen, in gewissem Sinne den Stimmungsschwankungen entsprechend, die auch den gesunden Menschen im Wechsel der Jahreszeiten überkommen."

Sonne macht gute Laune.

Sonne macht gute Laune. © dpa

Menschen, die an SAD leiden, fallen von September oder Oktober bis März oder April in eine depressive Phase. Dabei leiden sie unter ständiger Müdigkeit, Trägheit, Heißhunger mit oft folgender Gewichtszunahme und Minderwertigkeitsgefühlen bis hin zu schwerer Hoffnungslosigkeit und Apathie.

SAD lässt sich mit hellem weißem Licht behandeln. Die UV-Strahlung spielt dabei keine Rolle, entscheidend für die Wirksamkeit der Behandlung ist nur der Anteil gewöhnlichen Lichts. Es genügt, wenn der Betroffene täglich eine Stunde vor einer hellen Lampe sitzt und gelegentlich ins Licht sieht. Bei den meisten Patienten wirkt die Therapie nach drei Tagen, sie muss allerdings den ganzen Winter über fortgesetzt werden.